Spanien weist 4 Britische Soldaten nach Gibraltar aus

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Mehrere britische Soldaten wurden kürzlich von den spanischen Behörden nach Gibraltar zurückgeschickt, nachdem sie ohne Einhaltung der ordnungsgemäßen Protokolle nach Spanien eingereist waren.

Am Montag, den 19. März, checkten vier britische Soldaten, die mit einem Zivilflug in Gibraltar angekommen waren und Rückflugtickets besaßen, in ein Vier-Sterne-Hotel in La Linea de la Concepción ein, neben dem Tor, das Gibraltar von Spanien trennt. Sie gaben sich zunächst als Touristen aus, wie aus offiziellen spanischen Quellen hervorgeht.

Grenzübergang Spanien – Gibraltar

Zwei der Soldaten versuchten später in der Nacht, nach Gibraltar zurückzukehren. Als sie von der spanischen Polizei zu ihrer Einreise befragt wurden, gaben sie ihre militärische Identität preis, erklärten, dass sie “zur Arbeit gehen” würden, und legten ihre Militärdokumente vor.

Dadurch wurden Flaggen gehisst, da sie die Anforderungen des Schengener Grenzkodex für Nicht-EU-Bürger, die in das EU-Hoheitsgebiet einreisen, nicht erfüllten.

Spanische Beamte wiesen sie daraufhin an, ihre Begleiter zu informieren, damit sie ihre Habseligkeiten zusammenpacken und nach Gibraltar zurückkehren sollten. Dieser Vorfall wirft ein Schlaglicht auf einen seltenen Fall, in dem Militärangehörige nach dem Betreten spanischen Territoriums zurückgeschickt wurden.

Verhandlungen und Marinemanöver

Hintergrund dieses Vorfalls sind die jüngsten Manöver der britischen Marine in den Gewässern um Gibraltar, die Spanien für sich beansprucht. Diese Übungen beinhalteten Hochgeschwindigkeitsbewegungen und Platzpatronenschüsse, was die Überprüfung der militärischen Aktivitäten in der Region intensivierte.

Dieses Ereignis findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Europäische Union und das Vereinigte Königreich kurz davor stehen, die 18. Verhandlungsrunde für einen Vertrag über Gibraltar zu beginnen.

Mit dem Ziel, die britische Kolonie in den europäischen Schengen-Raum zu integrieren, zielen diese Gespräche darauf ab, einen “Raum des gemeinsamen Wohlstands” mit freiem Personen- und Warenverkehr zu schaffen.

Der spanische Außenminister José Manuel Albares betonte das Ziel, “den Zaun abzureißen” und Souveränitätsansprüche vorerst beiseite zu schieben.

Das britische Verteidigungsministerium beschäftigt in Gibraltar 952 Mitarbeiter, davon ein erheblicher ziviler Anteil.

Jährlich sind in Gibraltar vorübergehend 12.000 bis 14.000 Angehörige der britischen Streitkräfte stationiert. Der Vorfall mit den vier Soldaten unterstreicht das komplexe Zusammenspiel von militärischer Präsenz und internationaler Diplomatie in der Region.

Bild: RoyalGIBRegt/X


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