Spanien mit seinen Problemen: Junge Menschen machen sich Sorgen um Wirtschaft und Wohnen, ältere Menschen um Gesundheit

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Spanien mit seinen Problemen: Junge Menschen machen sich Sorgen um Wirtschaft und Wohnen, ältere Menschen um Gesundheit
Bild: KI

Spanien ist ein Land, in dem die Sorgen der Bürger deutlich sichtbar sind. Diese Sorgen zeichnen ein Bild eines Landes, in dem die Themen Wohnen, Wirtschaft und Gesundheit die Hauptanliegen sind, die die Menschen nachts wachhalten. Doch die Herausforderungen variieren stark zwischen den Generationen.

Die jüngeren Generationen identifizieren eindeutig die Wirtschaft, das Wohnen und die Arbeitsplatzunsicherheit als die drängendsten Probleme, die sie betreffen. Im Gegensatz dazu stehen bei den älteren Menschen vor allem die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden im Vordergrund, insbesondere wenn sie sich dem letzten Lebensabschnitt nähern.

Diese Unterschiede spiegeln sich in den Barometern der GUS wider, die seit Jahrzehnten die Spanier zu den drei Hauptproblemen des Landes befragen und deren persönliche Betroffenheit untersuchen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die Krise sind das Hauptanliegen der Spanier: 28,3 % der Befragten nennen dieses Thema unter ihren drei größten Sorgen, gefolgt von der Gesundheit (22 %) und dem Wohnen (19,8 %).

Die Prioritäten variieren jedoch je nach Altersgruppe. Bei den Jüngeren im Alter von 16 bis 24 Jahren stehen die Wirtschaft und die Krise (36 %), das Wohnen (35 %) und die Qualität der Arbeitsplätze (21 %) an erster Stelle. Ältere junge Menschen im Alter von 25 bis 34 Jahren teilen ähnliche Bedenken, wobei für sie das Wohnen (40 %) und die Wirtschaft sowie Prekarität (33 %) im Vordergrund stehen.

Für die “jungen” Rentner (65 bis 74 Jahre) und die älteren Rentner (75 Jahre und älter) spielen diese Themen eine geringere Rolle: Bei ihnen beunruhigen die Krise und die Wirtschaft nur 15 bzw. 13 % der Befragten, während diese Themen bei 11 % bzw. 5 % der älteren Generation als Sorgen wahrgenommen werden. Jüngere Rentner sorgen sich vor allem um ihre Gesundheit (25 %), während ältere Rentner sowohl um ihre eigene Gesundheit als auch um die ihrer Familie und Freunde (21 %) besorgt sind.

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal der älteren Generationen ist, dass sie tendenziell weniger Sorgen äußern als die Jüngeren. So gibt jeder fünfte Befragte über 75 Jahren an, keine Sorgen zu haben, während dieser Anteil bei den 65- bis 74-Jährigen bei 12 % liegt. Im Gegensatz dazu berichten nur 4 % der jungen Menschen, dass sie keine persönlichen Probleme haben.

Das Persönliche und das Nationale
Die Sorgen, die die Bürger betreffen, stehen in einem engen Zusammenhang mit den großen Herausforderungen des Landes, auch wenn sie sich ähneln. Für die Spanier zählen die Hauptprobleme des Landes Wohnen (28,8 %), Wirtschaft (20,1 %) und Arbeitslosigkeit (18,5 %). Weitere Themen wie Einwanderung (17,2 %), politische Probleme (16,4 %) und das Fehlverhalten von Politikern (14,8 %) sowie die Regierung und bestimmte politische Parteien (13,2 %) werden ebenfalls als wichtig erachtet.

Die auffälligen Unterschiede zwischen den Problemen, die die Bürger für Spanien wahrnehmen, und den Themen, die sie persönlich betreffen, sind frappierend. Ein deutliches Beispiel ist der Wohnungsbau, den 28,8 % der Spanier als Hauptproblem des Landes ansehen, während nur 19,8 % ihn als persönliche Sorge empfinden. Ähnliches gilt für die Arbeitslosigkeit, die von 18,5 % als Problem für das Land betrachtet wird, jedoch nur 9,1 % als persönliche Sorge zählt.

In anderen Bereichen ist der Unterschied zwischen dem wahrgenommenen Problem und der persönlichen Betroffenheit noch ausgeprägter. So zählen beispielsweise 17,2 % der Spanier die Einwanderung zu den Hauptproblemen, doch nur 7,1 % geben an, dass sie sich persönlich betroffen fühlen. Ein ähnliches Muster zeigt sich beim Fehlverhalten von Politikern: 14,8 % betrachten es als großes Problem, aber nur 5 % berichten, dass es sie betrifft.

Dieses Phänomen zeigt sich auch in umgekehrter Richtung. Ein klares Beispiel ist die Gesundheit, die 12,1 % der Spanier als eines der Hauptprobleme des Landes erachten, während 22,2 % sie als persönliche Sorge angeben. Auch soziale Ungleichheiten werden von 5,7 % als eines der größten Probleme des Landes gesehen, aber 10,9 % nennen sie als ein Anliegen, das sie persönlich betrifft.

Geschlechtsspezifische Kluft
Die Sorgen der Spanier variieren auch je nachdem, ob Männer oder Frauen befragt werden. Obwohl beide Geschlechter die Krise, wirtschaftliche Probleme, Gesundheit und Wohnen als die drängendsten Themen identifizieren, ist die Intensität der Sorgen unterschiedlich.

Die Daten des CIS zeigen, dass Frauen stärker von gesundheitlichen Sorgen betroffen sind als Männer (25,6 % gegenüber 18,6 %). Dies gilt auch für die Wohnungssuche (21,9 % gegenüber 17,6 %), die Qualität der Beschäftigung (17,3 % gegenüber 15,2 %) und die Bildung (8 % gegenüber 11 %). Im Gegensatz dazu empfinden Männer die Einwanderung als ein größeres Problem (8,4 % gegenüber 5,8 %).


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