Der große Spanien-Überlebensguide

Madrid erlebt vorgezogene Grippeepidemie

Die diesjährige Grippeepidemie in Spanien, insbesondere in der Gemeinschaft Madrid, hat den Höhepunkt außergewöhnlich früh erreicht und bereits die epidemiologische Schwelle überschritten. Nach aktuellen Gesundheitsdaten wurden in Woche 47 des Jahres 2025 insgesamt 2.973 Infektionen gemeldet – das sind 1.305 mehr als in der Vorwoche. Damit steigt die kumulierte Inzidenz auf 42,42 Fälle pro 100.000 Einwohner und liegt deutlich über der festgelegten Schwelle von 22,38 Fällen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sei die Lage zwar ernst, aber nicht alarmierend. Die Behörden betonen, dass die Grippe bereits klar in der Region zirkuliert, und verweisen auf die laufende Überwachung durch die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit. Parallel dazu wurde die Impfkampagne bereits am 15. Oktober gestartet und bis Ende Januar verlängert.

Deutlicher Anstieg bei Kindern und Hochbetagten

Besonders auffällig ist der starke Anstieg in zwei Altersgruppen:

  • Kinder unter 14 Jahren – In der Primärversorgung liegt die Inzidenz bereits bei 145,55 Fällen pro 100.000 Einwohner. Besonders die Altersgruppe 0–4 verzeichnet einen Anstieg auf das Vierfache der Vorwoche.
  • Senioren über 80 Jahre – Die Hospitalisierungen haben sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt, von 9,43 auf 20,44 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Obwohl die allgemeine Aufnahmefrequenz in Krankenhäusern noch vergleichsweise niedrig bleibt (2,61 Fälle pro 100.000 Einwohner), rechnen Gesundheitsbehörden mit einem weiteren Anstieg – ähnlich wie in der Vorsaison, in der die Hospitalisierungen erst gegen Jahresende sprunghaft anstiegen.

Viele schwere Fälle bei Ungeimpften

Ein Großteil der schweren Krankheitsverläufe betrifft Personen, die den saisonalen Grippeimpfstoff nicht erhalten haben. Seit Beginn der Impfkampagne wurden in Madrid rund 1,2 Millionen Dosen verabreicht. Die Behörden empfehlen weiterhin dringend die Impfung für alle Risikogruppen sowie das Tragen von Masken für besonders gefährdete Menschen.

Pflegegewerkschaft warnt vor Überlastung

Die Pflegegewerkschaft SATSE Madrid schlägt Alarm. Sie kritisiert, dass die Grippewelle wie jedes Jahr früher oder später zu einer Überlastung von Notaufnahmen und Krankenhausstationen führen werde – diesmal sogar schneller durch den vorgezogenen Ausbruch.

Laut SATSE sei die Notaufnahme des Hospital Gregorio Marañón bereits „am Limit“. Die Gewerkschaft fordert eine Personalverstärkung im Winterplan und kritisiert, dass die Verwaltung häufig erst reagiere, „wenn es zu spät ist“. Zudem sei die Unterstützung in der Primärversorgung zur Durchführung von Impfungen in Pflegeheimen mit nur etwa zwanzig zusätzlichen Pflegekräften „unzureichend“.

Das Gesundheitsministerium verweist seinerseits auf einen spanienweiten Fachkräftemangel, der durch fehlende Anerkennungen für Nicht-EU-Pflegekräfte zusätzlich verschärft werde. Zugleich kündigt die Region an, im Rahmen des neuen Winterplans Interimsstellen zur Stärkung des Notfalldienstes zu schaffen.

Region bereitet Winterplan vor

Die Gemeinschaft Madrid will in Kürze den Winterplan vorstellen, der auch eine neue Strategie zur Reduzierung befristeter Arbeitsverträge umfasst. Ziel ist es, medizinisches Personal dauerhaft zu stärken und auf steigende Grippezahlen vorbereitet zu sein.

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