Wer in Spanien mit einem Hund, einer Katze oder einem anderen Haustier lebt, sollte auch für den Fall vorsorgen, dass er sich plötzlich nicht mehr selbst um das Tier kümmern kann. Ein Unfall, eine unerwartete Erkrankung oder ein Krankenhausaufenthalt kann dazu führen, dass ein Haustier stunden- oder sogar tagelang allein in der Wohnung bleibt – während Helfer möglicherweise gar nicht wissen, dass dort ein Tier wartet.
Eine einfache Notfallkarte im Portemonnaie kann dieses Problem zumindest teilweise lösen. Sie informiert darüber, dass sich zu Hause in Spanien Tiere befinden, die versorgt werden müssen, und nennt eine Person, die im Ernstfall kontaktiert werden kann.
Gerade für Deutsche, Österreicher und Schweizer, die dauerhaft oder für längere Zeit in Spanien leben, kann eine solche Vorsorge sinnvoll sein. Familie und enge Freunde befinden sich schließlich nicht zwangsläufig ebenfalls in Spanien.
Was ist eine Notfallkarte für Haustiere?
Die Idee ist denkbar einfach: Eine Karte ungefähr im Format einer Bankkarte wird zusammen mit den persönlichen Dokumenten in der Brieftasche getragen.
Kann der Tierhalter nach einem Unfall oder aufgrund einer Erkrankung nicht selbst kommunizieren, weist die Karte darauf hin, dass zu Hause ein Hund, eine Katze oder ein anderes Tier auf Versorgung angewiesen sein könnte.
Auf der Karte können die Anzahl und Art der Tiere sowie Name und Telefonnummer einer Vertrauensperson vermerkt werden. Auch der Kontakt zum Tierarzt oder besonders wichtige Hinweise zur Versorgung können aufgenommen werden.
Die Karte soll dabei vor allem eines erreichen: Jemand muss erkennen können, dass Tiere betroffen sind und wer informiert werden soll.
In Spanien ist ein Kontakt vor Ort besonders wichtig
Wer als Ausländer in Spanien lebt, sollte bei der Auswahl seines Notfallkontakts vor allem auf dessen tatsächliche Erreichbarkeit achten.
Eine Kontaktperson in Deutschland hilft nur eingeschränkt, wenn kurzfristig jemand die Wohnung in Spanien betreten, einen Hund ausführen, eine Katze füttern oder Medikamente verabreichen muss.
Sinnvoll ist deshalb eine Vertrauensperson vor Ort, die weiß, was im Ernstfall zu tun ist. Das kann beispielsweise ein Freund, Nachbar oder eine andere vertraute Person sein.
Mit dieser Person sollte vorher abgesprochen werden, wo sich Schlüssel, Futter, Medikamente, Transportboxen sowie wichtige Unterlagen des Tieres befinden.
Spanisch auf der Karte kann im Ernstfall helfen
Bei einer Notfallkarte in Spanien bietet es sich an, die entscheidende Information zumindest zusätzlich auf Spanisch anzugeben. Dadurch kann die Botschaft unmittelbar verstanden werden.
Eine kurze Formulierung könnte beispielsweise lauten:
„Tengo animales solos en casa.“
– Ich habe Tiere allein zu Hause.
Dazu können Anzahl und Art der Tiere sowie der Name und die Telefonnummer der Kontaktperson angegeben werden.
Auch hier gilt: Die Karte muss keine vollständige Dokumentation über das Haustier enthalten. Entscheidend ist, dass andere Personen erkennen können, dass Tiere versorgt werden müssen und wen sie kontaktieren sollen.
Zusätzlich einen Hinweis an Wohnung oder Haus anbringen
Neben der Karte im Portemonnaie kann ein zweiter Hinweis direkt am Zuhause sinnvoll sein.
Ein von außen sichtbarer Aufkleber oder eine entsprechende Karte kann darauf aufmerksam machen, dass sich Tiere im Haus oder in der Wohnung befinden. Das kann beispielsweise bei einem Brand oder einer Evakuierung relevant werden.
Die Information sollte möglichst knapp gehalten werden und auf einen Blick erkennen lassen, wie viele Hunde, Katzen oder andere Tiere sich dort befinden.
Auch hier kann in Spanien eine spanische Formulierung verwendet werden, beispielsweise:
„En caso de emergencia: hay animales en esta vivienda.“
– Im Notfall: In dieser Wohnung befinden sich Tiere.
Ein solcher Hinweis ist keine Garantie dafür, dass ein Tier im Notfall gefunden oder gerettet wird. Er stellt lediglich eine zusätzliche Information für Personen dar, die mit dem Notfall befasst sind.
Was sollte auf der Notfallkarte stehen?
Für Tierhalter in Spanien können insbesondere folgende Angaben sinnvoll sein:
- Hinweis auf Tiere zu Hause auf Deutsch und Spanisch
- Anzahl und Art der Tiere
- Name einer Vertrauensperson in Spanien
- spanische oder anderweitig erreichbare Telefonnummer
- möglichst ein zweiter Notfallkontakt
- bei Bedarf Kontaktdaten des Tierarztes
- besonders wichtige Hinweise zur Versorgung
Umfangreiche persönliche Informationen oder die vollständige Krankengeschichte des Tieres müssen dagegen nicht auf einer Karte stehen, deren wichtigste Aufgabe darin besteht, auf die Tiere aufmerksam zu machen.

Besonders für Auswanderer sollte der Plan über die Karte hinausgehen
Eine Notfallkarte allein löst das eigentliche Problem nicht. Sie funktioniert am besten als Bestandteil eines vorher festgelegten Betreuungsplans.
Das ist gerade für Menschen wichtig, die in Spanien leben, während sich Angehörige weiterhin in Deutschland, Österreich oder der Schweiz befinden.
Mindestens eine Person vor Ort sollte deshalb wissen, wie sie im Notfall Zugang zur Wohnung erhält und wo Futter, Medikamente, Leinen, Transportboxen und wichtige Dokumente aufbewahrt werden.
Auch der übliche Tierarzt kann in den persönlichen Notfallunterlagen vermerkt werden.
Daten regelmäßig überprüfen
Die Angaben auf der Karte sollten aktuell gehalten werden. Ändert sich die Telefonnummer des Notfallkontakts, zieht eine Vertrauensperson weg oder kommt ein weiteres Haustier hinzu, muss die Karte entsprechend angepasst werden.
Dasselbe gilt für einen Hinweis an der Wohnung oder am Haus.
Mit wenigen Minuten Vorbereitung lässt sich damit ein Problem vermeiden, das besonders bei alleinlebenden Tierhaltern in Spanien schnell ernst werden kann: Niemand weiß, dass zu Hause ein Hund, eine Katze oder ein anderes Tier auf seinen Besitzer wartet.
Eine kleine Karte im Portemonnaie und ein vorher abgesprochener Kontakt vor Ort können dafür sorgen, dass diese Information im entscheidenden Moment verfügbar ist.
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