Der große Spanien-Überlebensguide

Heftige Regenfälle sorgen an der spanischen Mittelmeerküste für Überschwemmungen, Verkehrsbehinderungen und zahlreiche Notfalleinsätze. Für Donnerstag wurde der Präsenzunterricht in mehreren Gemeinden der Provinzen Valencia, Alicante, Murcia und Almería ausgesetzt. Auch Katalonien ist von den Unwettern betroffen. Dort wurde nach einem schweren Zwischenfall in Olivella ein Mann tot aufgefunden.

Besonders angespannt war die Lage am Mittwochabend in der Provinz Valencia. Straßen und Stadtteile wurden überflutet, der Betrieb am Flughafen Valencia zeitweise ausgesetzt und der öffentliche Nahverkehr beeinträchtigt. Bis 23 Uhr registrierten die Notfalldienste der Generalitat 478 wetterbedingte Vorfälle.

Unterricht fällt in mehreren Regionen aus

In der Valencianischen Gemeinschaft reagierten mehrere Kommunen auf die Unwetterlage mit der Aussetzung des Unterrichts für Donnerstag. Dazu gehören unter anderem Valencia, Santa Pola und Elche.

Auch in Murcia bleiben Bildungseinrichtungen teilweise geschlossen. Die Regionalregierung setzte den Unterricht in 15 der insgesamt 45 Gemeinden aus. Hintergrund ist eine orangefarbene Wetterwarnung mit möglichen Niederschlagsmengen von bis zu 50 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde in den Gebieten Valle del Guadalentín, Lorca und Águilas sowie Campo de Cartagena und Mazarrón.

Die Polytechnische Universität Cartagena setzte ebenfalls den Unterricht aus.

In der Provinz Almería aktivierte die Junta de Andalucía die Notfallphase in operativer Situation 1 des Notfallplans für Überschwemmungsgefahr. In drei Gemeinden wurde der Präsenzunterricht wegen der erwarteten starken Regenfälle ausgesetzt.

Fast 100 Liter Regen pro Quadratmeter bei Valencia

Besonders große Niederschlagsmengen wurden im Großraum Valencia gemessen. Nach Angaben der Valencianischen Meteorologievereinigung Avamet fielen in l’Eliana innerhalb von nur anderthalb Stunden mehr als 85 Liter pro Quadratmeter.

Bis 22 Uhr erreichte Chiva im Gebiet Calicanto mit 96,2 Litern pro Quadratmeter den höchsten genannten Wert. In Torrent wurden 95,8 Liter gemessen, in Real 92,6, in Vinalesa 85, in Montserrat 83,6, in Paterna 80 und in Alboraya 79,4 Liter pro Quadratmeter.

In Valencia selbst wurden 67 Liter pro Quadratmeter erreicht. Zahlreiche Stadtteile waren von Überschwemmungen betroffen. Die Niederschläge breiteten sich außerdem über l’Horta Nord und Sud, Camp de Túria und La Ribera aus.

ES-Alert warnt Bevölkerung vor Überschwemmungsgefahr

Nach 22 Uhr verschickten die Notfalldienste eine ES-Alert-Warnung an Mobiltelefone in betroffenen Gebieten der Provinz Valencia. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, unnötige Fahrten zu vermeiden sowie Flussbetten und Schluchten zu meiden.

Bei steigendem Wasserstand sollten sich Menschen in Gebäuden in obere Stockwerke begeben und angeordnete Verkehrssperren beachten.

Die starken Niederschläge wurden von Wind, Gewittern und intensiver elektrischer Aktivität begleitet.

478 wetterbedingte Vorfälle in Valencia

Bis 23 Uhr hatten die Notfalldienste der Generalitat 478 Vorfälle im Zusammenhang mit den Unwettern bearbeitet. Dabei ging es vor allem um Wasseransammlungen, Lecks, Probleme bei der Durchfahrt und Sachschäden.

Der Sturm führte zeitweise zur Schließung des Flughafens Valencia und beeinträchtigte den Metro- sowie den Pendlerverkehr. Auch das Fußballspiel zwischen Levante und Athletic wurde verschoben.

Feuerwehrkräfte absolvierten mehr als 60 Einsätze. Dazu gehörten die Rettung von Autofahrern und die Kontrolle überfluteter Bereiche.

Torrent erneut von extremem Starkregen getroffen

Besonders intensiv traf der Regen Torrent, eine der Gemeinden, die bereits von der DANA 2024 schwer betroffen war. Dort wurden fast 96 Liter pro Quadratmeter gemessen. Allein innerhalb einer halben Stunde sollen 71 Liter gefallen sein.

Wasser drang in Häuser ein und verursachte Schwierigkeiten für Autofahrer und Fußgänger. 15 Menschen mussten aus einem Fast-Food-Restaurant evakuiert werden.

Auch Paiporta und Aldaia, die ebenfalls zu den besonders schwer von der DANA 2024 betroffenen Orten gehörten, verzeichneten innerhalb einer Stunde Niederschlagsmengen von rund 60 Litern pro Quadratmeter.

Toter nach Unwetter in Katalonien gefunden

Auch Katalonien wurde von heftigen Unwettern getroffen. In Olivella in der Region Garraf bei Barcelona fanden Rettungskräfte am Morgen die Leiche eines Mannes in einem Bach.

Ein Fahrzeug war während der stürmischen Nacht vom Wasser mitgerissen worden. Die Leiche wurde rund 500 Meter von der Stelle entfernt gefunden, an der sich das Auto befand. Die Mossos d’Esquadra identifizierten den Toten als Fahrer des Fahrzeugs.

Die Suche begann nach einem Notruf um 23.03 Uhr. Insgesamt wurden elf Einheiten der Feuerwehr der Generalitat eingesetzt. An der Suchaktion beteiligten sich außerdem Spezialkräfte für Unterwassereinsätze und Drohnenteams.

Warnmeldungen auch für Barcelona und weitere Regionen

Der katalanische Zivilschutz verschickte ebenfalls ES-Alert-Warnungen. Betroffen waren unter anderem Barcelonès, Maresme, Baix Llobregat, Garraf, Vallès Occidental, Alt Penedès und Baix Penedès.

Gewarnt wurde vor sintflutartigen Niederschlägen und der Gefahr plötzlich auftretender Sturzfluten. Für Barcelonès und Maresme wurde ausdrücklich vor einer schweren Regenfolge gewarnt.

Damit bleibt die Unwetterlage entlang großer Teile der spanischen Mittelmeerküste auch am Donnerstag angespannt. Neben Katalonien stehen insbesondere die Valencianische Gemeinschaft, Murcia und Teile Andalusiens im Fokus der wetterbedingten Maßnahmen.

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