Mietergewerkschaften haben für heute in rund dreißig Städten in ganz Spanien zu Demonstrationen aufgerufen

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Demos Wohnung Spanien

Das Mieten in Spanien hat sich in den letzten Jahren zu einem der drängendsten sozialen Anliegen der Bürger entwickelt. Dies ist vor allem auf den dramatischen Preisanstieg zurückzuführen – ein Anstieg von 78 % in den letzten zehn Jahren, wie aus der Studie “Kumulative Variation des Wohnraums in Spanien im Jahr 2024” von Fotocasa hervorgeht – sowie auf das Fehlen wirksamer Maßnahmen zur Sicherstellung des Zugangs zu Wohnraum.

Nach den massiven Demonstrationen für das Recht auf Wohnen, die im Herbst in den wichtigsten Städten des Landes stattfanden, gab es landesweit zahlreiche Mobilisierungen, um Lösungen und eine entschlossene Antwort auf dieses wachsende Problem zu fordern, das unter anderem junge Spanier daran hindert, sich zu emanzipieren. Das Durchschnittsalter für den Schritt in die Selbstständigkeit liegt mittlerweile bei 30 Jahren.

In diesem Kontext haben Dutzende sozialer Organisationen zu einem ersten Protest auf staatlicher Ebene am kommenden Samstag, dem 5. April, aufgerufen, um zu fordern, dass der Wohnungsbau nicht länger als Geschäft betrachtet wird. Die Mietergewerkschaft kritisiert, dass “exorbitante Mietpreise die Hauptursache für die Verarmung der Arbeiterklasse und ein erhebliches Hindernis für den Zugang zu Wohnraum darstellen”. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass sich eine kleine “Rentier”-Minderheit auf Kosten der “wirtschaftlichen Erstickung eines großen Teils der Gesellschaft” bereichert.

Die Gewerkschaften weisen zudem darauf hin, dass die Situation in touristischen Städten noch gravierender ist, da saisonale Vermietungen und das vorherrschende Tourismusmodell die ansässigen Bewohner aus ihren Vierteln vertreiben.

Ablauf der Demonstration
In Madrid beginnt die Demonstration am 5. April um 12:00 Uhr in Atocha. Sie führt über den Paseo del Prado nach Cibeles und weiter auf der Gran Vía, bis sie auf der Plaza de España endet. In Barcelona ist die Versammlung für 18:00 Uhr von der Plaza España aus geplant.

Die Organisatoren betonen, dass dieser Aufruf für den 5. April nicht als einmalige Demonstration gedacht ist, sondern Teil einer langfristigen Strategie des anhaltenden Drucks. “Dies ist ein weiterer Schritt in einer Bewegung, die nicht aufhören wird, bis das Wohnungsgeschäft beendet ist”, erklärte die Mietergewerkschaft von Madrid.


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