Die wachsende Besorgnis über die negativen Auswirkungen des Übertourismus, insbesondere in beliebten Destinationen wie Barcelona oder den Kanarischen Inseln, steht im Fokus einer neuen YouGov Eurotrack-Umfrage. Die Studie, durchgeführt in Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Schweden, untersucht die Einstellungen der Europäer zu diesem Thema und beleuchtet die Auswirkungen des Massentourismus auf die lokale Bevölkerung.
Spanien zeigt sich als eines der am stärksten betroffenen Länder. Fast die Hälfte der spanischen Befragten (49%) gibt eine hohe Anzahl internationaler Touristen in ihrer Region an, 32% empfinden die Anzahl ausländischer Reisender als zu hoch. Dieser Wert liegt deutlich über dem zweithöchsten Wert in Frankreich (18%). Auch in Italien, einem weiteren Land, das mit Overtourism zu kämpfen hat, geben 16% der Befragten an, dass es zu viele ausländische Touristen in ihrer Region gibt. Im Gegensatz dazu liegt dieser Anteil in Großbritannien, Dänemark und Schweden lediglich bei 5-7%.
Innerhalb Spaniens zeigt sich Katalonien, die Region um Barcelona, mit 48% Zustimmung zur Aussage “zu viele Touristen” am stärksten betroffen. (Die Stichprobengröße für die Kanarischen Inseln wird nicht genannt). Die hohe Touristendichte korreliert mit einer negativen Wahrnehmung internationaler Touristen: 28% der Spanier äußern eine ablehnende Haltung, deutlich mehr als in Frankreich (16%), Deutschland (14%), Großbritannien (13%) und Italien (11%). Schweden zeigt mit 6% die geringste Ablehnung.
Die Umfrage beleuchtet auch die Einstellung gegenüber verschiedenen Aspekten der Tourismusbranche. In Spanien, wo die Regierung kürzlich ein härteres Vorgehen gegen Ferienwohnungen angekündigt hat, äußern 37% der Befragten, dass die Ferienvermietungsbranche mehr Schaden als Nutzen bringt, und 45% haben eine negative Meinung dazu. Großbritannien folgt mit 21% bzw. 33% mit deutlichem Abstand. Im Gegensatz dazu wird die Hotelbranche in Spanien vergleichsweise positiv bewertet (21% negative Meinungen), ähnlich wie in Frankreich, Italien, Deutschland und Großbritannien (18-19%).
Während Spanien der Kreuzfahrtbranche eher positiv gegenübersteht, zeigt sich in Deutschland eine deutlich kritischere Haltung. 44% der Deutschen sehen die Branche als schädlicher als nützlich an, und 45% haben eine negative Meinung dazu. Frankreich teilt die negative Einschätzung (47%), sieht die Branche aber wenigerheitlich als überwiegend schädlich (33%). Inbound-, Outbound- und Inlandstourismus sowie die Hotel- und Fluggesellschaftsbranche werden mehrheitlich positiv bewertet.
Die Umfrage untersucht auch die Unterstützung für Maßnahmen gegen Overtourism. Die Mehrheit der Befragten in allen Ländern (53-66%) sympathisiert mit Protesten gegen Massentourismus. Besonders hohe Zustimmung finden Vorschriften wie die Buchungspflicht für Sehenswürdigkeiten (57-76%) und die Begrenzung der Besucherzahlen (50-62%). Ein Verbot von Hotelneubauten in beliebten Städten findet ebenfalls mehrheitliche Zustimmung (46-58%), während eine Touristensteuer kontroverser diskutiert wird und in Italien die Bevölkerung spaltet (45% Zustimmung, 46% Ablehnung). Ein Verbot von Ferienvermietungen findet in Großbritannien, Spanien, Dänemark und Deutschland mehrheitliche Zustimmung, während Frankreich gespalten ist und Italien und Schweden mehrheitlich dagegen sind. Die Ablehnung eines Verbots von Tagesausflüglern ist in allen Ländern deutlich, insbesondere in Großbritannien (70% dagegen).
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