Spanische Motorenproduktion bricht im Januar aufgrund von Werksanpassungen ein

830
Spanische Fabriken produzieren 20 Prozent mehr Autos aber 30 Prozent weniger Elektroautos

Die spanische Automobilproduktion verzeichnet im Januar 2025 einen anhaltenden Rückgang. Mit 168.000 verkauften Fahrzeugen liegt der Absatz 27 % unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang ist vor dem Hintergrund von Produktionsanpassungen und Modellwechseln zu betrachten, insbesondere im Hinblick auf die Umstellung auf elektrifizierte Fahrzeuge.

Auch die Produktion insgesamt sank im Januar im Vergleich zum Vorjahr um über 27 % auf 168.076 Fahrzeuge, wie der Herstellerverband Anfac am Dienstag mitteilte. Die Anpassung der Schichtarbeit in den Produktionszentren an die Einführung neuer Elektro- und Plug-in-Hybridmodelle spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Die Exporte spiegeln diesen Trend wider und verzeichneten einen Rückgang von 28 % auf 145.170 Fahrzeuge. Wie bereits in den Vormonaten dämpft die schwache Nachfrage aus Europa die Produktion in Spanien. 92 % der hier produzierten Fahrzeuge werden in europäische Länder exportiert, wobei Frankreich, Deutschland und die Türkei die wichtigsten Absatzmärkte sind.

Einen positiven Aspekt bietet die Produktion emissionsfreier und emissionsarmer Fahrzeuge. Diese stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52 % auf 65.000 Einheiten und macht damit bereits über ein Drittel der Gesamtproduktion aus. Besonders hervorzuheben ist das starke Wachstum bei konventionellen Hybridfahrzeugen, die auch 2025 voraussichtlich ein starkes Absatzplus von 62 % verzeichnen werden. Der Rückgang konzentriert sich hingegen auf die Produktion von Nutzfahrzeugen (-33 %) und Pkw (-25 %).

Anfac-Direktor José López-Tafall begrüßt die positive Entwicklung bei den elektrifizierten Modellen, mahnt aber gleichzeitig zur Wachsamkeit angesichts des Produktionsrückgangs: „Wir befinden uns in einer kritischen Phase für unsere Branche. Alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen und einen kurzfristigen Aktionsplan sowie eine langfristige Strategie entwickeln, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern und Innovationen im Bereich der Elektromobilität zu fördern. Dies ist der einzige Wachstumsfaktor in diesem Sektor.“

Die Automobilindustrie wird am Donnerstag die Gelegenheit haben, ihre Anliegen im Rahmen des jährlichen Anfac-Forums der Regierung vorzutragen. Bei diesem Treffen werden Vertreter aus Politik und Wirtschaft – darunter Industrieminister Jordi Hereu, Energie-Staatssekretär Joan Groizard, der Vorsitzende der Volkspartei Alberto Núñez Feijóo, Iberdrola-CEO Mario Ruiz-Tagle, Mapfre-CEO Elena Sanz und Anfac-Präsident Josep María Recasens (gleichzeitig Renault Spanien-Chef) – die Bilanz des vergangenen Jahres ziehen und die Herausforderungen der Branche diskutieren.


Du möchtest immer die neuesten Nachrichten aus Spanien?
Abonniere unseren Newsletter