Der große Spanien-Überlebensguide

Vier Tage nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela dauern die Rettungsarbeiten unter schwierigsten Bedingungen an. Die Zahl der bestätigten spanischen Todesopfer ist nach aktuellen Angaben des spanischen Außenministeriums auf 17 gestiegen. Zudem gelten 150 spanische Staatsangehörige weiterhin als vermisst. Zwölf weitere Personen befinden sich nach derzeitigen Erkenntnissen noch unter den Trümmern eingestürzter Gebäude.

Im Mittelpunkt der internationalen Rettungsmaßnahmen steht die Suche nach den eingeschlossenen Menschen. Außenminister José Manuel Albares erklärte, sämtliche verfügbaren Informationen seien an die Einsatzkräfte weitergegeben worden. Die schwierige Lage vor Ort sowie eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten erschwerten jedoch die laufenden Sucharbeiten erheblich.

Das Außenministerium hält nach eigenen Angaben alle konsularischen Notfallnummern weiterhin besetzt und ruft spanische Staatsangehörige in Venezuela dazu auf, diese bei Bedarf zu nutzen.

Opferzahl steigt weiter

Nach dem jüngsten offiziellen Stand der venezolanischen Behörden kamen mindestens 1.450 Menschen ums Leben. Mehr als 3.150 Personen wurden verletzt. Gleichzeitig wächst die Sorge um zahlreiche Vermisste.

Nach Angaben des Präsidenten der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, wurden insgesamt 774 Gebäude durch die beiden starken Erdbeben und die anhaltenden Nachbeben beschädigt oder zerstört.

Schäden in Milliardenhöhe

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) beziffert die wirtschaftlichen Schäden auf rund 6,7 Milliarden US-Dollar. Betroffen sind Wohnhäuser, Unternehmen, Fahrzeuge sowie öffentliche Infrastruktur.

Die internationalen Hilfsmaßnahmen wurden am Wochenende weiter ausgeweitet. Venezuela wird inzwischen von 2.624 Rettungskräften aus 24 Ländern unterstützt. Zum Einsatz kommen außerdem 137 Suchhunde, 49 Spezialfahrzeuge sowie rund 84,8 Tonnen medizinisches Material, Ausrüstung und Hilfsgüter.

Hoffnung auf weitere Überlebende

Jede Stunde bleibt entscheidend. Nach Angaben der venezolanischen Regierung konnten bislang 33 Menschen mit Lebenszeichen unter den Trümmern geortet werden.

An den Rettungsarbeiten beteiligen sich auch Spezialisten der spanischen Militärischen Notfalleinheit (UME) sowie Einsatzkräfte des Notfallteams ERICAM aus der Autonomen Gemeinschaft Madrid. Ihnen gelang es bereits, mehrere Verschüttete lebend zu bergen. Weitere spanische Katastrophenschutz- und Koordinationsteams trafen am Wochenende mit einem von Repsol gecharterten Flugzeug in Venezuela ein.

Erste Rückkehrer in Spanien eingetroffen

Unterdessen landete auf dem Luftwaffenstützpunkt Torrejón de Ardoz bei Madrid ein erstes Evakuierungsflugzeug mit 96 aus Venezuela ausgeflogenen Menschen aus acht verschiedenen Nationalitäten. Darunter befanden sich 76 spanische Staatsangehörige.

Das eingesetzte Airbus-A330-Flugzeug der spanischen Luftwaffe hatte zuvor Rettungskräfte, Ingenieure, Hundestaffeln und ERICAM-Spezialisten nach Venezuela gebracht. Das spanische Verteidigungsministerium würdigte den Einsatz der Helfer und betonte, trotz aller Risiken bestehe weiterhin Hoffnung, weitere Überlebende zu finden und den Betroffenen zu helfen.

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