Die steigenden Energiepreise, geopolitische Spannungen und die Rücknahme von Krisenmaßnahmen belasten spanische Unternehmen zunehmend. Eine Umfrage der Bank von Spanien (BdE) zeigt, dass der Anteil der Nicht-Finanzunternehmen, die in den nächsten zwölf Monaten Preiserhöhungen planen, im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal um sechs Prozentpunkte auf 58% gestiegen ist. Ähnliche Werte zeigen sich in Industrie und Dienstleistungssektor.
Laut der Umfrage zur Unternehmenstätigkeit (EBAE) der BdE erwarten 70,2% der befragten Unternehmen innerhalb eines Jahres höhere Kosten – ein Anstieg um 3,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal. Über die Hälfte (50,3%) der Unternehmen gibt negative Auswirkungen der steigenden Energiepreise an, ein Anstieg um mehr als acht Prozentpunkte im Vergleich zum Vorquartal. Dieser Effekt ist branchenübergreifend spürbar, besonders stark jedoch in Industrie und Handel.
Neben den Energiekosten bereitet den Unternehmen auch der Anstieg der Lohnkosten durch die Erhöhung des Mindestlohns (SMI) Sorgen. Erstmals erhob die BdE Daten zu den Auswirkungen des SMI. 32% der Unternehmen berichten von sinkenden Margen, 26% geben an, die SMI-Erhöhung bereits an die Kunden weitergegeben zu haben. Die Auswirkungen auf die Beschäftigung scheinen geringer: Nur 20% der Unternehmen berichten von weniger Neueinstellungen und 10,1% von Entlassungen.
Die anhaltende wirtschaftspolitische Unsicherheit beeinflusst weiterhin 51% der Unternehmen und bleibt damit der wichtigste Belastungsfaktor. Besonders betroffen sind Industrie (61%) und Handel (60%), während Dienstleistungen wie freie Berufe (41%) und Freizeitbranche (36%) weniger stark betroffen sind. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Unternehmen, die durch steigende Finanzierungskosten belastet werden, da die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen niedrig hält und Kredite günstiger werden.
Ein weiteres Problem ist der Fachkräftemangel. Fast 46% der Unternehmen haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen, besonders in Landwirtschaft, Gastgewerbe und Baugewerbe.
Trotz der Herausforderungen sehen die Unternehmen ihre Umsatzsituation im ersten Quartal 2025 stabil und erwarten für das zweite Quartal eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
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