Ein Boom von 5-Sterne-Hotels zugunsten weniger Low-Cost-Betriebe erreicht die Costa Blanca

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Iberostar Malaga
Foto: iberostar.com

Der Boom von 5-Sterne-Hotels an der Costa Blanca, zu Lasten günstigerer Unterkünfte, ist keine Illusion, sondern Realität. Die Region um Alicante steht exemplarisch für einen Trend, der sich an vielen spanischen Küstenorten abzeichnet: 3-Sterne-Hotels und Unterkünfte niedrigerer Kategorien verschwinden zugunsten von Luxusetablissements. Dieses neue Bild des Hotel-Ökosystems entstand im Schatten der Pandemie und des damit einhergehenden Rekords an internationalen Touristen im letzten Jahr.

Daten der Hotelallianz Exceltur, basierend auf INE-Belegungsumfragen, bestätigen diesen Trend. Zwischen 2019 und 2024 stieg die Anzahl der 4- und 5-Sterne-Hotels in den 728 spanischen Küstengemeinden um fast 12%, was 59.975 neuen Plätzen in diesen Kategorien entspricht. Dieser Anstieg ist nicht auf eine generelle Kapazitätserweiterung zurückzuführen, da die Hotelkapazität insgesamt nur um 0,4% zunahm. Vielmehr fand eine Verschiebung innerhalb der Kategorien statt: Die Anzahl der Plätze in 1- bis 3-Sterne-Hotels, Pensionen und Hostels in denselben Destinationen reduzierte sich seit der Zeit vor der Pandemie um rund 57.000.

Gemeinden wie die Costa Blanca haben ihr Angebot stark verändert und verzeichnen in den letzten fünf Jahren einen Anstieg von 36% bei den hochklassigen Unterkünften. Ähnliches gilt für Ibiza (35%), die Costa del Sol (18%) und Mallorca (16%). Von den 20 Küstengemeinden mit dem höchsten Touristenzustrom weichen lediglich drei – die Costa Cálida (Murcia), die Costa de Almería und die Costa de la Luz (Huelva) – von diesem Trend ab. Dort sank die Anzahl der 4- und 5-Sterne-Plätze, allerdings um weniger als 10%.

Exceltur präsentierte diese Entwicklung, um die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor im Tourismus dieser Gemeinden zu fördern. Der daraus resultierende Bericht, SolyTur 2025, zeigt, wie die Investitionen der Branche in die Neupositionierung ihres Angebots mit deutlich höheren Hoteleinnahmen belohnt werden: Die Umsätze in diesen Destinationen stiegen zwischen 2019 und 2024 um 37%. Dieser Erfolg unterstreicht die positive Auswirkung der Qualitätsverbesserung, da die Durchschnittspreise im selben Zeitraum um 34% stiegen, während die Belegung nur um 2% zunahm.

Ibiza setzt auf VIP-Kunden
Hotels in diesen Regionen nutzten die veränderte Situation, um ihre Rentabilität zu steigern. Destinationen wie Ibiza, mit einem stark auf Premium-Kunden ausgerichteten Angebot, erzielen einen durchschnittlichen Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) von 152,98 Euro, ein Anstieg von 45% im betrachteten Zeitraum. Nur wenige Küstenorte können mit Ibizas Rentabilität konkurrieren, jedoch überschreiten immer mehr die symbolische Grenze von 100 Euro pro Zimmer. Die Costa de Barcelona und Teneriffa folgen Ibiza mit 138,38 Euro bzw. 120,93 Euro pro Zimmer.

Das neue Angebot schafft mehr und bessere Arbeitsplätze
Eine höhere Hotelkategorie erfordert zwangsläufig eine Verbesserung des Serviceangebots. Dies wirkt sich direkt auf die Beschäftigung aus. Die Daten belegen: „Im gleichen Zeitraum stieg die Beschäftigung in Küstenhotels um 14%“, so die Hotelallianz. Höherwertige Produkte erfordern mehr und bessere, persönlichere Dienstleistungen und höhere Qualifikationen. Vizepräsident Oscar Perelli erklärte kürzlich: „In 1- bis 3-Sterne-Hotels kommen 5 Mitarbeiter auf 100 Plätze, während in 4- und 5-Sterne-Hotels 20 Mitarbeiter für die gleiche Anzahl an Plätzen benötigt werden.“

Die positiven Zahlen für den Sektor, insbesondere die höhere Beschäftigung, spiegeln die gestiegene Qualität wider. Statistiken der Sozialversicherung zeigen, dass das neue Tourismusangebot zu einem deutlichen Rückgang der Zeitarbeitsverträge geführt hat: von 34% im Jahr 2019 (vier Prozentpunkte über dem spanischen Durchschnitt) auf 9% im letzten Jahr (vier Prozentpunkte unter dem Durchschnitt). Gleichzeitig stieg die Anzahl der unbefristeten Verträge im gleichen Zeitraum um 47% auf 58.000 – was zum Wegfall von 75.000 befristeten Verträgen beitrug.


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