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Unter 1.000 Euro zum Leben: Millionen spanische Rentner leben unter der Armutsgrenze

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Rentner Spanien

Während die spanische Regierung stolz eine durchschnittliche Altersrente von 1.507,5 Euro verkündet, zeichnet ein genauerer Blick auf die Zahlen ein düsteres Bild. Die Realität für Millionen von Ruheständlern ist weit von diesem statistischen Mittelwert entfernt. Sechs von zehn Rentnern erreichen diesen Betrag nicht, und eine erschreckend hohe Zahl muss mit weniger als 1.000 Euro pro Monat auskommen.

Die offiziellen Zahlen und ihre Tücken

Kürzlich veröffentlichte das Ministerium für Integration, soziale Sicherheit und Migration Daten, die auf den ersten Blick positiv erscheinen. Die durchschnittliche Altersrente sei im August im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 % auf 1.507,5 Euro gestiegen. Doch Durchschnittswerte können die Realität verschleiern. Sie werden maßgeblich durch die höheren Bezüge von Neurentnern beeinflusst, die unter besseren wirtschaftlichen Bedingungen in den Ruhestand treten. So liegt die durchschnittliche Rente bei Neuanmeldungen sogar bei 1.722,5 Euro, was den Gesamtdurchschnitt künstlich anhebt, aber die Situation der Bestandsrentner mit niedrigen Bezügen nicht verbessert.

Die wahre Verteilung: Ein Blick hinter die Statistik

Die knallharten Fakten des Nationalen Instituts für soziale Sicherheit enthüllen die wahre Lage: Fast zwei Drittel aller Rentner im öffentlichen System, das sind über 5,8 Millionen Menschen, erhalten weniger als die allgemeine Durchschnittsrente von 1.313 Euro. Die Kluft ist dramatisch.

Besonders betroffen: Frauen und Selbstständige

Die Analyse zeigt, dass bestimmte Gruppen besonders benachteiligt sind:

  • Altersrentner: Rund 4 Millionen Menschen (61 %), die ihr Leben lang gearbeitet haben, erreichen nicht die durchschnittliche Altersrente von 1.507,5 Euro. Der größte Anteil dieser Gruppe bewegt sich in einem Bereich zwischen 800 und 850 Euro monatlich.
  • Selbstständige: Die Lage ist hier noch prekärer. Ganze 76 % der Selbstständigen im Ruhestand erhalten nicht einmal die für sie geltende Durchschnittsrente von 1.010 Euro.
  • Witwen: Mehr als die Hälfte der 1,5 Millionen Bezieherinnen einer Witwenrente (durchschnittlich 936 Euro) erreichen diesen Wert nicht. Für 95,7 % von ihnen ist dies die Haupteinnahmequelle.

Die Gründe für die niedrigen Renten

Trotz der gesetzlichen Anpassung der Renten an die Inflation seit 2022 bleiben die Grundprobleme bestehen. Fehlende Beitragsjahre und über lange Zeiträume niedrige Beitragsbemessungsgrundlagen sind die Hauptursachen für die geringen Rentenansprüche. Die Folge ist alarmierend: Jeder fünfte Rentner in Spanien erhält nicht einmal 500 Euro brutto pro Monat – eine Summe, die ein Leben in Würde unmöglich macht und die soziale Schere im Alter immer weiter öffnet.


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