Der Wohnungsbestand in Spanien altert weiter: Fast 30 % der Immobilien sind über 70 Jahre alt

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Der Wohnungsbau ist eines der Hauptanliegen der spanischen Politik. Die Schwierigkeit des Zugangs aufgrund der hohen Mietpreise, die sich in einer späten Emanzipation der jungen Bevölkerung niederschlagen, oder das Alter der Gebäude, das eine schlechtere Qualität der Energie und der Einrichtungen bedeutet, sind einige der Ziele, die sowohl die derzeitige Exekutive als auch einige Regionalregierungen in ihre Agenda aufgenommen haben.

In Spanien gibt es insgesamt 26.623.708 Wohnungen, von denen 29,9 % älter als 70 Jahre sind, so die jüngste Wohnungszählung des Nationalen Instituts für Statistik (INE) im Jahr 2021. Der Nationale Verband der Immobilienverbände (FAI) weist in seiner jüngsten Studie darauf hin, dass das Durchschnittsalter spanischer Häuser bei 43,5 Jahren liegt.

Der INE-Bericht weist darauf hin, dass 18,79 % ein Problem mit der Isolierung haben, was die Notwendigkeit widerspiegelt, viele Gebäude zu sanieren und die Energieeffizienz zu verbessern. Auf der anderen Seite weist die FAI darauf hin, dass die Hauptmängel das Fehlen eines Aufzugs (32,08 % der Fälle), wenig Platz im Freien (24,91 %), mangelnde Wärmedämmung (23,74 %) und das Fehlen von Rampen (19,25 %) sind.

Der Präsident der FAI, José María Alfaro, hat darauf hingewiesen, dass “eine der Herausforderungen für den Immobiliensektor die Notwendigkeit ist, die in den 70er und 80er Jahren gebauten städtischen Zentren wiederherzustellen, die Wohnungen energieeffizienter zu machen und sie in gutem Zustand zu halten, sowohl unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit als auch des Komforts und der Zugänglichkeit”.

Um eine Lösung für dieses Problem zu finden, hat die Regierung von Pedro Sánchez im Jahr 2021 den Plan für die Sanierung von Wohnraum und die Stadterneuerung auf den Weg gebracht, der Teil der Komponente 2 des Aufbau-, Transformations- und Resilienzplans ist. Die wichtigsten Herausforderungen, die durch dieses Projekt erreicht werden sollen, sind die Förderung der Sanierung des Gebäudebestands in Spanien – in Übereinstimmung mit der Renovierungswelle der Europäischen Union – und die Erhöhung der Anzahl von Sozialmietwohnungen in energieeffizienten Gebäuden.

Auf diese Weise beabsichtigen das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung und das Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen, die Sanierungsziele voranzutreiben, die im Nationalen Integrierten Energie- und Klimaplan (PNIEC) und in der langfristigen Strategie für die energetische Sanierung des Gebäudesektors in Spanien (ERESEE) festgelegt sind.

Für den Wohnungsbausanierungs- und Stadterneuerungsplan sind Investitionen in Höhe von 15.367 Millionen Euro vorgesehen, von denen 10.820 Millionen aus EU-Mitteln stammen. Zwischen 2021 und 2023 wurden 5.520 Mio. € aus der ersten Phase des Sanierungsplans verwendet, und im Oktober 2023 wurden weitere 4.000 Mio. € als Darlehen zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus genehmigt – das zum Addendum oder der zweiten Phase des Sanierungsplans gehört.

Das Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen verwaltet seinerseits weitere 1.300 Millionen Euro – und vervollständigt damit die knapp 11 Millionen aus EU-Mitteln. Der verbleibende Betrag, d. h. 4.547 Mio. EUR, wird auf private Mittel geschätzt. Die Regierung überweist diese Mittel an die Autonomen Gemeinschaften und lokalen Gebietskörperschaften, damit diese die im Plan vorgesehenen Maßnahmen umsetzen können.

Der Plan zur Sanierung von Wohnraum hat vier Hauptprobleme im spanischen Gebäudebestand identifiziert, die denen ähneln, auf die die FAI hingewiesen hat. Erstens wurden 45 % der Gebäude vor 1980 gebaut. Hinzu kommt, dass sich fast eine Million Wohnungen in einem schlechten, schlechten oder baufälligen Zustand befinden. Die anderen beiden Probleme, die in dem Plan hervorgehoben werden, sind, dass 40 % der Gebäude mit vier oder mehr Stockwerken keinen Aufzug haben und 75 % der Wohngebäude nicht barrierefrei sind. Zu diesem Zweck wurden sieben Programme ins Leben gerufen, die aus europäischen Fonds finanziert werden.

Energieeffizienz ist das wichtigste Ziel bei diesem Projekt. Nach Angaben der Ministerien für Wohnungsbau und ökologischen Wandel befinden sich 81 % der Gebäude in Spanien in den Buchstaben E, F oder G.

Das Ziel dieses Programms ist klar: Bis 2030 sollen 1,2 Millionen Haushalte energetisch saniert werden. Zu diesem Zweck wollen sie von derzeit 30.000 Aktien pro Jahr auf durchschnittlich 300.000 steigen und bis 2026 voraussichtlich 510.000 erreicht haben.

Neben den Investitionen umfasst der Plan auch mehrere Rechtsreformen, wie z. B. das Wohnungsgesetz, das am 25. Mai 2023 im Staatsanzeiger veröffentlicht und in den Konjunkturplan aufgenommen wurde. Er fordert die Regulierung der Wohnungspolitik als öffentliche Dienstleistung von allgemeinem Interesse, die Abschirmung ihrer sozialen Funktion, die Förderung der Entwicklung stabiler öffentlicher Wohnungsbestände und die Stärkung des Rechts auf menschenwürdigen Wohnraum zu einem erschwinglichen Preis sowie die Gewährleistung von Transparenz, Sicherheit und Information.

Zu den verschiedenen Projekten, die in diesem Plan enthalten sind, gehört die umfassende Sanierung von Gebäuden, für die 1.994 Millionen Euro zur Förderung der Außen- und energetischen Sanierung von Häusern bereitgestellt werden. Diese Maßnahme umfasst Subventionen, Steuervergünstigungen und Garantien, die zur Erhaltung, Sicherheit, Digitalisierung, Verbesserung und Nachhaltigkeit der Immobilien beitragen. Nach Angaben des Ministeriums für Wohnungsbau und städtische Agenda wurden bis April 2024 insgesamt 197.349 Maßnahmen angenommen, von denen 317.509 geprüft werden.

Bild: waeske


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