Am Ceuta-Tag am 2. September finden in ganz Spanien mehr als 700 Kundgebungen zur Unterstützung der autonomen Stadt Ceuta statt. Hintergrund ist die Krise nach der massiven Einreise von mehr als 70.000 Einwanderern Ende Juli. Mit den Veranstaltungen soll nach Angaben der Organisatoren Solidarität mit der Stadt gezeigt und die Rückkehr zur Normalität gefordert werden.
Die Kundgebungen werden von Stadträten, Bürgerorganisationen und Einwohnern aus verschiedenen Teilen Spaniens getragen. Die Bürgerinitiative PorCeuta rief dazu auf, sich friedlich zu versammeln, die Koexistenz zu verteidigen und die Unterstützung für Ceuta sichtbar zu machen. Nach Angaben der Initiative verfolgen die Veranstaltungen keine politische Absicht.
Unterstützung erhielt der Aufruf auch von der Spanischen Föderation der Gemeinden und Provinzen (FEMP), die Bürger dazu aufgerufen hat, sich um 20.00 Uhr vor den Rathäusern zu versammeln.
Sozialistische Bürgermeister widersetzen sich Parteilinie
Nach Angaben der Organisatoren wollen rund 50 sozialistische Bürgermeister an den Kundgebungen teilnehmen oder eigene Veranstaltungen durchführen. Damit stellen sie sich gegen die Anweisung der Parteiführung der PSOE, sich nicht an den Demonstrationen zu beteiligen, da diese als Mobilisierung gegen die spanische Regierung bewertet würden.
Die beteiligten Bürgermeister stammen aus Andalusien, Extremadura, der Valencianischen Gemeinschaft, der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Kastilien-La Mancha, Asturien, Kantabrien und Murcia.
PP und Vox kündigen Teilnahme an
Auch Vertreter der Oppositionsparteien haben ihre Teilnahme angekündigt. Der Vorsitzende der Volkspartei (PP), Alberto Núñez Feijóo, will an der von der FEMP auf der Plaza de Cibeles in Madrid organisierten Kundgebung teilnehmen. Begleitet wird er unter anderem von der Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Isabel Díaz Ayuso, sowie dem Madrider Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida.
Weitere Mitglieder der Parteiführung werden an Veranstaltungen in anderen Regionen teilnehmen. So wird Generalsekretär Miguel Tellado in Toledo erwartet, während der stellvertretende Finanzverantwortliche Juan Bravo nach Ceuta reist.
Die PP kritisierte nach eigenen Angaben einen „Boykott“ durch die PSOE und verwies auf Einschränkungen bei Veranstaltungen in mehreren Städten. Die Regierungsdelegation in Madrid erklärte dagegen, dass die dortige Veranstaltung als institutioneller Akt und nicht als Demonstration eingestuft werde.
Auch Vox wird vertreten sein. Parteichef Santiago Abascal kündigte seine Teilnahme an der Kundgebung in Madrid an. Die Partei erklärte, die Veranstaltungen dienten sowohl der Unterstützung Ceutas als auch der Kritik an den Verantwortlichen für die aktuelle Situation.
Gemeinsames Manifest für Ceuta
Die Bürgerinitiative PorCeuta veröffentlichte ein gemeinsames Manifest, das bei den Kundgebungen verlesen werden soll. Darin wird an die Ereignisse vom 30. Juli erinnert und der Bevölkerung Ceutas Solidarität zugesichert.
Zu den zentralen Forderungen gehören mehr Stabilität und Sicherheit in der Stadt. Besonders hervorgehoben werden der Schutz von Kindern und Jugendlichen zum bevorstehenden Schulbeginn sowie die Möglichkeit für ältere Menschen, sich wieder ohne Angst im öffentlichen Raum bewegen zu können.











