Der schwere Wintersturm Ingrid sorgt auch an diesem Sonntag weiterhin für massive Einschränkungen in Spanien. Besonders betroffen ist die gesamte Nordküste, wo die Warnstufe Rot – die höchste Alarmstufe – ausgerufen wurde. Ursache sind außergewöhnlich gefährliche Küstenphänomene mit Wellen von mehr als zehn Metern Höhe.
Rote Warnstufe an der Nordküste Spaniens
Nach Angaben der Aemet gilt der rote Alarm für Galicien, Asturien, Kantabrien und das Baskenland. Die Wetterbehörde warnt eindringlich davor, sich der Küste zu nähern. Hoher Wellengang und starke Brandung können Promenaden, Hafenanlagen und angrenzende Gebiete erheblich beschädigen. Lebensgefahr kann nicht ausgeschlossen werden.
Weitere Regionen unter Sturmwarnung
Auch andere Teile Spaniens sind von den Auswirkungen des Sturms betroffen, wenn auch mit geringerer Intensität:
- Andalusien: Westküste, Stadtgebiet Almería, Osten der Provinz Almería sowie die Küste von Granada stehen unter Warnstufe Orange. Erwartet werden Wellen zwischen drei und fünf Metern.
- Balearen: Im Süden Mallorcas gilt ebenfalls die orange Warnstufe mit Wellenhöhen von vier bis fünf Metern und Windgeschwindigkeiten bis zu 70 km/h.
- Warnstufe Gelb: Aufgrund ungünstiger maritimer Bedingungen bestehen Hinweise für Teile der Kanarischen Inseln, Kataloniens, der Region Murcia, der Valencianischen Gemeinschaft sowie für Ceuta und Melilla.

Verkehr stark beeinträchtigt: Fast 100 Straßen betroffen
Neben dem Seegang sorgt der Sturm auch im Landesinneren für Probleme. Laut der DGT sind derzeit 99 Straßen im nationalen Netz von Schnee, Eis oder Sturmfolgen betroffen.
Davon wurden 22 Straßen vollständig gesperrt – ausschließlich im Nebenstraßennetz. Im Hauptverkehrsnetz ist besondere Vorsicht lediglich auf Teilabschnitten der Autobahnen A-6 und A-52 geboten.
Asturien warnt Küstengemeinden per Zivilschutzalarm
Besonders angespannt ist die Lage in Asturien. Aufgrund der für heute zwischen 12:00 und 22:00 Uhr geltenden Rotwarnung an der Küste hat der Notdienst des Fürstentums Asturien, der SEPA, eine landesweite ES-Alert-Nachricht versendet.
Betroffen sind zwanzig Küstengemeinden, darunter Gijón, Avilés, Llanes, Ribadesella und Castropol. Die Warnmeldung erreichte die Mobiltelefone der Bevölkerung gegen 10:29 Uhr und wurde von einem akustischen Alarmsignal begleitet. Darin wird eindringlich aufgefordert, küstennahe Bereiche zu meiden, Sicherheitshinweise zu beachten und im Notfall den Notruf 112 zu wählen.
Behörden appellieren an die Vernunft der Bevölkerung
Die regionalen und nationalen Behörden betonen übereinstimmend, dass die Gefahr durch den Sturm ernst zu nehmen ist. Erfahrungsgemäß unterschätzen viele Menschen die Wucht des Meeres bei Extremwetterlagen. Spaziergänge an Promenaden oder das Beobachten der Wellen können unter diesen Bedingungen lebensgefährlich sein.











