Strompreis in Spanien: Trotz Hitzewelle günstigster August seit 2020

1
Strom Spanien Negativ

Die intensive und anhaltende Hitzewelle, die Spanien im August fest im Griff hatte, führte überraschenderweise nicht zu einer Explosion der Strompreise. Im Gegenteil: Der Großhandelspreis für Strom blieb auf dem Niveau des Vormonats Juli und bescherte dem Land den preiswertesten August seit dem Jahr 2020. Dieses Phänomen unterstreicht die wachsende Bedeutung der erneuerbaren Energien für die Preisstabilität auf der Iberischen Halbinsel.

Historisch niedrige Stromkosten trotzen der Sommerhitze

Im Durchschnitt kostete eine Megawattstunde (MWh) im August 68,45 Euro. Ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat, als der Preis bei 91,05 Euro lag. Damals trieb vor allem der hohe Erdgaspreis, der für den Betrieb von Gaskombikraftwerken entscheidend ist, die Kosten in die Höhe.

Ein Blick auf die vergangenen Jahre macht die aktuelle Entwicklung noch bemerkenswerter:

  • 2023: 96,04 Euro/MWh
  • 2022: 308,6 Euro/MWh (Höhepunkt der Energiekrise nach der russischen Invasion in der Ukraine)
  • 2021: 105,94 Euro/MWh

Normalerweise führen die Sommermonate aufgrund geringerer Wind- und Wasserkraftproduktion zu einem verstärkten Einsatz von teurerem Erdgas. Gepaart mit einem erhöhten Strombedarf durch Klimaanlagen und Tourismus, resultiert dies typischerweise in steigenden Preisen. Dies erklärt, warum der August teurer war als die Frühlingsmonate – im Mai lag der Preis bei nur 16,9 Euro/MWh und im April bei 26,81 Euro/MWh.

Erneuerbare Energien als entscheidender Preisfaktor

In diesem Sommer trat der erwartete Preisanstieg jedoch nicht ein. Der Grund dafür ist der massive Beitrag von Photovoltaik und Windkraft am Energiemix. Trotz des hitzebedingt hohen Verbrauchs konnten die erneuerbaren Energien die Nachfrage zu einem großen Teil decken und so den Einsatz teurerer Energiequellen verhindern.

Die Preisspanne im August war entsprechend moderat. Nur an einem einzigen Tag, dem 13. August, überschritt der Preis die 100-Euro-Marke und erreichte 101,2 Euro. Das Minimum wurde am 3. August mit nur 29,88 Euro verzeichnet. Der Monat schloss mit einem ebenfalls niedrigen Wert von 37,3 Euro.

Stabilität für Verbraucher und technischer Ausblick

Quellen aus dem Ministerium für den ökologischen Wandel (Miteco) bestätigen, dass die Preise für Haushalte im regulierten Tarif (PVPC) stabil geblieben sind. Verbraucher auf dem freien Markt mit festen Jahrespreisen spüren von den Schwankungen ohnehin nichts.

Die Regierung weist darauf hin, dass nach einem Stromausfall am 28. April eine technische Beschränkung aktiviert wurde, die sich geringfügig auf die Verbraucher auswirkt. Diese Maßnahme, so betont Miteco, soll jedoch vollständig entfallen, sobald der Netzbetreiber Red Eléctrica über fortschrittlichere Technologien zur Spannungsregelung verfügt. Dies wird die Notwendigkeit, auf teurere Technologien zurückzugreifen, weiter reduzieren und die Preise langfristig stabilisieren.


Du möchtest immer die neuesten Nachrichten aus Spanien?
Abonniere unseren Newsletter