Katalonien im Fokus eines kräftigen Oststurms
Katalonien steht ab Montag, dem 19., vor einer schweren Wetterlage. Der neu benannte Sturm „Harry“ bringt keinen kurzen Wetterwechsel, sondern eine mehrtägige Phase mit intensiven und anhaltenden Niederschlägen. Besonders betroffen sind Küstenregionen, das Vorland sowie die Pyrenäen, wo neben Starkregen auch erhebliche Schneemengen erwartet werden.
Mehrtägiger Dauerregen durch feuchte Mittelmeerluft
Während sich Sturm „Harry“ vollständig etabliert, lenkt er sehr feuchte und milde Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Katalonien. Diese Ost- bis Nordostströmung trifft auf die komplexe Orographie der Region und sorgt für nahezu ununterbrochene Niederschläge. Bereits vor dem Wochenbeginn wurden lokal Mengen von bis zu 70 l/m² erreicht, begleitet von einzelnen Gewittern.
Über 100 l/m²: Höhepunkt der Regenfälle am Montag und Dienstag
Ab Montagnachmittag intensiviert sich der Regen deutlich. Von Süden und von der Küste aus breiten sich die Niederschläge ins Landesinnere und in den Nordosten aus. In weiten Teilen Kataloniens werden bereits am ersten Tag 70 bis 90 l/m² erwartet.
Besonders kritisch ist die Lage im Großraum Barcelona, an der Zentralküste sowie an der Küste von Tarragona, wo die Marke von 100 l/m² überschritten werden kann.
Am Dienstag erreicht der Sturm seinen Höhepunkt. In den Provinzen Tarragona, Barcelona und Girona fällt nahezu ununterbrochen Regen. In Küsten- und Vorküstengebieten sind 140 bis 150 l/m² möglich. Auch am Mittwoch bleibt es vielerorts nass, vor allem im Nordosten und in höheren Lagen, wenn auch mit langsam nachlassender Intensität.
Schneechaos in den Pyrenäen
Parallel zum Dauerregen gewinnt der Schneefall in den Pyrenäen und Präpyrenäen stark an Bedeutung. In den östlichen Pyrenäen sind Schneehöhen von 60 bis 90 Zentimetern möglich, in exponierten Hochlagen lokal sogar mehr. Auch die westlichen Pyrenäen müssen mit erheblichen Neuschneemengen rechnen.
In der Provinz Lleida konzentriert sich der Schneefall vor allem auf höhere Lagen, während tiefer gelegene Gebiete überwiegend Regen abbekommen.
Sturm, Orkanböen und schwerer Seegang
Zusätzlich verschärfen starke Ostwinde die Lage an der Küste. In der Empordà und an der Costa Brava können Böen von bis zu 80 km/h auftreten. Der Seegang wird entsprechend heftig: Wellen von vier bis sechs Metern sind möglich, was insbesondere für die Schifffahrt und Küstenbereiche ein erhöhtes Risiko darstellt.
Wetterwarnungen bereits auf Orange
Für Montag sind in Katalonien bereits zahlreiche Wetterwarnungen aktiv. Betroffen sind vor allem Küsten- und Nordostregionen. In Teilen der Provinz Girona wurden Warnstufen wegen anhaltender Starkregenfälle und Seesturms bereits auf Orange angehoben.
Laut der spanischen Wetterbehörde AEMET könnten sich die Warnungen zwischen Dienstag und Mittwoch weiter ausdehnen oder verschärfen. Besonders kritisch sind anhaltende Niederschläge mit mehr als 100 l/m² innerhalb von zwölf Stunden sowie Schneefälle oberhalb von 1.400 Metern.
Fazit: Unwetterlage ernst nehmen
Sturm „Harry“ bringt für Katalonien mehrere Tage mit extremen Wetterbedingungen. Dauerregen, Hochwassergefahr, starker Wind, hoher Seegang und massive Schneefälle in den Bergen machen Vorsicht und eine genaue Beobachtung der offiziellen Warnungen unerlässlich.











