Parken in Spanien: Was bedeuten die blauen, weißen, gelben, grünen oder orangefarbenen Linien?

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Die Parkregeln in Spanien können für Besucher zunächst verwirrend sein. Hier ist eine Erklärung der weißen, gelben, orangen, blauen und grünen Linien, die Parkplätze auf den Straßen markieren.

Beginnen wir mit der einfachsten Markierung: der weißen Linie. Wenn Parkbuchten oder Parkstreifen auf einer spanischen Straße mit einer weißen Linie markiert sind, darf man dort kostenlos und ohne zeitliche Begrenzung parken. Bei gelben Linien ist es genau umgekehrt: Das Parken ist hier immer untersagt, zum Beispiel aufgrund von Ein- und Ausfahrten zu Garagen. Interessanterweise gibt es das in Deutschland übliche System der Parkscheibe für begrenztes, aber kostenloses Parken in dieser Form in Spanien nicht. Stattdessen existieren klare Regeln und Verbote, beispielsweise gegen das weit verbreitete Parken in zweiter Reihe oder entgegen der Fahrtrichtung.

Die blaue Linie in Spanien ist zwar weniger bekannt, aber dennoch eindeutig: Sie signalisiert kostenpflichtiges Parken auf markierten Flächen. Es gibt jedoch Ausnahmen: In vielen spanischen Städten ist das Parken zu bestimmten Zeiten in der “zona azul” kostenlos, beispielsweise nachts, an Sonn- und Feiertagen oder während der Siesta am Mittag. Die spezifischen Regeln werden von jedem Rathaus festgelegt, einschließlich einer möglichen Zeitbegrenzung für das Parken, wobei vier Stunden eine gängige Beschränkung sind. Details zu Zeiten und weiteren Ausnahmen finden sich an den Parkscheinautomaten, die in regelmäßigen Abständen entlang der kostenpflichtigen Parkplätze aufgestellt sind. In vielen größeren oder touristischen Städten existieren inzwischen auch Apps, mit denen man die Parkgebühren in blauen Zonen begleichen kann. Generell sind Parktickets in Spanien deutlich günstiger als in Deutschland. Für die Verwaltung und das Ausstellen von Strafzetteln in blauen Zonen wird von den Rathäusern ein Dienstleistungsunternehmen beauftragt, ein Vorgang, der nicht immer reibungslos verläuft.

In Spanien existieren blaue Zonen schon seit längerem, doch in den letzten Jahren wurden in vielen Städten zusätzlich orangefarbene Linien eingeführt. Diese markieren Parkplätze, die ausschließlich Anwohnern vorbehalten sind. Vor allem in Großstädten und touristischen Gemeinden sind diese Linien zu finden. Die Parkregeln in orangefarbenen Zonen variieren jedoch landesweit. In einigen Gebieten dürfen Nicht-Anwohner diese Parkplätze gegen Gebühr und zu bestimmten Zeiten nutzen. Hinweisschilder in den Zonen informieren über die spezifischen Bedingungen. In einigen Orten werden die Parkplätze für Anwohner auch mit roten anstatt orangefarbenen Linien gekennzeichnet.

Die grünen Parklinien in Spanien sind eine relativ neue Einführung. Anwohner haben das Privileg, ihre Fahrzeuge dort jederzeit und beliebig lange kostenlos zu parken. Nicht-Anwohner dürfen diese Parkplätze ebenfalls nutzen, allerdings meistens mit einer Höchstparkdauer von zwei Stunden. Zudem sind die grünen Parkplätze für Auswärtige nicht immer durchgehend verfügbar, sondern nur zu bestimmten Zeiten. Für diese Nutzergruppe sind die grünen Parkplätze gebührenpflichtig und üblicherweise teurer als die blauen Parkplätze.

Bild: adrianhancu


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