Der große Spanien-Überlebensguide

Ein abrupter Wetterumschwung trifft Spanien: Während die Kanarischen Inseln unter anhaltenden Starkregen leiden, droht auf dem Festland eine überraschende Rückkehr des Winters. Meteorologen warnen vor erheblichen Temperaturstürzen, möglichen Schneefällen und einer ungewöhnlich starken Wetterdynamik für Ende März.

Kanarische Inseln im Fokus: Bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter

Die Wetterlage wird maßgeblich durch das Zusammenspiel eines verstärkten Azorenhochs und den Resten eines ehemaligen Sturmsystems beeinflusst. Besonders die Kanarischen Inseln stehen dabei im Zentrum der Entwicklung.

Bereits zu Wochenbeginn kommt es auf Teneriffa und Gran Canaria zu kräftigen Schauern mit Niederschlagsmengen von 10 bis lokal über 40 l/m². Im weiteren Wochenverlauf könnten sich laut Prognosen sogar bis zu 100 l/m² ansammeln. Auch Lanzarote und Fuerteventura sind betroffen.

Bis zur Wochenmitte bleiben die Schauer teils intensiv, bevor sich die Lage ab Donnerstag langsam beruhigt. Restliche Niederschläge sind vor allem im Süden der Inseln möglich.

Festland Spanien: Erst mild, dann Temperatursturz

Auf der Iberischen Halbinsel zeigt sich das Wetter zunächst ruhiger. Zum Wochenstart gibt es nur vereinzelte, meist schwache Niederschläge im Norden, Nordosten und in Teilen Andalusiens.

Doch dieser Eindruck täuscht: Bereits ab Mittwoch kündigt sich eine markante Wetteränderung an.

Temperaturen im freien Fall

Nach frühlingshaften Höchstwerten von bis zu 24 Grad im Guadalquivir-Tal und über 20 Grad in Madrid folgt ein deutlicher Temperatursturz. Besonders im Norden und Osten Spaniens sind laut Modellen Abweichungen von bis zu -10 Grad unter dem Durchschnitt möglich.

Nächtliche Fröste werden in weiten Teilen des Landes erwartet – insbesondere im Landesinneren, in Aragón und Katalonien.

Schnee im März: Pyrenäen und Kantabrisches Gebirge betroffen

Mit dem Einströmen polarer Kaltluft steigt auch die Wahrscheinlichkeit für Schneefall. Betroffen sind vor allem:

  • Pyrenäen (bis zu 15 cm Neuschnee möglich)
  • Kantabrisches Gebirge (mehrere Zentimeter)

Die Schneefallgrenze könnte bis auf etwa 1000 Meter oder darunter sinken – ungewöhnlich für diese Jahreszeit, aber nicht beispiellos.

Mittelmeerraum und Balearen: Tramontana bringt Kälte

Im Osten Spaniens und auf den Balearen sorgt ein Nordwind-Einbruch (Tramontana) für zusätzliche Abkühlung. Gleichzeitig bleibt es hier überwiegend trocken, mit nur vereinzelten Niederschlägen.

Warum das Wetter so extrem ist

Die Ursache liegt in einer blockierenden Wetterlage:

  • Das Azorenhoch wirkt als Barriere gegen atlantische Tiefs
  • Kalte Luft aus Nordeuropa kann ungehindert nach Spanien vordringen
  • Gleichzeitig sorgt ein Tiefdruckgebiet nahe der Kanaren für anhaltende Instabilität

Diese Konstellation führt zu einer seltenen Kombination aus Starkregen im Süden und winterlichen Bedingungen im Norden.

Unsichere Entwicklung zum Wochenende

Für das Wochenende deuten erste Modelle auf eine mögliche Verschärfung der Lage hin. Eine Verstärkung der Hochdruckblockade könnte die Kälte weiter verstärken und auf zusätzliche Regionen ausweiten.

Allerdings gilt: Diese Prognosen sind noch mit Unsicherheiten behaftet und können sich kurzfristig ändern.

Fazit: Spanien erlebt Wetter-Achterbahn

Die kommende Woche bringt extreme Gegensätze:

  • Starkregen auf den Kanaren
  • Frühlingshafte Temperaturen im Süden
  • Winterliche Bedingungen im Norden

Ein typisches Beispiel für die Unberechenbarkeit des Frühjahrs in Spanien – mit potenziell erheblichen Auswirkungen auf Alltag, Verkehr und Landwirtschaft.

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