Spanien steht an diesem Samstag erneut vor einem ausgesprochen unbeständigen Wettertag. In 15 autonomen Gemeinschaften werden Warnungen wegen Starkregens und Gewittern aktiviert. Besonders kritisch ist die Situation in der Valencianischen Gemeinschaft und in Tarragona, wo sintflutartige Niederschläge und sehr hohe Regenmengen erwartet werden.
Die neue Unwetterlage folgt unmittelbar auf schwere Überschwemmungen in Madrigueras in der Provinz Albacete. Dort kam eine 102 Jahre alte Frau ums Leben. Rund 90 Menschen mussten gerettet werden, nachdem innerhalb des Unwetters 142 Liter Regen pro Quadratmeter registriert worden waren.
#AvisosGC | Severas inundaciones en Madrigueras (#Albacete).
— Guardia Civil (@guardiacivil) October 2, 2026
👮🏻♂️ Las intensas precipitaciones han provocado riadas en vías urbanas e interurbanas. El gran caudal de agua ha anegado calles y ha provocado el arrastre de vehículos.
⚠️ Evita desplazamientos innecesarios y no… pic.twitter.com/NVRl5zxIoo
Besonders heftiger Regen in Castellón und Tarragona
Nach der Prognose der staatlichen Wetterbehörde Aemet sorgen kalte Luft in der Höhe und Feuchtigkeit aus dem Mittelmeer für eine ausgesprochen instabile Wetterlage.
Bereits am frühen Morgen sollen die Schauer und Gewitter des Vortages in der Valencianischen Gemeinschaft und in Tarragona anhalten. Die Niederschläge können sintflutartige Intensität erreichen und örtlich sehr große Wassermengen hinterlassen. Besonders betroffen sind Castellón und Tarragona.
Auch in Madrid und weiteren Gebieten im östlichen Drittel Spaniens sind lokal kräftige Schauer möglich.
Ab Mittag soll die Intensität zunächst nachlassen, während sich die Gewitter in Richtung Küste verlagern. Dort können am Nachmittag erneut heftige Schauer auftreten.
Gewitter und Hagel im Landesinneren
Am Nachmittag steigt auch in zahlreichen Regionen des Landesinneren das Gewitterrisiko. Erwartet werden Schauer, Gewitter und teilweise Hagel.
Kräftige Gewitter sind insbesondere auf beiden Hochebenen, in Aragón und im Iberischen Gebirge möglich. Im Südosten Spaniens und auf den Balearen können die Unwetter besonders heftig ausfallen.
Warnungen gelten unter anderem in Andalusien, Aragón, Asturien, Castilla y León, Castilla-La Mancha, Katalonien, Extremadura und Galicien.
Auch Madrid, Murcia, das Baskenland, La Rioja, die Valencianische Gemeinschaft, die Balearen und Kantabrien sind von Wetterwarnungen betroffen.
In Andalusien gelten Warnungen wegen Regen und Gewittern unter anderem in Almería, Granada, Jaén und Sevilla. In Córdoba und Huelva stehen vor allem Gewitter im Mittelpunkt.
In Aragón sind Teruel und Zaragoza von Regen- und Gewitterwarnungen betroffen, während für Huesca vor Regen gewarnt wird.
Zahlreiche Provinzen von Castilla y León betroffen
In Castilla y León erstrecken sich die Warnungen auf mehrere Provinzen. Genannt werden Ávila, Burgos, León, Palencia, Salamanca, Segovia, Soria und Zamora.
In Castilla-La Mancha betreffen Regen und Gewitter Albacete, Ciudad Real, Guadalajara und Toledo.
In Katalonien stehen Barcelona, Girona und Tarragona wegen Regen und Gewittern im Fokus. Für Lleida besteht eine Regenwarnung.
Auch Extremadura muss sich auf Regen und Gewitter einstellen. In Galicien gelten Gewitterwarnungen für Ourense.
Überschwemmung in Madrigueras fordert Todesopfer
Wie gefährlich die derzeitige Wetterlage werden kann, zeigte sich bereits am Freitag in Madrigueras in der Provinz Albacete.
Dort wurden 142 Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert. Die Wassermassen überschwemmten weite Teile des Ortes und führten zur Aktivierung des regionalen Notfallplans METEOCAM.
Eine 102 Jahre alte Frau starb, nachdem das Wasser in ihrem Haus auf eine Höhe von mehr als einem Meter gestiegen war.
Die Rettungskräfte führten am Nachmittag und in den frühen Nachtstunden rund 90 Rettungseinsätze durch. Betroffen waren vor allem Menschen, die sich in Häusern befanden, in denen sich große Wassermengen angesammelt hatten.
Nach Angaben der Bürgermeisterin María Victoria Leal Utiel begann die Überschwemmung gegen 18 Uhr mit einem heftigen Sturm. Zeitweise stand die gesamte Stadt etwa einen halben Meter unter Wasser.
Die Wassermassen rissen Fahrzeuge mit und schlossen Menschen in Gebäuden ein.
ES-Alert für La Manchuela verschickt
Um 19.36 Uhr wurde eine ES-Alert-Warnung für La Manchuela in Albacete sowie einen Teil der gleichnamigen Region in Cuenca verschickt. Darin wurde der Bevölkerung empfohlen, Fahrten zu vermeiden.
Um 22.15 Uhr wurde der METEOCAM-Plan für Albacete auf Stufe 1 angehoben.
Neben Feuerwehr, Guardia Civil und Rotem Kreuz waren weitere Einsatzkräfte an den Rettungs- und Koordinierungsarbeiten beteiligt. Die Citizen Security Unit der Guardia Civil sollte bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz bleiben. Zusätzlich war der Einsatz eines GEACAM-Teams für Samstagmorgen vorgesehen, um Reinigungs- und Bergungsarbeiten zu unterstützen.
Die Straßen CM-316 und AB-105 wurden wieder geöffnet. Die CM-3222 blieb bei Kilometer 5 gesperrt.
Auch La Palma mit anhaltendem Regen
Auf den Kanarischen Inseln wird vor allem an den Nordhängen mit dichter Bewölkung gerechnet. Auf La Palma sind anhaltende Niederschläge möglich. Gleichzeitig zieht leichter Dunst aus östlicher Richtung auf.
Im Südosten sowie in höheren Lagen im äußersten Norden Spaniens können sich am Morgen Nebel und Nebelbänke bilden.
Die Höchsttemperaturen gehen entlang des Mittelmeerraums und auf den Balearen zurück. In anderen Teilen Spaniens steigen sie dagegen, besonders deutlich im oberen Ebro.
An den Küsten weht mäßiger Wind. An der galicischen Küste kommt er aus Nordosten und kann zeitweise kräftig ausfallen. Auf den Balearen sowie an den Küsten Kantabriens, des Mittelmeers und des Alborán-Meeres dominiert eine östliche Strömung. Auf den Kanaren wehen mäßige Passatwinde.
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