Masern in Spanien auf dem Vormarsch: Importierte Fälle aus Marokko treiben Infektionszahlen um 43% in die Höhe

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Masern in Spanien auf dem Vormarsch: Importierte Fälle aus Marokko treiben Infektionszahlen um 43% in die Höhe
Bild: KI

Drastischer Anstieg der Masernfälle beunruhigt die Gesundheitsbehörden

Spanien erlebt im Jahr 2025 eine besorgniserregende Zunahme der Masernfälle. Bis August wurden bereits 328 Infektionen registriert, was einem alarmierenden Anstieg von fast 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Trend versetzt nicht nur Spanien, sondern ganz Europa in erhöhte Alarmbereitschaft, da eine Krankheit, die als weitgehend besiegt galt, mit unerwarteter Wucht zurückkehrt. Epidemiologische Untersuchungen haben eine klare Hauptquelle für die importierten Infektionen identifiziert: Marokko.

Die Ursachen des Ausbruchs: Reiseverkehr und Impflücken

Die Analyse der Gesundheitsbehörden zeichnet ein deutliches Bild. Mindestens 100 der in Spanien positiv getesteten Personen haben sich die Infektion nach einer Reise nach Marokko oder durch direkten Kontakt mit Personen von dort zugezogen. Weitere 87 Fälle werden als Sekundärinfektionen eingestuft, die in unmittelbarem Zusammenhang mit diesen importierten Fällen stehen.

Besonders betroffen sind die spanischen Regionen mit dem intensivsten grenzüberschreitenden Austausch. Andalusien, Melilla, Katalonien und das Baskenland verzeichnen die höchsten Fallzahlen. Die Daten zeigen auch, dass vor allem die Jüngsten und Schwächsten gefährdet sind. Ein erheblicher Teil der Infizierten sind Säuglinge unter einem Jahr sowie Kleinkinder zwischen ein und vier Jahren. Die überwältigende Mehrheit dieser Patienten war nicht gegen Masern geimpft.

Diese Beobachtung deckt sich mit den Erkenntnissen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). In einem europaweiten Bericht warnt das ECDC, dass 84,3 % der registrierten Fälle mit bekannter Impfhistorie bei Personen auftraten, die nie eine Impfung erhalten hatten.

Ein europäisches Problem

Der Wiederanstieg der Masern in Spanien ist kein isoliertes Phänomen, sondern Teil eines beunruhigenden kontinentalen Trends. In den dreißig Ländern der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums wurden zwischen Juli 2024 und Juni 2025 insgesamt 14.401 Fälle gemeldet. Diese Zahlen bestätigen, dass das hochansteckende Virus in der gesamten Region wieder stark zirkuliert.

Maßnahmen des Gesundheitsministeriums

Angesichts dieser ernsten Lage hat das spanische Gesundheitsministerium umgehend reagiert und eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet. Die Kontrollen an Flughäfen, Häfen und Grenzübergängen sollen massiv verstärkt werden. Zudem wird der Impfstatus von Erwachsenen und Minderjährigen, die keinen vollständigen Schutz aufweisen, intensiv überprüft. Um eine schnelle Erkennung und Behandlung von Verdachtsfällen zu gewährleisten, wurden spezielle Schulungsprogramme für medizinisches Personal und Ärzte ins Leben gerufen.

Die spanischen Behörden betonen unmissverständlich, dass die Impfung das wirksamste und wichtigste Instrument im Kampf gegen die Ausbreitung der Masern bleibt. Nur durch die Aufrechterhaltung einer hohen Durchimpfungsrate in der Bevölkerung kann verhindert werden, dass sich die Krankheit in Spanien und dem Rest Europas erneut festsetzt. Die aktuelle Entwicklung ist eine eindringliche Mahnung, den Impfschutz ernst zu nehmen und Lücken konsequent zu schließen.


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