Spanische Wissenschaftler entdecken mögliche neue therapeutische Behandlung für Alkoholismus

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DIE Ergebnisse einer kürzlich von einer Gruppe von Wissenschaftlern in Málaga durchgeführten Studie könnten dazu beitragen, einen neuen therapeutischen Ansatz für Alkoholismus zu entwickeln.

Unter der Leitung des IBIMA Plataforma Bionand Institute kam ihre Forschung zu dem Schluss, dass Alkohol Schlüsselfunktionen des Körpers beeinflusst, die durch das Endocannabinoid-System reguliert werden.

Obwohl Alkohol in vielen Kontexten legal und gesellschaftlich akzeptiert ist, kann er verheerende Folgen für das körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden von Menschen mit Alkoholkonsumstörungen oder Alkoholismus haben.

Der übermäßige Konsum dieser Substanz ist ein Problem, das die Gesundheit von Millionen von Menschen weltweit beeinträchtigt. Sie ist eine der Hauptursachen für Behinderung und Sterblichkeit auf der ganzen Welt.

Therapeutische Ansätze zur Behandlung von Alkoholismus basieren bisher vor allem auf psychologischer Therapie und sozialer Unterstützung.

Die aktuellen Therapien variieren von Mensch zu Mensch

Es gibt zwar einige Medikamente, die zugelassen sind, um die Alkoholabhängigkeit zu reduzieren und den Entzug zu unterstützen, aber ihre Wirksamkeit kann begrenzt sein und von Person zu Person variieren.

Infolgedessen haben Wissenschaftler daran gearbeitet, neue pharmakologische Wege zu finden, um Alkoholismus effektiver und individueller zu behandeln.

Nach der Durchführung ihrer Studie entdeckten die Forscher, dass das Endocannabinoid-System dank seiner modulierenden Rolle im Gehirn ein vielversprechendes therapeutisches Potenzial bei der Behandlung von Alkoholismus bietet.

Dies hat das Team zu der Überzeugung veranlasst, dass sie ein besseres Verständnis dafür entwickelt haben, wie das System funktioniert, von dem sie hoffen, dass es letztendlich dazu beitragen könnte, das Problem des Alkoholismus zu behandeln.

Dr. Antonia Serrano von der Gruppe Neuropsychopharmakologie der IBIMA BIONAND-Plattform war die leitende Prüfärztin. Er ist Mitglied der Abteilung für klinische psychische Gesundheit des Regionalen Universitätskrankenhauses in Málaga.

Luis Natividad, außerordentlicher Professor an der University of Texas, war ein Mitmitarbeiter. Ihre Studie wurde vom US-amerikanischen National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism gefördert, in der sie den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem Endocannabinoid-System im menschlichen Gehirn untersuchten.

Was sind Endocannabinoide?

Endocannabinoide sind Chemikalien, die auf natürliche Weise vom Körper produziert werden und mit Rezeptoren auf Neuronen in verschiedenen Regionen des Gehirns interagieren.

Diese Rezeptoren sind an einer Vielzahl von physiologischen und psychologischen Funktionen beteiligt, darunter die Regulierung der Stimmung, des Appetits und des Belohnungssystems, das eineGruppe von neuronalen Strukturen ist, die für positive Emotionen verantwortlich sind.

Der Artikel erörtert, wie chronischer Alkoholkonsum die Funktion des Endocannabinoid-Systems im Gehirn beeinflussen kann. Dazu gehörten alkoholinduzierte Veränderungen in der Endocannabinoid-vermittelten synaptischen Übertragung und die Modulation alkoholbedingter Verhaltensweisen durch die Manipulation von Elementen des Endocannabinoid-Systems.

Sie untersuchte auch den Einfluss der Endocannabinoid-Dysregulation auf entzugsinduziertes Angstverhalten im menschlichen Körper.

Sie untersuchten das Endocannabinoid-System

Ausgehend von dieser Grundlage konzentrierten sich die Forscher auf die Diskussion jener Studien, die die mögliche therapeutische Relevanz der Manipulation dieses Signalsystems im Gehirn in den verschiedenen Stadien der Alkoholkonsumstörung untersuchen.

Dies bedeutet, dass das Endocannabinoid-System aufgrund der wichtigen Rolle, die es für die Funktionsweise des Gehirns spielt, eine vielversprechende Option für die Behandlung von Alkoholismus zu sein schien.

Dr. Serrano erklärte: “Diese Übersichtsarbeit bietet einen umfassenden Überblick über die komplexen Wechselwirkungen zwischen Alkohol und Endocannabinoiden in Gehirnregionen, die mit Suchtverhalten und Stressreaktionen zusammenhängen, was uns helfen kann, potenzielle pharmakologische Ziele zu identifizieren.”

Fernando Rodríguez de Fonseca, ein Mitarbeiter der Studie, erklärt: “In den letzten Jahren ist das wissenschaftliche Interesse an der Rolle von Lipidsignalen wie dem Endocannabinoid-System gewachsen, nicht nur als potenzielle therapeutische Werkzeuge, sondern auch als Biomarker für die Anfälligkeit oder das Rückfallrisiko während des Entzugs bei Menschen mit Suchterkrankungen.”

Ziel dieser Forschungsarbeit, die sich auf die Wechselwirkung zwischen Alkoholkonsum und dem Endocannabinoid-System konzentriert, war es, zukünftige Untersuchungen zu fördern, die sich mit den zugrunde liegenden Mechanismen befassen und hoffentlich neue Wege für die Behandlung der Alkoholabhängigkeit und ihre Prognose eröffnen werden, wie elespanol.com berichtet.

Bild: Copyright: miljanzivkovic


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