Der große Spanien-Überlebensguide

Der Traum vom Eigenheim rückt für viele Menschen in Spanien erneut ein Stück weiter in die Ferne: Die Immobilienpreise steigen deutlich schneller als erwartet – und das trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten. Besonders betroffen sind Regionen mit hoher Nachfrage, Tourismus und starken Arbeitsmärkten. Neue Daten zeigen jetzt, wie drastisch sich der Markt verändert.

Immobilienpreise steigen um 14,3 % im Jahresvergleich

Im ersten Quartal des Jahres sind die Preise für Wohnimmobilien in Spanien laut der Bewertungsgesellschaft Tinsa um 14,3 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Inflationsbereinigt entspricht das einem realen Wachstum von 11,8 %, wodurch der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei 1.987 Euro liegt.

Auch im Quartalsvergleich zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend: Die Preise legten um 3,2 % zu. Besonders stark steigen die Werte in Regionen mit hoher wirtschaftlicher Aktivität sowie in beliebten Tourismusgebieten.

Langfristige Entwicklung: Noch unter dem Boom von 2007

Trotz der aktuellen Dynamik liegen die Preise weiterhin unter den Höchstständen der Immobilienblase rund um die Immobilienblase 2007 in Spanien. Aktuell sind sie nominal etwa 4,5 % niedriger als damals.

Seit dem Tiefpunkt nach der Krise im Jahr 2015 hat sich der Markt jedoch stark erholt:

  • +68 % nominales Wachstum
  • +32 % real (inflationsbereinigt)

Dennoch liegen die realen Preise weiterhin rund 34 % unter dem Niveau von 2007.

Diese Regionen verzeichnen die stärksten Preisanstiege

Die Preisentwicklung fällt regional sehr unterschiedlich aus. Besonders starke Zuwächse gab es in:

  • Gemeinschaft Madrid: +19,2 %
  • Valencianische Gemeinschaft: +19,1 %
  • Castilla-La Mancha: +18,8 %
  • Kanarische Inseln: +17,8 %
  • Kantabrien: +16,2 %
  • Murcia: +16 %
  • Balearische Inseln: +15,5 %

Auffällig: In Regionen wie den Balearen, Madrid und den Kanaren wurden die Höchstwerte aus 2007 bereits wieder überschritten – zumindest nominal.

Alicante unter den Spitzenreitern beim Wachstum

Auf Provinzebene gehört Alicante mit einem Preisanstieg von 18,3 % zu den dynamischsten Märkten Spaniens. Noch stärker wachsen:

  • Toledo: +23,2 %
  • Albacete: +19,6 %
  • Madrid: +19,2 %
  • Santa Cruz de Tenerife: +19 %
  • Castellón: +18 %

Einzige Ausnahme: Zamora mit einem Rückgang von 3,8 %.

Großstädte bleiben teuer – San Sebastián an der Spitze

Die höchsten Quadratmeterpreise finden sich weiterhin in den großen Städten:

  • San Sebastián: 4.975 €/m²
  • Madrid: 4.600 €/m²
  • Barcelona: 4.417 €/m²

Insgesamt verzeichnen 30 Städte Preissteigerungen von über 10 % im Jahresvergleich.

Wohnkosten belasten Haushalte zunehmend

Die sogenannte „Anstrengungsquote“ – also der Anteil des Einkommens, der für Wohnen aufgewendet wird – liegt im Schnitt bei 33,9 %. In besonders teuren Regionen steigt sie jedoch deutlich:

  • Balearen: 54 %
  • Madrid: 49 %

Damit nähert sich die Belastung kritischen Grenzen, insbesondere für Durchschnittsverdiener.

Unsicherheit durch geopolitische Spannungen

Zusätzliche Unsicherheit bringt der anhaltende Konflikt im Nahen Osten. Laut Tinsa könnten steigende Energiepreise, Inflation und höhere Zinsen die Immobilienpreise weiter beeinflussen.

Zwar bleibt die Nachfrage nach Wohnraum stabil, doch:

  • steigende Hypothekenkosten
  • sinkende Kaufkraft
  • geopolitische Risiken

könnten den Zugang zu Wohneigentum weiter erschweren.

Ausblick: Preise könnten weiter steigen

Experten sehen insbesondere im Neubausektor weiteres Aufwärtspotenzial. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass sich die Schere zwischen Einkommen und Immobilienpreisen weiter öffnet.

Für viele Haushalte bedeutet das: Eigentum bleibt ein langfristig schwieriges Ziel.

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