Die staatliche Wetterbehörde Aemet hat für mehrere Regionen Andalusiens die rote Warnstufe ausgerufen. Grund sind außergewöhnlich ungünstige Wetterbedingungen mit anhaltendem Starkregen und sehr heftigen Windböen, die sowohl die Sicherheit als auch die Mobilität erheblich beeinträchtigen können. Besonders betroffen sind weite Teile Südspaniens durch den Durchzug von Sturm Leonardo.
Starkregen, Sturm und Überschwemmungsgefahr
Nach Angaben von Aemet werden sich die intensivsten Niederschläge auf Andalusien konzentrieren. In den Provinzen Cádiz und Málaga könnten sich innerhalb kurzer Zeit mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter ansammeln. Auch in Granada und Jaén werden Niederschlagsmengen von bis zu 150 Litern pro Quadratmeter erwartet. In Kombination mit starken Windböen steigt das Risiko von Überschwemmungen, Erdrutschen und Verkehrsbehinderungen deutlich an.
Parallel dazu werden in anderen Regionen Spaniens weitere Wetterextreme registriert: In Galicien warnt Aemet vor Gewittern mit möglichem Hagel, während der Schneefallgrenzwert im Tagesverlauf ansteigt und in den Bergregionen des Zentrums und Nordens mit ergiebigem Schneefall zu rechnen ist.
ES-Alert: Warnmeldung an 48 Gemeinden versendet
Die Junta de Andalucía reagierte bereits am Dienstag mit präventiven Maßnahmen. Über das ES-Alert-System des Zivilschutzes erhielten die Mobiltelefone in 48 andalusischen Gemeinden eine offizielle Warnmeldung. Der klare Appell der Behörden lautet: äußerste Vorsicht walten lassen und nicht notwendige Reisen vermeiden.
Evakuierungen in der Provinz Cádiz
Aufgrund der akuten Überschwemmungsgefahr wurden in der Provinz Cádiz mehr als 900 Einwohner vorsorglich evakuiert. Betroffen sind unter anderem Jerez de la Frontera, Jimena de la Frontera, San Roque und Algeciras.
Allein in Jerez mussten bereits 150 Menschen ihre Häuser verlassen, weitere Evakuierungen sind im Laufe des Tages vorgesehen. Die betroffenen Wohngebiete liegen in Zonen, die bei Starkregen besonders anfällig für Überflutungen sind.
Unterrichtsausfall und höchste Alarmstufe
Als zusätzliche Schutzmaßnahme wurde der Schulunterricht in fast ganz Andalusien ausgesetzt – mit Ausnahme der Provinz Almería. Die Entscheidung erfolgte aufgrund der aktuellen Prognosen und der hohen Gefahrenlage durch Sturm und Regen.
Ein besonderer Brennpunkt ist die Gemeinde Grazalema in der Sierra de Cádiz. Dort könnten sich laut Aemet zwischen 200 und 250 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden ansammeln. Auch das Ronda-Gebirge und umliegende Straßenabschnitte stehen unter Beobachtung wegen einer als „außergewöhnlich“ eingestuften Gefahrensituation.
Behörden bereiten sich auf Ausnahmelage vor
Der Bürgermeister von Grazalema erklärte, die Gemeinde sei auf extreme Regenfälle vorbereitet. Bereits im Januar seien dort innerhalb einer Woche über 1.200 Liter Niederschlag gefallen – verursacht durch mehrere aufeinanderfolgende Sturmtiefs. Die aktuellen Prognosen lassen erneut auf eine erhebliche Belastungsprobe für Infrastruktur und Bevölkerung schließen.











