Der Sturm Leonardo hält Spanien weiter in Atem – und die Lage spitzt sich zu. In der Region Madrid gelten weiterhin rote Warnstufen, weil gleich drei Flüsse bedrohlich anschwellen. Während Einsatzkräfte höchste Wachsamkeit anmahnen, zeigen Messdaten: Die kritischen Schwellen sind teils bereits überschritten. Was jetzt für Madrid, Andalusien und Extremadura gilt – und warum die kommenden Stunden entscheidend sind.
Spanien unter Sturm Leonardo: Hunderte Einsätze, tausende Evakuierte
Der Durchzug von Sturm Leonardo hat am Donnerstag in weiten Teilen Spaniens massive Auswirkungen. Mehr als 150 Straßen mussten gesperrt werden, der Bahnverkehr ist regional stark eingeschränkt, darunter Verbindungen von und nach Vigo. Besonders schwer trifft es Andalusien und Extremadura: Seit Dienstag wurden dort über 4.500 Menschen evakuiert.
In Andalusien ist der Bahnverkehr nahezu vollständig ausgesetzt. Parallel läuft eine Suchaktion nach einer Frau, die nach einem Sturz in einen Fluss in Sayalonga (Málaga) vermisst wird. In Extremadura wiederum warnte der Zivilschutz per Es-Alert vor einer möglichen starken Flutwelle im Ardila-Fluss, ausgelöst durch eine Verstopfung am Stausee Valuengo. Betroffen sind unter anderem Teile von Jerez de los Caballeros, La Bazana und Valuengo.
Sevilla: Flüsse und Stauseen auf Rot – Wind bleibt gefährlich
In der Provinz Sevilla konzentrieren sich die Behörden auf Wasserstände und Sturmfolgen. Die staatliche Wetterbehörde Aemet hält eine gelbe Warnung vor starken Windböen bis 18 Uhr aufrecht. Nach Angaben der Regierungsdelegation stehen mehrere Flüsse und Stauseen auf rotem Niveau.
Betroffen sind die Stauseen Los Melonares, La Torre del Águila und Agrio. Auf Flussseite gelten Alarmstufen für den Genil (bei Écija), den Corbones (bei Carmona), den Guadaíra (bei Alcalá de Guadaíra und Arahal) sowie die Riviera de Huelva (bei Guillena). Der Notruf 112 Andalusien registrierte allein am Donnerstag 18 sturmbedingte Einsätze. In El Palmar de Troya und Écija mussten insgesamt 87 Menschen ihre Häuser verlassen.
Madrid im Fokus: Rote Pegelwarnungen für Jarama, Manzanares und Alberche
Auch in der Hauptstadtregion bleibt die Lage angespannt. Die Tejo-Hydrographische Konföderation (CHT) hält rote Pegelwarnungen für mehrere Abschnitte aufrecht. Konkret besteht Überlaufrisiko für:
- den Jarama zwischen Mejorada del Campo und San Fernando de Henares (sowie im Bereich Titulcia),
- den Manzanares bei Rivas-Vaciamadrid,
- den Alberche bei Aldea del Fresno.
Die Regierungsdelegation in Madrid ruft über soziale Netzwerke zu maximaler Vorsicht auf und warnt eindringlich davor, sich Flussbetten zu nähern.
Aktuelle Messwerte: Schwellen teils überschritten
Nach Daten des Automatischen Hydrologischen Informationssystems (SAIH) liegt der Jarama in San Fernando de Henares bei 2,24 Metern – deutlich über der roten Schwelle von 1,75 Metern. In Titulcia wurden 2,73 Meter gemessen, ebenfalls oberhalb der kritischen Marke von 2,60 Metern. Zusätzlich aktivierte die CHT orange Warnstufen für Abschnitte des Henares (zwischen Alcalá und Torrejón) sowie weitere Punkte am Jarama (u. a. San Fernando de Henares und Algete).
Was jetzt gilt: Vorsicht, Abstand, Informationen prüfen
Behörden raten dringend, Uferbereiche zu meiden, lokale Warnungen zu beachten und Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen. Die Situation bleibt dynamisch – kurzfristige Evakuierungen und Sperrungen sind weiterhin möglich.











