Der Kalender sagt längst Herbst – und inzwischen zeigt sich die neue Jahreszeit auch beim Wetter. Doch wer Anfang Oktober in Spanien auf dauerhaft kühle Temperaturen, graue Tage und klassische Herbststimmung wartet, dürfte vielerorts enttäuscht werden. Der Herbst 2026 ist da, aber er kommt in Spanien höchst unterschiedlich an.
Während kräftige Regenfälle und Gewitter in mehreren Regionen bereits für ausgesprochen herbstliche Verhältnisse sorgen, bleiben die Temperaturen in anderen Landesteilen ungewöhnlich hoch. Im Guadalquivir-Tal waren zum Oktoberbeginn sogar noch Werte von mehr als 34 Grad möglich.
Damit setzt sich ein Muster fort, das bereits den Übergang vom Sommer geprägt hat: Der Sommer 2026 hielt sich außergewöhnlich lange – und der Herbst beginnt deutlich wärmer, als man es aus früheren Jahrzehnten gewohnt war.
Meteorologisch ist in Spanien bereits seit September Herbst
Aus meteorologischer Sicht ist die Sache eindeutig. Der Herbst umfasst die Monate September, Oktober und November. Astronomisch begann der Herbst auf der Nordhalbkugel dagegen erst im September mit der Tagundnachtgleiche.
Beim tatsächlichen Wetter lässt sich Spanien allerdings kaum über einen Kamm scheren.
Während im Norden des Landes kühlere Luft, Regen und zunehmend herbstliche Bedingungen auftreten können, bleibt es an der Mittelmeerküste und besonders im Süden häufig noch lange warm. Auf den Kanarischen Inseln gelten ohnehin noch einmal andere klimatische Bedingungen.
Gerade Anfang Oktober zeigt sich 2026, wie groß diese Gegensätze sein können.
Regen, Gewitter und trotzdem noch viel Wärme
Der Oktober ist mit Regenfällen in weiten Teilen Spaniens gestartet. Besonders im Mittelmeerraum treten kräftige Schauer und Gewitter auf.
An diesem Samstag sind beispielsweise in der Valencianischen Gemeinschaft örtlich starke bis sehr starke Schauer sowie Gewitter und Hagel möglich. Betroffen sind unter anderem Castellón, Valencia und der Norden der Provinz Alicante.
Gleichzeitig bedeutet Regen aber noch lange nicht, dass Spanien nun flächendeckend in kühles Herbstwetter wechselt.
Die Temperaturen liegen in vielen Gebieten weiterhin auf einem für die Jahreszeit hohen Niveau. Genau diese Kombination aus Wärme, feuchter Luft und Wetterumschwüngen kann den spanischen Herbst besonders wechselhaft erscheinen lassen.
Der Sommer 2026 wollte kaum enden
Der Übergang fällt in diesem Jahr besonders auf, weil Spanien einen außergewöhnlichen Sommer hinter sich hat.
Nach Angaben der staatlichen Wetterbehörde AEMET war der Sommer 2026 der wärmste in Spanien seit mindestens 1869. Sommerliche Bedingungen beschränkten sich zudem nicht nur auf Juni, Juli und August.
Bereits in der zweiten Maihälfte herrschten zeitweise Temperaturen wie im Hochsommer. Anfang September folgte eine weitere Hitzewelle, und auch danach blieben die Temperaturen zeitweise sehr hoch.
AEMET spricht deshalb von sommerlichen Bedingungen, die sich 2026 praktisch über vier Monate erstreckten.
Für viele Menschen in Spanien dürfte sich der Herbst deshalb später angefühlt haben, als es der Kalender vermuten lässt.
Auch der Herbst könnte ungewöhnlich warm werden
Wer nun auf einen schnellen und dauerhaften Temperatursturz wartet, sollte damit nicht unbedingt rechnen.
Die saisonale Prognose von AEMET deutet darauf hin, dass der Herbst 2026 insgesamt wärmer als üblich ausfallen könnte. Für September, Oktober und November wurde landesweit eine Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent für einen überdurchschnittlich warmen Herbst angegeben.
Auch der Blick auf die kommenden Monate zeigt in dieselbe Richtung.
Für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2026 sieht AEMET eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Durchschnittstemperaturen in ganz Spanien im warmen Bereich liegen werden. Im Südwesten der Halbinsel fällt diese Wahrscheinlichkeit etwas geringer aus.
Ein früher Wintereinbruch lässt sich daraus jedenfalls nicht ableiten.
Herbst in Spanien bedeutet nicht automatisch Pulloverwetter
Das spanische Herbstgefühl unterscheidet sich erheblich von dem in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
An der Costa Blanca, Costa del Sol oder auf den Balearen können auch im Oktober noch ausgesprochen milde oder warme Tage auftreten. Gleichzeitig werden die Nächte länger, die Sonne steht tiefer und die Temperaturen sinken insbesondere morgens und nachts.
Im Landesinneren und in höheren Lagen kann der Unterschied zwischen Tag und Nacht wesentlich deutlicher ausfallen. Im Norden Spaniens macht sich der Jahreszeitenwechsel meist früher bemerkbar.
Und gerade an der Mittelmeerküste hat der Herbst noch eine andere Seite: Starkregen und heftige Gewitter gehören zu den typischen Wetterrisiken dieser Jahreszeit.
Also: Ist der Herbst in Spanien nun da?
Ja – aber auf spanische Art.
Meteorologisch hat der Herbst bereits Anfang September begonnen. Anfang Oktober sind inzwischen auch typische Begleiterscheinungen wie Regen, Gewitter und regional sinkende Temperaturen deutlich zu spüren.
Von einem flächendeckenden Ende des warmen Wetters kann jedoch keine Rede sein.
Nach dem außergewöhnlich langen und heißen Sommer 2026 deutet derzeit vieles darauf hin, dass Spanien auch in diesem Herbst noch zahlreiche warme Tage erleben wird. Gleichzeitig nimmt die Wahrscheinlichkeit kräftiger Wetterwechsel und ergiebiger Regenfälle zu.
Der spanische Herbst ist also angekommen – nur der Sommer hat sich noch nicht überall vollständig verabschiedet.
















