Tierschutz Spanien e.V. startet Petition gegen den Missbrauch spanischer Jagdhunde

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Jedes Jahr im Oktober startet in Spanien offiziell die Jagdsaison, bei der Galgos und andere Hunderassen zur Jagd missbraucht werden. Das elende Leben dieser Tiere gipfelt in akuter Not, wenn die Saison am 1. Februar endet. Jagduntaugliche Hunde werden aussortiert und die Tierheime vor Ort überschwemmt mit ausgemergelten, verletzten und misshandelten Galgos.

Während Haustiere gesetzlich geschützt sind, gelten diese Regelungen für Galgos und andere sogenannte Gebrauchshunde aktuell nicht. Wir fordern gesetzliche Regelungen, die alle Hunde gleich behandeln und umfassend vor Ausbeutung und Leid schützen!

Ausbeutung und Leid aus Tradition

In Spanien gilt die Hasenjagd mit Galgos immer noch als Volkssport. Offizielle Wettkämpfe, Zuchttiere und hohe Geldsummen machen die Galgos zu einem profitablen Wirtschaftsfaktor unter dem Deckmantel der Tradition.

Wer glaubt, das Leid der spanischen Galgos beginne erst mit dem Tag ihrer Entsorgung, der irrt. Für die Jäger sind die Windhunde allein Jagdausrüstung und werden entsprechend behandelt. Um die Unterhaltskosten gering zu halten, mangelt es an Futter, Wasser und einer artgerechten Unterbringung. Abgelegen werden sie in dunklen Verschlägen gehalten. Viele der Hunde werden misshandelt, bei der Abrichtung gequält und bei der Jagd ausgebeutet.

Aufklärung zeigt Wirkung

In kleinen Schritten zeigt die langjährige Aufklärungsarbeit für bessere Lebens- und Haltungsbedingungen der Galgos Wirkung. Viele spanische Tierschützer:innen setzen sich in ihrem Land für das Wohl der Hunde ein. Unterstützt werden sie von Tierfreund:innen aus ganz Europa. Ihnen ist zu verdanken, dass Schritt für Schritt ein Umdenken stattfindet.

Laut Tierschutzorganisationen verläuft das Entsorgen der ausgedienten Jagdhunde nun nicht mehr so grausam wie vor ein paar Jahren: Die Tiere werden häufiger in Tierheimen abgegeben und seltener getötet. Dennoch bleibt es dringend erforderlich, dass die spanische Regierung einen gesetzlichen Rahmen schafft, der Jagdhunde wie Galgos schützt.

Neuer Gesetzesentwurf bringt keine Besserung

Erst kürzlich bestand die Chance, dass sich die gesetzliche Lage zu Gunsten der Galgos und anderen Jagdhunde ändert. Der ursprüngliche Gesetzesentwurf zu einem einheitlichen, nationalen Tierschutzgesetz in Spanien sollte Gebrauchshunde mit Haustieren gleichsetzen.

Nach langen Verhandlungen und großen Protesten der Jagdlobby, war im Dezember 2022 klar, dass auch das geplante Tierschutzgesetz Galgos keinen Schutz gewähren wird. Die unzureichende Gesetzeslage begünstigt weiterhin die Ausbeutung der Windhunde und bestärkt die Jäger:innen in Spanien an dieser grausamen Tradition festzuhalten.

Mehr Informationen zu den aktuellen Geschehnissen rund um das Tierschutzgesetz und unserem angeschlossenen Protest findest du in unserem Magazin: Zum Beitrag

Tierschutz einen festen Platz in der Gesellschaft geben

Es ist enorm wichtig, dass in Spanien eine Änderung auf politischer und gesellschaftlicher Ebene stattfindet. Das Thema Tierschutz hat in der Politik oftmals einen geringen Stellenwert. Häufig findet es kaum Beachtung und steht ganz unten auf der Tagesordnung. Abhilfe können nationale und internationale Standards und Regelungen schaffen. Wir von VETO fordern mit unserer aktuellen Petition von der spanischen Regierung eine Gesetzesänderung zum Schutz von Galgos und anderen zur Jagd eingesetzten Hunden.

Gib auch du Galgos jetzt deine Stimme und unterzeichne unsere Petition, um das Leid der Vierbeiner zu beenden!

Hier geht’s zur Petition: https://www.veto-tierschutz.de/petition/deine-stimme-fuer-galgos/

Bild und Text: Tierschutz Spanien e.V.


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