Sturm Claudia hält Spanien weiter fest im Griff und sorgt an diesem Wochenende für eine angespannte Wetterlage. Nachdem das Tiefdrucksystem bereits auf den Kanarischen Inseln und in Galicien schwere Schäden verursacht hat, verharrt es nun nahezu stationär über der iberischen Halbinsel und bringt verbreitet kräftige Niederschläge. Meteorologen rechnen jedoch nicht nur mit Regen: Auch orkanartige Böen, Hagel, teils tornadotypische Entwicklungen sowie ein markanter Temperatursturz stehen bevor.
31 Provinzen unter Warnung – Orange in Ávila und Cáceres
Nach Angaben der staatlichen Wetterbehörde Aemet stehen an diesem Freitag 31 Provinzen in 14 autonomen Gemeinschaften unter Wetteralarm. Betroffen sind:
Andalusien, Aragonien, Asturien, Balearen, Kantabrien, Kastilien und León, Kastilien-La Mancha, Katalonien, Extremadura, Galicien, Madrid, Navarra, das Baskenland, La Rioja sowie die autonome Stadt Ceuta.
Während der Großteil des Landes unter Gelber Warnstufe steht, gilt in den Provinzen Ávila und Cáceres Orange, da dort innerhalb von zwölf Stunden bis zu 100 Liter pro Quadratmeter fallen können.
Sturmböen bis 100 km/h – lokale Tornadogefahr im Süden
Die stärksten Windfelder betreffen Teile von Huesca und Lleida, wo Böen bis zu 80 km/h erwartet werden. In Regionen wie Burgos, Segovia, Soria, La Rioja, Navarra, Álava, Toledo, Madrid, Asturien, León, Kantabrien, Palencia, Gipuzkoa, Cádiz und Huelva können die Werte zwischen 70 und 100 km/h liegen.
In Cádiz, Huelva, Sevilla und Ceuta besteht zudem das Risiko vereinzelter Tornados – eine aus meteorologischer Sicht seltene, aber mögliche Begleiterscheinung intensiver Sturmlagen in Spanien.
Auch Hagel könnte in A Coruña und Pontevedra auftreten, während die Küsten Galiciens und Andalusiens hohe und teils gefährliche Wellen verzeichnen.
Schneefall in Gebirgen und weiter sinkende Temperaturen
Die intensivsten Regenfälle treffen laut Meteored die Regionen Galicien, das Kantabrische Gebirge, Kastilien und León, die Pyrenäen, das Zentralsystem und die westliche Hälfte Andalusiens. In höheren Lagen der Pyrenäen und der Sierra Nevada ist Schnee wahrscheinlich. Die Temperaturen fallen im gesamten Staatsgebiet deutlich.
Auch Samstag bleibt unruhig – regional Frostgefahr
Am Samstag setzen sich die Regenfälle in fast allen Regionen fort. Lediglich an der kantabrischen Küste und im Südosten der Halbinsel bleibt es voraussichtlich überwiegend trocken. In den südlichen atlantischen Landesteilen kann es zu Morgennebel kommen, während die Gebirge der Nordhälfte erneut Neuschnee erhalten.
Warnstufe Gelb gilt an diesem Tag unter anderem für Huesca, Ávila, Salamanca, Lleida, Cáceres, A Coruña und Pontevedra. Zusätzlich stehen Cádiz und Huelva weiterhin unter Beobachtung.
In den Pyrenäen muss mit Frost gerechnet werden.
Sonntag: Neue Front trifft Galicien
Am Sonntag erreicht das Zentrum des Sturms den Nordwesten Galiciens, begleitet von einer weiteren aktiven Front. Diese sorgt erneut für anhaltende Regenfälle, die auch den Südosten und die Balearen erreichen, wenn auch schwächer. Im Landesinneren können in den Morgenstunden Nebelbanken auftreten.
Auf den Kanarischen Inseln bleibt der Himmel wechselnd bewölkt, im Norden der größeren Inseln ist leichter Regen möglich.











