Der große Spanien-Überlebensguide

In Katalonien spitzt sich die Hochwasserlage im Nordosten weiter zu. Der Zivilschutz der Generalitat hat am Dienstagmorgen eine ES-Alert-Warnung an Mobiltelefone in mehreren Regionen der Provinz Girona gesendet. Betroffen sind Alt Empordà, Baix Empordà, La Selva und El Gironès. Hintergrund sind über die Ufer getretene Flüsse infolge anhaltender, teils heftiger Regenfälle. Die Bevölkerung wird eindringlich aufgefordert, unnötige Wege und Ortswechsel zu vermeiden.

Sturm „Harry“ sorgt für angespannte Lage in Girona

Auslöser der aktuellen Situation ist der Sturm Harry, eine sogenannte mediterrane Zyklogenese, die seit Montag die katalanische Küste beeinflusst. Die Kombination aus Starkregen, gesättigten Böden und steigenden Pegelständen hat in mehreren Gemeinden zu lokalen Überschwemmungen geführt. Besonders in tiefer gelegenen Bereichen kam es zu Problemen im Straßenverkehr und zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Schul-, Sport- und Betreuungsangebote ausgesetzt

Als Vorsichtsmaßnahme haben die katalanischen Notfalldienste den Schulbetrieb in allen Bildungseinrichtungen der betroffenen Regionen ausgesetzt. Auch Sportaktivitäten sowie Angebote von Tages- und Betreuungseinrichtungen wurden vorübergehend eingestellt. Ziel ist es, das Risiko für Kinder, Jugendliche und Beschäftigte zu minimieren und den Verkehr deutlich zu reduzieren.

Mehrere Straßen in der Provinz Girona gesperrt

Die starken Regenfälle haben auch Auswirkungen auf die Infrastruktur. Nach Angaben des katalanischen Verkehrsdienstes (SCT) sind derzeit mehrere Straßen nicht passierbar:

  • C-252 zwischen Vilabertran und Peralada
  • GI-644 im Bereich Forallac
  • GIV-6546 in Palafrugell

Zusätzlich bleibt die BV-4024 in Guardiola de Berguedà (Provinz Barcelona) weiterhin wegen Schneeansammlungen gesperrt. Autofahrer werden gebeten, die Lageberichte regelmäßig zu prüfen und gesperrte Strecken strikt zu meiden.

Keine neue Situation: Girona kennt Hochwasseralarm bereits

Die Region Girona war bereits an Weihnachten und am Feiertag Sant Esteve mit ähnlichen Problemen konfrontiert. Damals führten überlaufende Flüsse ebenfalls zu Alarmstufen und Evakuierungen, unter anderem aus einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderungen. Die aktuellen Ereignisse knüpfen damit an eine Reihe wetterbedingter Ausnahmesituationen an.

Dritte ES-Alert-Warnung innerhalb weniger Tage

Die aktuelle Meldung ist bereits die dritte ES-Alert-Warnung innerhalb von drei Tagen.

  • Am Sonntagabend erhielten 19 Gemeinden an der Costa Brava eine Warnung vor starkem Seegang.
  • Am Montag folgte eine weitere Benachrichtigung für Gebiete an der Zentralküste, in Girona und im Ebro-Raum wegen anhaltender Regenfälle.

Am Montag mussten infolge von Starkregen und hohen Wellen neun Personen vorsorglich medizinisch versorgt werden, ernsthafte Verletzungen wurden nicht gemeldet.

Barcelona aktiviert kommunalen Notfallplan

Auch die Stadt Barcelona reagierte auf die Wetterlage. Der Stadtrat aktivierte den grundlegenden kommunalen Notfallplan in der Alarmphase. Grund waren Prognosen mit Wellenhöhen von über 2,5 Metern, die insbesondere für Küstenbereiche ein erhöhtes Risiko darstellen.

Ausblick und Empfehlung der Behörden

Die Behörden raten weiterhin zu äußerster Vorsicht. Reisende und Anwohner sollten aktuelle Warnmeldungen beachten, Flussufer meiden und sich nicht in überschwemmte oder gefährdete Bereiche begeben. Die Wetterlage bleibt angespannt, auch wenn sich die Situation regional unterschiedlich entwickeln kann.

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