Savannenwaran in Spanien: Afrikanischer Mini-Drache bedroht Ökosystem und Gesundheit

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Savannenwaran in Spanien: Afrikanischer Mini-Drache bedroht Ökosystem und Gesundheit
Bild: KI

Spanien steht vor einer neuen Herausforderung: Der Savannenwaran, oft als “afrikanischer Mini-Drache” bezeichnet, breitet sich in spanischen Parks aus und bringt dabei eine ernste Gefahr mit sich. Diese kaltblütigen Eindringlinge, die nicht nur die einheimische Tierwelt bedrohen, sondern auch potenziell tödliche Krankheitserreger verbreiten können, sorgen für wachsende Besorgnis.

Der Savannenwaran: Ein unerwünschter Neuankömmling

Der offizielle Name des Savannenwarans ist Varanus exanthematicus. Ursprünglich stammt er aus den Savannen Afrikas, doch nun wurde er vermehrt in Spanien, insbesondere in Katalonien, gesichtet. Zwischen 2001 und 2011 registrierte das spanische Ministerium für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung (MITECO) 14 freilaufende Warane in Katalonien, von denen elf Exemplare Savannenwarane waren. Die meisten dieser Tiere waren ausgewachsene Exemplare, was auf eine nicht unerhebliche Präsenz hindeutet.

Bedrohung für die heimische Tierwelt und Landwirtschaft

Das MITECO warnt eindringlich vor den potenziellen Auswirkungen dieser invasiven Art: “Eingeführte Warane könnten zu einer ernsthaften Bedrohung für die einheimische Tierwelt werden.” Diese großen, schuppigen Reptilien sind Raubtiere und könnten das ökologische Gleichgewicht in den mediterranen Ökosystemen stören.

Doch die Gefahr geht über die direkte Bedrohung der Tierwelt hinaus. Der Savannenwaran ist oft Wirt von Amblyomma-Zecken, einer besonders gefährlichen Zeckengattung, die ursprünglich in Afrika beheimatet ist. Diese Zecken können Bakterien übertragen, die bei Wiederkäuern Anaplasmose auslösen. Diese Krankheit schwächt das Immunsystem von Rindern und Schafen erheblich und kann Landwirte teuer zu stehen kommen. Ein MITECO-Bericht aus dem Jahr 2021 bestätigte bereits, dass afrikanische Reptilien mit diesen exotischen Zecken in Teilen Europas gefunden wurden, was die Alarmglocken schrillen lässt.

Illegale Haustierhaltung als Ursache

Experten vermuten, dass die Präsenz dieser Warane auf den illegalen Haustierhandel oder auf unverantwortliche Halter exotischer Tiere zurückzuführen ist. Viele Besitzer setzen die Tiere einfach aus, sobald sie zu groß und zu aggressiv werden, um sie weiterhin zu Hause zu halten.

Bislang wurden in Spanien keine etablierten Brutpopulationen des Savannenwarans entdeckt. Dennoch sind Naturschützer besorgt. Angesichts des Klimawandels und der steigenden Temperaturen in Spanien ist es nicht auszuschließen, dass diese wärmeliebenden Reptilien in Zukunft auch hier erfolgreich brüten und sich dauerhaft ansiedeln könnten. Dies würde die Bedrohung für die Biodiversität und die öffentliche Gesundheit weiter verschärfen.

Ein Problem für die öffentliche Gesundheit

Die Anwesenheit des Savannenwarans in Spanien ist nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein potenzielles Problem für die öffentliche Gesundheit. Die mitgebrachten Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellen ein ernstes Risiko dar. Spaniens sonnenverwöhnte Parks und Strände könnten somit Schauplatz einer schleichenden Invasion werden – eine Eidechse und eine Zecke nach der anderen.


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