Der große Spanien-Überlebensguide

Der vergangene Winter hat Spanien meteorologisch überrascht – allerdings nicht so, wie viele erwartet hatten. Trotz außergewöhnlich intensiver Regenfälle blieb die Jahreszeit insgesamt deutlich zu warm. Genau dieser Widerspruch steht im Mittelpunkt der aktuellen Klimabilanz der staatlichen Wetterbehörde Aemet. Noch bemerkenswerter: Auch für den bevorstehenden Frühling sehen Meteorologen eine klare Tendenz – und die zeigt erneut nach oben.

Winter 2025/2026 in Spanien: Sehr warm und außergewöhnlich nass

Nach Angaben der Staatlichen Meteorologischen Behörde (Aemet) lag die durchschnittliche Temperatur auf dem spanischen Festland im Winter 2025/2026 bei 7,6 °C. Das entspricht einer Abweichung von +1 °C gegenüber dem Referenzzeitraum 1991–2020.

Damit war der Winter:

  • der neuntwärmste seit Beginn der Messreihe 1961
  • der sechstwärmste Winter des 21. Jahrhunderts

Besonders auffällig: Laut Aemet waren die letzten acht Winter in Spanien durchgehend wärmer als üblich.

Gleichzeitig fiel außergewöhnlich viel Niederschlag. Auf dem spanischen Festland wurden im Zeitraum Dezember bis Februar durchschnittlich 323,2 Millimeter Regen gemessen. Das entspricht 171 % des üblichen Niederschlags.

Auch auf den Inseln lagen die Werte über dem Durchschnitt:

  • Balearen: 214 mm (119 % des Normalwerts)
  • Kanarische Inseln: 15,9 mm (159 % des Normalwerts)

In der historischen Statistik seit 1961 war es damit der achte regenreichste Winter Spaniens und der drittnasseste des 21. Jahrhunderts.

Atlantikstürme sorgten für außergewöhnliche Regenfälle

Der Großteil der Niederschläge entstand durch eine ungewöhnlich aktive Serie von Atlantikstürmen, die vor allem im Januar und Februar über Spanien hinwegzogen.

Nach Angaben von Aemet-Sprecher Rubén del Campo fiel in diesen beiden Monaten mehr als doppelt so viel Regen wie üblich. Insgesamt war der Zeitraum Januar bis Februar 2026 der regenreichste der letzten 47 Jahre.

Besonders extreme Niederschlagsmengen wurden während einzelner Sturmereignisse registriert. Beim Sturm „Leonardo“ am 4. Februar wurden in Grazalema (Provinz Cádiz) nahezu 600 Liter pro Quadratmeter gemessen – ein außergewöhnlich hoher Wert selbst für diese ohnehin regenreiche Region.

Winter ohne offizielle Kältewelle

Trotz mehrerer kalter Episoden – vor allem im Dezember und Januar – wurde laut Aemet keine offizielle Kältewelle registriert.

Der längerfristige Vergleich zeigt eine deutliche Verschiebung:

Zwischen 2021 und 2025 wurden in Spanien laut Aemet

  • 4 Kältewellen mit insgesamt 14 Tagen
  • 15 Hitzewellen mit insgesamt 133 Tagen

verzeichnet.

Damit treten Hitzewellen inzwischen fast viermal so häufig auf wie Kältewellen. Die Anzahl der Hitzewellentage ist sogar nahezu zehnmal höher.

Prognose: Frühling 2026 könnte deutlich wärmer ausfallen

Für das kommende meteorologische Frühjahr (März bis Mai) sieht die saisonale Prognose der Aemet eine klare Tendenz.

Die Wahrscheinlichkeit für Temperaturen über dem Durchschnitt liegt bei:

  • etwa 60 % in großen Teilen der Iberischen Halbinsel
  • rund 70 % auf den Balearen
  • etwa 50 % auf den Kanarischen Inseln und im Südwesten der Halbinsel

Beim Niederschlag ergibt sich dagegen kein eindeutiger Trend. In den meisten Regionen Spaniens liegen die Prognosen im Bereich normaler Schwankungen. Lediglich im Südwesten der Halbinsel sowie auf den Kanaren besteht eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein trockeneres Frühjahr.

Klimatrend setzt sich fort

Die aktuellen Daten bestätigen einen längerfristigen Trend: Selbst ungewöhnlich niederschlagsreiche Winter verändern die Temperaturentwicklung bislang kaum. Spanien erlebt zunehmend mildere Winter und häufigere Hitzeperioden – ein Muster, das sich laut meteorologischen Analysen in den vergangenen Jahren immer stärker verfestigt hat.

Ob der bevorstehende Frühling diese Entwicklung erneut bestätigt, dürfte sich bereits in den kommenden Wochen zeigen.

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