Torrijas: Herkunft, Geschichte und Rezept für das traditionellste spanische Osterdessert

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Torrijas: Herkunft, Geschichte und Rezept für das traditionellste spanische Osterdessert
ID 33680795 © Irantzu Arbaizagoitia | Dreamstime.com

Die Karwoche in Spanien ist nicht nur von feierlichen Prozessionen und religiösen Wagen auf den Straßen geprägt, sondern auch von einer reichen gastronomischen Tradition. Eines der emblematischsten Desserts dieser Zeit ist ohne Zweifel die Torrija. Diese schlichte, aber köstliche Delikatesse hat die Zeit überdauert und die Gaumen aller Generationen erobert.

Obwohl viele die Torrija ausschließlich mit der spanischen Tradition verbinden, könnte ihr Ursprung bis ins antike Rom zurückreichen. Bereits die Römer, die für ihre Vorliebe für gutes Essen bekannt waren, bereiteten ein ähnliches Rezept zu, bei dem Brot in Milch und Honig getaucht und dann gebraten wurde. Der Gastronom Apicius beschreibt in seinem Rezeptbuch ein Gericht, das der heutigen Torrija erstaunlich ähnelt.

Jahrhundertelang galten Torrijas als Nahrung für die Armen. Ihre einfache Zubereitung und die Verfügbarkeit grundlegender Zutaten wie altbackenem Brot, Milch und Eiern machten sie zu einer erschwinglichen und nahrhaften Option. Ihre Beliebtheit wuchs insbesondere in Zeiten der Knappheit, als kulinarischer Einfallsreichtum gefragt war, um das Beste aus jedem Lebensmittel herauszuholen.

Die Verbindung der Torrija mit der Karwoche ist kein Zufall. Während der Fastenzeit verbot die katholische Kirche den Verzehr von Fleisch, was die Suche nach sättigenden und kalorienreichen Alternativen zur Folge hatte. French Toast, hergestellt aus einfachen Zutaten und mit einem hohen Nährwert, wurde zu einer idealen Ressource, um die Fasten- und Abstinenzphasen zu bewältigen.

Von der Religion zu Madrids Tavernen
Im Laufe der Zeit verlor die Torrija einen Teil ihrer religiösen Symbolik und gewann in anderen Bereichen an Bedeutung. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurden sie in Madrider Tavernen serviert, wo ihr Verzehr zu einem Glas Süßwein populär wurde. Diese Kombination war so erfolgreich, dass sie bald zu einer weiteren Tradition in der spanischen Hauptstadt avancierte.

Obwohl Torrijas ein unverkennbares Symbol der spanischen Karwoche sind, existieren in anderen Ländern ähnliche Versionen dieses Desserts. In Frankreich finden wir beispielsweise pain perdu, während sie in Portugal als Rabanadas bekannt sind. In den Vereinigten Staaten entspricht der berühmte French Toast demselben Konzept: Brotscheiben, die in Milch und Ei eingeweicht, dann frittiert und gesüßt werden.

Heute ist die Torrija nach wie vor ein Klassiker der spanischen Pâtisserie, hat sich jedoch mit innovativen Variationen weiterentwickelt. Viele Köche haben das traditionelle Rezept neu interpretiert und Zutaten wie Schokolade, Früchte, Karamell und sogar herzhafte Optionen integriert. Die klassische Variante, mit ihrer charakteristischen weichen Textur im Inneren und knusprigen Außenseite, bleibt jedoch der Favorit der Puristen.

Die beste Torrija in Madrid
Obwohl viele spanische Haushalte das traditionelle Rezept weiterhin zubereiten, gibt es Restaurants, die die Torrija auf ein neues Niveau gehoben haben. Ein herausragendes Beispiel ist die Bodega de los Secretos im Herzen Madrids. Dieses Restaurant, das sich in Kellern aus dem siebzehnten Jahrhundert befindet, bietet eine der besten Torrijas der Stadt an. Sie wird nach dem klassischen Rezept zubereitet, jedoch mit einem Hauch von Eleganz. Begleitet von einem guten Süßwein wird die Verkostung zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Von ihren römischen Ursprüngen bis hin zu ihrer Neuerfindung in der Haute Cuisine hat die Torrija es verstanden, sich an die Zeit anzupassen, ohne ihre Essenz zu verlieren. Ob als Teil der religiösen Tradition, als Leckerbissen in einer Taverne oder als Feinkost in einem renommierten Restaurant – diese Süßigkeit erobert weiterhin die Herzen und Gaumen. Und zu Ostern darf sie auf keinem spanischen Tisch fehlen.

Traditionelles Torrijas Rezept

Zutaten:

  • 1 altbackenes Baguette oder spezielles Torrijas-Brot (ca. 1-2 Tage alt)
  • 1 Liter Vollmilch
  • 100 g Zucker (plus mehr zum Bestreuen)
  • 1 Zimtstange
  • Schale einer halben Zitrone (optional)
  • 2 große Eier
  • Pflanzenöl oder Olivenöl zum Frittieren
  • Gemahlener Zimt zum Bestreuen

Zubereitung:

  1. Milch aromatisieren: In einem Topf die Milch, 100 g Zucker, die Zimtstange und die Zitronenschale (falls verwendet) bei mittlerer Hitze erwärmen. Nicht kochen lassen! Rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Die Aromen sollten gut in die Milch ziehen.
  2. Brot vorbereiten: Das altbackene Baguette in etwa 2-3 cm dicke Scheiben schneiden.
  3. Brot einweichen: Die abgekühlte, aromatisierte Milch durch ein feines Sieb gießen, um die Zimtstange und die Zitronenschale zu entfernen. Die Brotscheiben in eine flache Form legen und die warme (nicht heiße) Milch gleichmäßig darüber gießen. Die Brotscheiben sollten die Milch gut aufsaugen. Je nach Trockenheit des Brotes kann dies 10-20 Minuten dauern. Wenden Sie die Brotscheiben nach der Hälfte der Zeit, um sicherzustellen, dass beide Seiten gut durchtränkt sind.
  4. Eier verquirlen: In einer flachen Schüssel die Eier mit einer Gabel oder einem Schneebesen verquirlen.
  5. Torrijas panieren: Nehmen Sie die eingeweichten Brotscheiben vorsichtig aus der Milch (sie sollten weich, aber nicht zerfallen sein) und tunken Sie sie nacheinander in die verquirlten Eier, sodass beide Seiten bedeckt sind.
  6. Torrijas frittieren: Erhitzen Sie ausreichend Öl in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze. Das Öl sollte heiß genug sein, damit die Torrijas goldbraun werden, aber nicht so heiß, dass sie verbrennen.
  7. Ausbacken: Legen Sie die panierten Brotscheiben vorsichtig in das heiße Öl. Braten Sie sie von beiden Seiten goldbraun und knusprig an (ca. 2-3 Minuten pro Seite). Achten Sie darauf, die Pfanne nicht zu überfüllen. Arbeiten Sie in Chargen, falls nötig.
  8. Abtropfen lassen: Nehmen Sie die fertigen Torrijas mit einem Schaumlöffel aus der Pfanne und legen Sie sie auf Küchenpapier, um überschüssiges Öl abzutropfen.
  9. Bestreuen: Während die Torrijas noch warm sind, bestreuen Sie sie großzügig mit einer Mischung aus Zucker und gemahlenem Zimt.

Servieren:

Servieren Sie die Torrijas warm oder bei Raumtemperatur. Sie sind ein köstliches Dessert oder ein süßer Snack.

Tipps und Variationen:

  • Brot: Verwenden Sie am besten ein etwas festeres Brot, das die Milch gut aufsaugen kann, ohne zu zerfallen. Spezielles Torrijas-Brot ist in Spanien während der Semana Santa erhältlich.
  • Süße Weinvariante: Sie können einen Schuss süßen Wein (z.B. Sherry oder Moscatel) zur Milch hinzufügen, um den Geschmack zu intensivieren.
  • Honig statt Zucker: Einige Rezepte verwenden Honig anstelle von Zucker zum Bestreuen oder sogar in der Milchmischung.
  • Orangenschale: Anstelle von Zitrone kann auch Orangenschale verwendet werden.
  • Vanille: Ein Teelöffel Vanilleextrakt kann der Milchmischung für zusätzlichen Geschmack hinzugefügt werden.

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