Eine plötzliche Wetterverschärfung sorgt derzeit für höchste Alarmbereitschaft im Nordosten Spaniens. Die spanische Wetterbehörde Agencia Estatal de Meteorología (AEMET) hat für Teile der Pyrenäen in der Provinz Girona die rote Warnstufe wegen extrem starker Winde aktiviert. Meteorologen erwarten Böen von über 140 bis 160 km/h – Werte, die lokal sogar noch überschritten werden könnten.
Auslöser ist ein massiver Kaltlufteinbruch aus polaren Breiten. In Kombination mit einem sich vertiefenden Tiefdrucksystem über dem Mittelmeer entsteht eine Wetterlage, die besonders in den Hochlagen der Pyrenäen zu extremen Winterbedingungen mit Schneesturm, Eis und Orkanböen führen kann.
Polarfront bringt drastischen Temperatursturz in Spanien
Nach dem Durchzug einer Front, die bereits in weiten Teilen des spanischen Festlands und auf den Balearen für Niederschläge gesorgt hat, strömt nun eine polare Luftmasse auf die Iberische Halbinsel.
Die Folge ist ein deutlicher Temperaturrückgang in nahezu ganz Spanien. Gleichzeitig intensivieren sich die Schneefälle in mehreren Gebirgsregionen:
- Pyrenäen
- Kantabrisches Gebirge
- Nördliches Iberisches Gebirge
Die Schneefallgrenze sinkt dabei teilweise auf unter 800 bis 900 Meter Höhe. In höheren Lagen werden zusätzliche Schneemengen erwartet, während starke Nord-Nordwest-Winde den Schnee zu gefährlichen Schneeverwehungen auftürmen.
Sonntag: Höhepunkt der extremen Wetterlage in den Pyrenäen
Besonders kritisch wird die Lage am Sonntag zwischen 09:00 und 17:00 Uhr. Dann erreicht der Sturm laut Prognosen seine stärkste Phase.
In den Pyrenäen von Girona rechnen Meteorologen mit:
- Orkanartigen Böen über 140 bis 160 km/h
- Schneestürmen mit dem gefürchteten „Torb“ (starke Schneeverwehungen)
- Sehr schlechter Sicht und extremen Windchill-Werten
Diese Kombination aus Wind, Kälte und Schnee macht Aktivitäten im Hochgebirge hochgefährlich. Behörden raten dringend davon ab, sich in dieser Zeit in exponierten Gebirgsregionen aufzuhalten.
Auch in anderen Gebieten Nordostspaniens werden sehr starke Windspitzen erwartet, darunter:
- Präpyrenäen von Barcelona
- Präpyrenäen von Lleida
- Pyrenäen von Huesca
- Region Empordà
In einigen dieser Gebiete liegt derzeit eine orange Warnstufe mit Böen über 100 km/h vor. Eine weitere Verschärfung der Warnungen wird von Meteorologen nicht ausgeschlossen.
Weitere Schneewarnungen im Norden Spaniens
Neben den Sturmwarnungen gelten auch Schneewarnungen in mehreren Regionen.
Im Val d’Aran wird eine orange Warnung wegen Neuschnee ausgegeben. Dort können bis zum Sonntagmorgen mehr als 20 Zentimeter Schnee fallen.
Gelbe Schneewarnungen bestehen außerdem in:
- Pyrenäen von Huesca
- Teilen von Lleida
- Navarra
Dort werden mehr als 10 Zentimeter Neuschnee erwartet.
Sturm trifft auch Balearen und Mittelmeerküste
Der starke Nord-Nordwestwind wird nicht nur im Gebirge spürbar sein. Auch an der Mittelmeerküste und auf den Balearen sind schwere Sturmböen möglich.
Betroffen sind unter anderem:
- Gebirge Gúdar-Javalambre
- Norden der Provinz Castellón
- Süden der Provinz Tarragona
Dort können Böen 110 bis 120 km/h erreichen.
Besonders stark wird der Wind außerdem auf den Balearen erwartet, vor allem in der Serra de Tramuntana auf Mallorca sowie auf Menorca.
Sehr rauer Seegang im Mittelmeer
Parallel zum Sturm verschlechtert sich die Lage auf See deutlich. In mehreren Küstenabschnitten werden Wellenhöhen zwischen vier und sieben Metern erwartet.
Betroffen sind insbesondere:
- Küste des Empordà
- Norden und Osten von Mallorca
- Gewässer rund um Menorca
Nach aktuellen Modellberechnungen könnten einzelne Wellen sogar Höhen von über zehn Metern erreichen. Auf Menorca könnten die starken Winde laut Prognosen bis in die frühen Morgenstunden des Montags anhalten.
Behörden warnen vor extremen Bedingungen im Hochgebirge
Meteorologen betonen, dass die Kombination aus:
- Orkanböen
- starkem Schneefall
- sehr niedrigen Temperaturen
eine extrem gefährliche Situation in den Hochlagen der Pyrenäen erzeugt.
Insbesondere für Bergsportler, Wanderer und Wintersportler besteht ein erhebliches Risiko durch Schneeverwehungen, schlechte Sicht und plötzliche Windböen.
Die Behörden empfehlen daher, Touren im Hochgebirge zu verschieben und Wetterwarnungen aufmerksam zu verfolgen.











