Spanien rutscht in der Weltrangliste der fußgängerfreundlichsten Städte ab

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Spanien rutscht in der Weltrangliste der fußgängerfreundlichsten Städte ab
Bild: KI

In dieser hektischen Welt, in der jeder in Eile ist, ähnelt die Vorstellung einer perfekten Stadt einer, in der Dienstleistungen und Annehmlichkeiten gleich um die Ecke liegen. Diese Städte sind nicht nur lebendig und von Einheimischen geprägt, sondern bieten auch einen einfachen Zugang zu Theatern, Museen, Schulen, Krankenhäusern und weiteren Einrichtungen, die “zu Fuß” erreichbar sind. Dies ist das Konzept der “15-Minuten-Städte”, das in den letzten Jahrzehnten von zahlreichen Wissenschaftlern eingehend untersucht wurde.

Eine in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie hat die Städte identifiziert, die diesem Konzept am besten entsprechen. Dabei wurde die Fußgängerfreundlichkeit von über 10.000 Städten weltweit analysiert. Die Forscher kartierten, wie lange es dauert, bis die Bewohner verschiedener Stadtteile zu Fuß erstklassige Annehmlichkeiten wie Supermärkte, Schulen, Krankenhäuser und Freizeitzentren erreichen können.

Wie schneidet Spanien in diesem Ranking ab? Es ist kein Geheimnis, dass europäische Städte tendenziell fußgängerfreundlicher sind. Tatsächlich finden sich 45 der Top 50 Städte auf dem Kontinent. Mailand führt die Liste der Städte mit mehr als einer halben Million Einwohnern an, wobei 98 % der Bewohner dieser italienischen Stadt in 15-Minuten-Vierteln leben.

Kopenhagen und Turin erzielen ebenfalls hohe Bewertungen. Die durchschnittliche Gehzeit zwischen den Einrichtungen beträgt 6,6 Minuten bzw. 7,1 Minuten. Für Spanien gibt es jedoch noch Verbesserungspotenzial. Die bestplatzierte spanische Stadt im Ranking ist Bilbao, die den 14. Platz einnimmt. Dort wohnen 88,2 % der Menschen weniger als 15 Minuten von den wichtigen Dienstleistungen entfernt.

Die Nature-Studie zeigt auch das Potenzial einer Stadt zur Fußgängerfreundlichkeit auf. So könnte Madrid, das mit einer durchschnittlichen Gehzeit von 11,3 Minuten auf Platz 37 liegt, seine Werte auf 10 Minuten verbessern, wenn die Dienstleistungen neu verteilt werden.

Amerikanische Städte hingegen fallen durch ihre Abwesenheit auf. Viele Städte in Nordamerika sind so gestaltet, dass sie vorwiegend mit dem Auto bereist werden. Die Wohnviertel sind oft weit von verschiedenen Annehmlichkeiten oder sogar grundlegenden Dienstleistungen entfernt. Zudem gibt es eine immense Ungleichheit zwischen den verschiedenen Stadtteilen der Vereinigten Staaten. Während beispielsweise der Bezirk Manhattan als “sehr gut zu Fuß erreichbar” gilt, trifft dies auf andere Teile New York City nicht zu.

Es ist wichtig, verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, die die Fußgängerfreundlichkeit beeinflussen. Dazu zählen Geografie (Bergstädte sind in der Regel weniger fußgängerfreundlich), Stadtplanung (die mit Bevölkerungsdichte und -wachstum einhergeht), die Prioritäten der Bürger, die Effizienz des öffentlichen Verkehrssystems sowie andere Variablen, die sich direkt auf die Bewertung auswirken.


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