Hazte Oír provoziert: Riesen-Banner mit „Korrupt“-Vorwurf vor Sánchez’ Urlaubs-Hotel in Andorra

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Hazte Oír provoziert: Riesen-Banner mit „Korrupt“-Vorwurf vor Sánchez' Urlaubs-Hotel in Andorra
Hazte Oír/X

Die ultrakatholische und rechtsextreme Organisation Hazte Oír hat ihre provokante Kampagne gegen den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez bis nach Andorra ausgeweitet. Direkt vor dem Hotel Hermitage, in dem Sánchez gemeinsam mit seiner Frau Begoña Gómez die letzten Tage seines Urlaubs verbringt, entrollte die Gruppe ein riesiges Transparent. Darauf prangte das Wort „Korrupt“ neben einem Porträt des Regierungschefs.

Konfrontation im Fürstentum

Über den Kurznachrichtendienst X verkündete die Organisation ihre Aktion stolz: „Hazte Oír ist bereits in Andorra. Jetzt, am Eingang des Luxushotels, in dem Sánchez wohnt.“ Die Gruppe, die sich in den Gerichtsverfahren rund um die Familie des Ministerpräsidenten als Nebenkläger positioniert hat, veröffentlichte dazu ein Foto, das zwei ihrer Mitglieder mit der großen Leinwand vor dem Hoteleingang zeigt. Ein von Hazte Oír geteiltes Video dokumentiert zudem, wie sich Sicherheitskräfte den Aktivisten an einem Kreisverkehr nähern, der die Ausfahrt Richtung Spanien markiert. Später meldete die Organisation, ihr Team sei von der andorranischen Polizei festgenommen worden, und fügte hinzu: „Sánchez will die Leinwand nicht einmal in Farbe sehen.“

Die Kampagne auf Lanzarote

Diese Aktion in Andorra ist nur das jüngste Kapitel einer andauernden Offensive. Bereits zuvor, als der Ministerpräsident und seine Frau ihren Urlaub auf La Mareta (Lanzarote) verbrachten, war Hazte Oír vor Ort. An einem Strand nahe der Residenz von Sánchez und Gómez stellte die Organisation Dutzende Sonnenschirme auf, die alle mit demselben „Korrupt“-Slogan und dem Bild des Präsidenten bedruckt waren. Ergänzt wurde dies durch eine Fahrzeugkolonne, die über die Insel fuhr. „Da wir auf einer Insel sind und wenig Zeit hatten, war es unmöglich, den CORRUPTO-Bus nach Lanzarote zu bringen. […] Aus Mangel an einem Bus oder LED-Lastwagen haben wir einen Van und eine Autokarawane improvisiert“, erklärten die Organisatoren ihre Vorgehensweise.

Ein landesweiter Propagandakrieg

Die Strategien von Hazte Oír sind vielfältig und zielen auf maximale mediale Aufmerksamkeit ab. Von Aufklebern über riesige Planen bis hin zu den erwähnten Sonnenschirmen und Fahrzeugen – die Botschaft bleibt stets dieselbe. Die Organisation scheute nicht einmal davor zurück, den Protest in die Lüfte zu verlagern. Ein Flugzeug, das mit einem Bild von Pedro Sánchez – karikiert als Vito Corleone aus „Der Pate“ – und einer verwelkten Rose versehen war, trug die Kampagne an die Strände Spaniens.

Die Justiz schaltet sich ein

Die Aktionen von Hazte Oír haben mittlerweile auch juristische Konsequenzen. Das Instruktionsgericht Nr. 12 von Madrid untersucht die Anbringung eines ähnlichen Werbebanners an einem Gebäude gegenüber dem Abgeordnetenhaus im vergangenen Mai. Anfang August gab Richterin María Dolores Baeza bekannt, dass Pedro Sánchez die Erlaubnis erteilt wurde, in diesem Fall als Privatkläger aufzutreten und vollständige Akteneinsicht zu erhalten.


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