Der große Spanien-Überlebensguide

Die Lage an den Flüssen in der Provinz Sevilla spitzt sich weiter zu. Noch bevor der neue Sturm „Marta“ die Region erreicht, haben Guadalquivir, Genil und mehrere Stauseen bereits den roten Warnstatus erreicht. Die Behörden rechnen damit, dass der Scheitelpunkt der Hochwasserwelle an diesem Samstag Sevilla erreicht – mit Folgen, die die Region mehrere Tage beschäftigen werden.

Anhaltende Folgen des Sturms Leonard

Die Auswirkungen des vorherigen Sturms Leonard sind weiterhin deutlich spürbar. In weniger als einer Woche fielen im Februar über 64 Liter Regen pro Quadratmeter. Seit Jahresbeginn summieren sich die Niederschläge bereits auf mehr als 210 Liter – mehr als ein Drittel des durchschnittlichen Jahresniederschlags in der Provinz Sevilla.

Diese außergewöhnlichen Regenmengen haben die Flüsse stark anschwellen lassen und die Stauseen bis an ihre Kapazitätsgrenzen gefüllt.

Stauseen fast am Limit

Das Stauseen-Netz der Metropolwassergesellschaft Emasesa erreicht derzeit rund 95 Prozent seiner maximalen Kapazität von 611 Hektokubikmetern. Trotz zahlreicher kontrollierter Wasserablässe bleiben mehrere Speicher vollständig ausgelastet:

  • Melonares (185 hm³)
  • Zufre (175 hm³)
  • El Gergal (35 hm³)

Die Situation bleibt angespannt, da weiterer Regen erwartet wird.

Roter Alarm am Guadalquivir

Nach Angaben der Confederación Hidrográfica del Guadalquivir (CHG) führen mehrere Messstationen des Guadalquivir rote Werte. Besonders kritisch ist die Lage in Cantillana und Lora del Río, wo der Durchfluss zuletzt über 2.800 Kubikmeter pro Sekunde lag und kurzfristig sogar 3.500 erreichen könnte.

Die CHG geht davon aus, dass der Höchststand der Flutwelle am Samstag durch Sevilla zieht und dort zwei bis drei Tage anhalten wird. Entsprechend bleiben die Warnstufen hoch.

Genil und weitere Nebenflüsse betroffen

Auch der Genil, ein Nebenfluss des Guadalquivir, steht in der Gemeinde Écija auf roter Warnstufe. Dort mussten bereits 76 Menschen evakuiert werden, darunter 34 Bewohner der Siedlung Isla del Vicario, nachdem der Pegel die kritische Marke deutlich überschritten hatte.

Weitere Flüsse mit rotem Warnstatus sind:

  • Guadaíra in Alcalá de Guadaíra und Arahal
  • Corbones in Carmona und La Puebla de Cazalla
  • Rivera de Huesna in Guillena sowie Villanueva del Río y Minas

Evakuierungen wegen Stauseen

Zusätzlich stehen mehrere Stauseen unter besonderer Beobachtung. Der Agrio-Stausee im Raum Aznalcóllar und Peñaflor sowie der Stausee Torre del Águila haben ebenfalls den roten Pegel erreicht. In El Palmar de Troya wurden 13 Menschen vorsorglich evakuiert, während 88 weitere Familien auf eine mögliche Räumung vorbereitet wurden.

Auch der Stausee José Torán im Einflussbereich von Lora del Río wird in Kürze Wasser ablassen, um die Sicherheit des Damms zu gewährleisten.

Neuer Sturm Marta verschärft die Lage

Die spanische Wetterbehörde Aemet prognostiziert für diesen Samstag erneut kräftige Niederschläge von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in der Provinz Sevilla. Mit dem Eintreffen des Sturms „Marta“ droht sich die ohnehin angespannte Hochwasserlage weiter zu verschärfen.

Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Warnhinweise ernst zu nehmen und gefährdete Gebiete zu meiden.

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