Der große Spanien-Überlebensguide

Nach den verheerenden Überschwemmungen an Spaniens Mittelmeerküste entspannt sich die Lage zumindest teilweise. Die Regionalregierung der Valencianischen Gemeinschaft hat die Ausgangsbeschränkungen in 137 der ursprünglich 145 betroffenen Gemeinden aufgehoben. In acht besonders schwer getroffenen Orten müssen die Menschen jedoch weiterhin zu Hause bleiben. Gleichzeitig steigt die Zahl der Todesopfer auf vier. Rund 500 Menschen mussten von den Rettungskräften in Sicherheit gebracht werden.

Die Generalitat Valenciana hat am Montag, dem 19. Oktober 2026, die weitreichenden Ausgangsbeschränkungen infolge des Unwettertiefs DANA Adam größtenteils zurückgenommen. Nach Angaben des regionalen Ministers für Notfälle und Inneres, Juan Carlos Valderrama, ermöglicht die günstigere Entwicklung der Wetterlage eine schrittweise Rückkehr zur Normalität.

Allerdings bleiben die Auswirkungen der außergewöhnlichen Regenfälle in zahlreichen Gemeinden sichtbar. Überflutete Straßen, vollgelaufene Gebäude und über die Ufer getretene Wasserläufe beschäftigen weiterhin die Einsatzkräfte.

Acht Gemeinden in Valencia und Alicante bleiben unter Ausgangsbeschränkungen

Während die Einschränkungen in den meisten betroffenen Gemeinden aufgehoben wurden, gelten sie in acht besonders stark betroffenen Orten weiterhin.

Betroffen sind:

  • Bellreguard (Valencia)
  • Daimús (Valencia)
  • Miramar (Valencia)
  • Oliva (Valencia)
  • Piles (Valencia)
  • Xàbia/Jávea (Alicante)
  • Pego (Alicante)
  • Els Poblets (Alicante)

In diesen Gemeinden dauern die Rettungsmaßnahmen und Arbeiten zur Ableitung der angesammelten Wassermassen an.

Die Behörden fordern die Bevölkerung ausdrücklich auf, die bestehenden Einschränkungen einzuhalten und die Arbeit der Rettungskräfte nicht durch unnötige Fahrten zu behindern.

Vier Todesopfer: Zwei Menschen sterben in Oliva

Die Unwetterkatastrophe hat inzwischen mindestens vier Menschen das Leben gekostet.

Besonders tragisch ist die Situation in der valencianischen Küstenstadt Oliva. Dort entdeckte die spanische Militärische Notfalleinheit UME am Montag die Leiche einer etwa 80 Jahre alten Frau im Zusammenhang mit den Rettungsarbeiten.

Ebenfalls in Oliva wurde ein Mann auf einem Campingplatz tot aufgefunden. Die Stadt gehört zu den am stärksten von den sintflutartigen Regenfällen betroffenen Orten.

Bereits am Samstag war eine Frau in Cabrera de Mar in der Provinz Barcelona ums Leben gekommen. Sie hatte sich in der Nähe eines Wasserlaufs aufgehalten.

Am Sonntag starb zudem eine Frau in Sagunto in der Provinz Valencia, die im Meer gebadet hatte.

Damit erhöht sich die Zahl der im Zusammenhang mit dem Unwetter gemeldeten Todesfälle auf vier.

Rund 500 Rettungseinsätze – Menschen saßen auf Dächern fest

Die dramatischen Auswirkungen der DANA Adam zeigen sich insbesondere an der Zahl der notwendigen Rettungseinsätze.

Nach Angaben des Regierungsdelegierten in der Valencianischen Gemeinschaft haben die verschiedenen Sicherheits- und Rettungskräfte insgesamt rund 500 Menschen gerettet beziehungsweise evakuiert.

Dabei waren mehrere Organisationen gleichzeitig im Einsatz:

EinsatzkräfteGemeldete Rettungen
Guardia Civil226
Militärische Notfalleinheit UMEMehr als 200
Policía NacionalEtwa 25
Gesamtzahl laut BehördenRund 500

Die Einsätze erfolgten sowohl am Boden als auch aus der Luft.

Besonders schwierig gestalteten sich Rettungsaktionen in Wohngebieten, in denen das Wasser teilweise bis zur Brust stand. Zahlreiche Menschen mussten von Hausdächern gerettet werden, nachdem die Wassermassen innerhalb kürzester Zeit Straßen und Gebäude überflutet hatten.

Der Regierungsdelegierte appellierte an die Bevölkerung, die Einsatzkräfte zu unterstützen und in den weiterhin gesperrten Gebieten zu Hause zu bleiben.

430 Liter Regen in nur sechs Stunden: Historische Niederschlagsmengen

Die Intensität des Unwetters wird durch die Messwerte der spanischen Wetterbehörde Aemet deutlich.

Besonders extreme Niederschlagsmengen wurden in Pego in der Provinz Alicante sowie in Oliva und Miramar in der Provinz Valencia registriert.

In Pego wurden innerhalb von nur sechs Stunden nahezu 430 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. In Oliva waren es im gleichen Zeitraum 351 Liter und in Miramar 316 Liter.

Noch eindrucksvoller fällt die Bilanz über einen längeren Zeitraum aus: Innerhalb von 36 Stunden registrierten die Messstationen in Pego insgesamt 632 Liter pro Quadratmeter.

An mehreren Aemet-Messstationen im Süden der Provinz Valencia und im Norden von Alicante wurden innerhalb von 36 Stunden mehr als 500 Liter pro Quadratmeter gemessen. In Teilen der betroffenen Region summierten sich die Niederschläge während des Unwetters sogar auf mehr als 700 Liter.

Aemet-Sprecher Rubén del Campo bezeichnete die Regenmengen als außergewöhnlich.

Balearen weiterhin in Alarmbereitschaft

Während sich das Unwetter im Bereich der Valencianischen Gemeinschaft zunehmend abschwächt, bleibt die Lage auf den Balearen angespannt.

Die Behörden haben für Mallorca, Ibiza und Formentera die rote Notfallstufe wegen extremer Risiken aktiviert. Für Menorca gilt weiterhin die gelbe Warnstufe.

Der Direktor des Notfallkoordinationszentrums 112 sprach angesichts der Entwicklung von einem Tag großer Unsicherheit.

Damit bleibt die DANA Adam auch nach der teilweisen Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen an der spanischen Mittelmeerküste eine erhebliche Gefahr.

Aufräumarbeiten und Rettungseinsätze gehen weiter

Die Entscheidung, die Ausgangsbeschränkungen in 137 Gemeinden aufzuheben, stellt einen wichtigen Schritt bei der Bewältigung der Unwetterkatastrophe dar.

Für die Bewohner der acht weiterhin betroffenen Gemeinden ist die Ausnahmesituation dagegen noch nicht beendet.

Rettungskräfte arbeiten weiterhin daran, eingeschlossene Menschen zu erreichen, Wasser abzupumpen und die Folgen der massiven Überschwemmungen zu beseitigen.

Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, auch nach der Lockerung der Maßnahmen vorsichtig zu bleiben und weiterhin bestehende örtliche Anordnungen zu beachten.

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