Der große Spanien-Überlebensguide

Der Sturm „Claudia“ erreicht Spanien: Heftige Regenfälle, stürmische Böen und milde Temperaturen prägen die Woche

Der November zeigt sich in Spanien von seiner unruhigen Seite. Laut dem staatlichen Wetterdienst Aemet zieht der neue Sturm Claudia über den Atlantik hinweg und trifft ab Mittwoch zunächst die Kanarischen Inseln, bevor er auch die Nordwestküste der Iberischen Halbinsel erreicht. Besonders Galicien muss sich auf anhaltenden Regen, Sturm und Küstengewitter einstellen – während die Temperaturen im ganzen Land ungewöhnlich mild bleiben.

Regenfront trifft Kanaren und Galicien

Ab Mittwoch wird der Durchzug einer aktiven Front auf den Kanarischen Inseln für ergiebige Niederschläge sorgen. Die Meteorologen warnen vor lokal sehr starkem Regen, begleitet von Südweststürmen, die Bäume und Bauelemente gefährden könnten. Auch Küstenstürme sind zu erwarten, insbesondere auf den westlichen Inseln.

Nach Angaben von Meteored (eltiempo.com) zieht gleichzeitig ein isolierter Kaltlufttropfen (BFA) vor der portugiesischen Küste ab. Dadurch entstehen mehrere Fronten, die feuchtwarme Luftmassen mit sich bringen. Laut dem europäischen Wettermodell könnten in Westgalizien über 200 Liter pro Quadratmeter fallen.

Aemet warnt vor starken Winden und Überschwemmungen

Der Sturm wird sich im Laufe der Woche im Atlantik vertiefen und den Nordwesten der Halbinsel beeinflussen. Ab Dienstag ist mit anhaltenden und teils stürmischen Regenfällen in Galicien zu rechnen. Die Windböen können in exponierten Lagen über 90 km/h erreichen. Die Aemet warnt vor der Gefahr von herabfallenden Ästen, Beschädigungen an Gebäuden und Küstenüberschwemmungen.

Besonders betroffen sind die Provinzen A Coruña und Pontevedra, wo binnen zwölf Stunden mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet werden. In Berg- und Küstenregionen können die Werte sogar noch höher liegen. Die Regenmengen erhöhen das Risiko von Flussübertritten und Erdrutschen erheblich.

Wetterlage auf der Halbinsel: Tiefdruck im Westen, Sonne im Osten

Während der Westen Spaniens unter dem Einfluss von Claudia steht, bleibt der Osten zunächst stabil. Montag und Dienstag beginnen vielerorts mit Sonnenschein, insbesondere an der Mittelmeerküste und auf den Balearen. Doch bereits ab Freitag könnten sich die Regenfälle auf große Teile der Halbinsel ausweiten – unter anderem nach Extremadura, Andalusien, Kastilien-La Mancha und Madrid.

Laut Meteored wird bis Ende der Woche eine Advektion von Saharastaub erwartet, die in Verbindung mit der warmen Luftströmung für trübe Himmel und auffällige Sonnenuntergänge sorgen könnte.

Temperaturen bleiben ungewöhnlich hoch

Trotz des Regens bringt der Sturm keine Kälte. Die Tiefstwerte liegen im Landesinneren zwischen 5 und 8 Grad, an den Küsten und auf den Inseln zwischen 15 und 18 Grad. Die Höchsttemperaturen erreichen im Guadalquivir-Tal, an der Mittelmeerküste und auf den Kanarischen Inseln Werte zwischen 20 und 30 Grad – ungewöhnlich mild für Mitte November.

Meteorologe Duncan Wingen von Meteored erklärt, dass diese Kombination aus Regen und Wärme auf einen subtropischen Luftstrom zurückzuführen sei, der von Süden her nach Spanien gelangt. „Diese Woche ist ein klassisches Beispiel für den Kontrast zwischen atlantischem Winterwetter im Westen und frühlingshaften Bedingungen im Osten“, so Wingen.

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