Anhaltende Tiefdruckgebiete bringen extreme Niederschläge in Nordwestspanien
Das hydrologische Jahr hat in Spanien vielversprechend begonnen – besonders im Atlantikraum. Nach Monaten der Trockenheit erlebt Galicien derzeit eine außergewöhnlich nasse Phase. Stürme aus dem Atlantik haben bereits über 100 Liter pro Quadratmeter in großen Teilen Galiciens, der Sierra de Gredos und der Sierra Morena gebracht.
Seit dem 1. Oktober wurden in den Provinzen A Coruña und Pontevedra teils zwischen 250 und 300 l/m² gemessen – eine beeindruckende Bilanz. Doch das Ende ist noch nicht in Sicht: Weitere Tiefdruckgebiete stehen bereit, die kommende Woche noch mehr Regen in den Westen der Iberischen Halbinsel bringen werden.
Galicien: Niederschlagszentrum Europas
Laut der europäischen Niederschlagskarte liegt die größte Regenanomalie Europas derzeit in Galicien. Besonders betroffen sind der Süden Galiciens und der Norden Portugals, wo die Niederschlagswerte um 60 bis 90 l/m² über dem Durchschnitt liegen – in den Rías Baixas sogar über 90 l/m².
Ursache ist eine tiefe Troposphärenrinne, die für anhaltend niedrigen Luftdruck und starke Südwestwinde sorgt. Diese Strömungen transportieren feuchte Atlantikluft, die an den galicischen Gebirgen aufsteigt und intensive Regenfälle auslöst.
Meteorologen gehen davon aus, dass diese instabile Wetterlage mindestens zehn Tage andauern könnte. Der negative NAO-Index (North Atlantic Oscillation) zeigt, dass der Polarjet derzeit südlicher verläuft – ein klassisches Zeichen für regenreiche Phasen auf der Iberischen Halbinsel.
Über 200 Liter pro Quadratmeter in einer Woche erwartet
Nach den aktuellen Prognosen des europäischen Wettermodells werden in Südwest-Galicien, insbesondere im Südwesten von A Coruña und der westlichen Hälfte Pontevedras, innerhalb der kommenden Woche mehr als 200 l/m² fallen.
Am stärksten betroffen sind die Städte Vigo, Santiago de Compostela, Pontevedra und A Coruña – mit kumulierten Regenmengen von über 100 l/m² bis Mitte nächster Woche.
Tagesprognose: So verläuft der Wochenbeginn
Montag: Verbreitete Regenfälle, in Lugo und Ourense unter 5 l/m², in A Coruña und Pontevedra zwischen 10 und 20 l/m².
Dienstag: Anhaltende und teils kräftige Regenfälle im Westen. Bis zu 50 l/m² im Westen von A Coruña, 20–30 l/m² in Pontevedra.
Mittwoch: Weitere starke Niederschläge. 30–50 l/m² in A Coruña und Pontevedra, 20–30 l/m² in Lugo und Ourense.
Damit bleibt Galicien das Epizentrum der Niederschläge in Europa – ein seltener, aber für die Region nicht untypischer Wetterverlauf, der vor allem den Wasserhaushalt des neuen hydrologischen Jahres verbessert.











