Spanien steht an diesem Dienstag vor dem bislang heißesten Tag des Jahres. Die erste Hitzewelle des Sommers erreicht ihren Höhepunkt und sorgt in weiten Teilen des Landes für extreme Temperaturen. In mehreren Regionen werden Werte von über 40 Grad erwartet. Die staatliche Wetterbehörde Aemet hat deshalb in nahezu ganz Spanien Hitzewarnungen ausgegeben. Besonders betroffen sind fünf Provinzen, für die die höchste Warnstufe Rot gilt.
Bereits am Sonntag registrierten 75 Wetterstationen Temperaturen von mehr als 40 Grad. Die außergewöhnliche Hitze hält seit dem astronomischen Sommerbeginn an und soll voraussichtlich bis Mittwoch andauern.
Fünf Provinzen besonders stark betroffen
Die höchste Warnstufe gilt für die andalusischen Provinzen Jaén und Córdoba sowie für Kantabrien und die baskischen Provinzen Gipuzkoa und Vizcaya. Dort werden Höchstwerte von bis zu 40 Grad oder darüber erwartet.
Zusätzlich stehen 22 weitere Provinzen unter orangefarbener Warnung. Betroffen sind unter anderem Regionen in Aragón, Kastilien und León, Kastilien-La Mancha, Extremadura, Galicien, Katalonien, Madrid, Navarra, dem Baskenland und La Rioja.
Im übrigen Spanien gelten überwiegend gelbe Warnstufen wegen hoher Temperaturen.
Tropennächte belasten Millionen Menschen
Nicht nur tagsüber wird die Hitze zur Belastung. Auch nachts bleibt es außergewöhnlich warm. In zahlreichen Regionen im Nordosten, entlang der Mittelmeerküste sowie im Zentrum und Süden Spaniens sinken die Temperaturen vielerorts nicht unter 25 Grad.
Diese sogenannten Tropennächte erschweren die nächtliche Abkühlung erheblich und belasten insbesondere ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit gesundheitlichen Vorerkrankungen.
Temperaturen bis zu zehn Grad über dem Durchschnitt
Nach Einschätzung der Meteorologen liegen die Werte deutlich über den für Ende Juni üblichen Temperaturen. In vielen Gebieten werden Abweichungen von fünf bis zehn Grad über dem Durchschnitt registriert. In Teilen Nordspaniens können die Temperaturen sogar mehr als zehn Grad über den normalen Werten liegen.
Besonders betroffen sind:
- Das östliche Kantabrische Meer
- Das Ebro-Tal
- Die Täler von Tajo, Guadiana und Guadalquivir
- Große Teile des Nordostens der Iberischen Halbinsel
In weiten Teilen des Landes werden zudem Temperaturen von mindestens 35 Grad erreicht.
Afrikanische Luftmasse verstärkt die Hitze
Meteorologen führen die außergewöhnliche Wetterlage auf eine stabile Hochdruckbrücke in höheren Luftschichten zurück. Diese sorgt für eine atmosphärische Blockadesituation, die den Zustrom sehr warmer Luft aus Nordafrika begünstigt.
Zusätzlich beeinflusst ein westlich der Iberischen Halbinsel liegendes Höhentief die Wetterentwicklung. Dadurch kann die heiße Luftmasse weiter nach Norden vordringen und verbleibt über Spanien sowie Teilen Europas.
Staub in der Luft und vereinzelte Gewitter
Neben der Hitze wird in mehreren Regionen auch Saharastaub erwartet. Dieser kann den Himmel milchig erscheinen lassen und die Luftqualität beeinträchtigen.
In den Gebirgsregionen der Nordhälfte Spaniens besteht zudem die Möglichkeit vereinzelter Gewitter und lokaler Schauer. Betroffen sein könnten insbesondere Gebiete im Nordwesten des Landes.
An den Küsten Galiciens und im westlichen Kantabrischen Meer sind in den Morgenstunden örtlich Nebel- und Dunstfelder möglich.
Madrid, Katalonien und Valencia mit hohen Belastungen
Auch in der Region Madrid werden Temperaturen von über 36 Grad erwartet. Im Tal des Tajo können örtlich sogar 40 Grad erreicht werden. Die Nächte bleiben dort ebenfalls außergewöhnlich warm.
In Katalonien werden vor allem in der zentralen Senke von Lleida Temperaturen von über 40 Grad erwartet. Vereinzelt können dort zudem Gewitter auftreten.
Die Valencianische Gemeinschaft muss ebenfalls mit sehr hohen Temperaturen rechnen. Besonders im Binnenland und in den Vorküstengebieten werden deutlich überdurchschnittliche Werte erwartet.











