Klima-Protest an der Sagrada Família: Aktivisten von Futuro Vegetal bewerfen Gaudís Meisterwerk mit Farbe

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Sagrada Família

In den frühen Morgenstunden des Sonntags wurde Barcelonas weltberühmtes Wahrzeichen, die Sagrada Família, zum Schauplatz einer aufsehenerregenden Protestaktion. Mitglieder der Klima-Plattform Futuro Vegetal haben eine der Fassaden der Basilika mit rotem Pulver beschmutzt, um auf die ihrer Meinung nach verfehlte Politik im Kampf gegen Waldbrände aufmerksam zu machen.

Der frühe Morgenakt: Rotes Pulver auf dem Portal de la Fe

Gegen 08:00 Uhr morgens traten zwei Aktivisten vor das “Portal de la Fe” der von Antoni Gaudí entworfenen Kirche. Unter Rufen wie “Klimagerechtigkeit” warfen sie ein rot gefärbtes Pulver gegen die historische Fassade. Mit ihrer Aktion wollten sie die “Komplizenschaft” der Regierungen bei den verheerenden Waldbränden anprangern, die Spanien heimgesucht haben. Die Aktion wurde umgehend vom privaten Sicherheitsdienst der Sagrada Família unterbunden, welcher die Aktivisten bis zum Eintreffen der Behörden festhielt.

Futuro Vegetal prangert ‘Komplizenschaft’ der Regierung an

Die Organisation bekannte sich kurz darauf in den sozialen Medien zu der Tat. In einem auf der Plattform X veröffentlichten, 33-sekündigen Video ist der Vorfall deutlich zu sehen. Futuro Vegetal begründet den Protest mit der angeblichen Verursachung von Waldbränden durch die Viehwirtschaft. “Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung selbst werden rund 70 % der Waldbrände durch Aktivitäten im Zusammenhang mit der Viehzucht verursacht”, kritisierte die radikale Umweltplattform. Sie warfen der Fleischlobby vor, die Brände als “Propagandainstrument” zu nutzen, während die Subventionen für diesen Sektor ungehindert weiterfließen. Die Aktivisten fordern ein Umdenken: “Wir wollen, dass öffentliche Gelder für systemrelevante Arbeiter wie Feuerwehrleute oder Gesundheitspersonal bereitgestellt werden”, anstatt die Viehzuchtbetriebe “mit öffentlichen Geldern zu bewässern”.

Konsequenzen für die Aktivisten: Verfahren und Bußgelder

Für die beiden Beteiligten hatte die Aktion rechtliche Konsequenzen. Die Stadtpolizei von Barcelona (GUB) sprach eine Anzeige wegen der “Beschmutzung eines Denkmals” aus. Zusätzlich haben auch die Mossos d’Esquadra, die katalanische Polizei, ein Verfahren zu dem Vorfall eingeleitet. Laut Angaben von Futuro Vegetal wurden die beiden Aktivisten nach dem sogenannten “Maulkorbgesetz” mit einer vorgeschlagenen Sanktion von jeweils 600 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt.


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