Hund und Katze im Testament: So sichern Sie das Wohlergehen Ihrer Haustiere in Spanien

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Hund und Katze im Testament: So sichern Sie das Wohlergehen Ihrer Haustiere in Spanien
ID 6226427 © Kirill Kurashov | Dreamstime.com

Der Gedanke daran, was mit dem geliebten Hund oder der Katze geschieht, wenn man selbst nicht mehr da ist, bereitet vielen Tierhaltern Sorge. Seit 2021 erkennt das spanische Gesetz Tiere als fühlende Wesen an. Dies ist ein wichtiger Fortschritt, auch wenn sie weiterhin kein direktes Erbe antreten können. Doch es gibt Wege, ihr Wohlergehen im Testament zu sichern. Eine aktuelle Studie von Rover zeigt, dass 94 % der Menschen den rechtlichen Schutz ihrer Haustiere für essenziell halten, aber 63 % der Hundehalter unsicher sind, wie sie dies testamentarisch regeln können. Dieser Wissensmangel führt dazu, dass jährlich unzählige Hunde und Katzen in Tierheimen landen, oft nach dem traumatischen Verlust ihres menschlichen Bezugs.

Die Zukunft Ihres Haustieres im Testament sichern

Das reformierte spanische Zivilgesetzbuch ermöglicht es, eine natürliche oder juristische Person als Vormund für das Haustier zu benennen. Diese Person wird nicht zum Erben des Tieres, sondern übernimmt die Verantwortung für dessen Pflege. Wird kein Vormund bestimmt, fällt das Tier in die Obhut der Erben. Sollten diese das Tier nicht aufnehmen wollen, kann die öffentliche Verwaltung es einem Dritten übergeben oder in ein Tierheim einweisen. Bei Konflikten entscheidet ein Richter, wobei das Wohlergehen des Tieres stets im Vordergrund steht. Es ist daher von großer Bedeutung, im Testament klar festzulegen, wer sich um das Tier kümmert. Eine vorherige Absprache mit der betreffenden Person oder Organisation ist dabei unerlässlich. Auch die Details zur Kostenübernahme für die Pflege sollten präzise aufgeführt werden.

Finanzielle Absicherung und bedingte Vermächtnisse

Die Rover-Studie zeigt, dass sieben von zehn Personen einen gesetzlichen Vormund für ihr Haustier im Testament ernennen würden, jedoch haben nur 9 % dafür professionelle Hilfe von einem Notar oder Anwalt in Anspruch genommen. Interessanterweise würden 16 % der Befragten einen Teil ihres Erbes lieber ihrem Haustier als einem Familienmitglied hinterlassen. Auch wenn dies rechtlich nicht direkt umsetzbar ist, gibt es indirekte Möglichkeiten: durch bedingte Vermächtnisse oder die Zuweisung eines Teils des Erbes an eine Person oder einen Verein, verbunden mit der Verpflichtung, diese Mittel für die Tierpflege zu verwenden.

Verantwortung übernehmen: Weitreichende Konsequenzen der Tierpflege

Die Pflege eines Tieres ist eine ernstzunehmende Verantwortung, die über Fütterung und Spaziergänge hinausgeht. Sie umfasst tierärztliche Versorgung, Zuneigung und die Erfüllung spezifischer Bedürfnisse. Experten raten dringend dazu, dass die als Vormund ausgewählte Person bereits zu Lebzeiten des Tierhalters Zeit mit dem Tier verbringt. Dies hilft beiden, sich aneinander zu gewöhnen und den Übergang im Falle des Falles so sanft wie möglich zu gestalten. María González Lacabex von INTERcids betonte gegenüber 20minutos, dass die testamentarische Regelung der Tierhaltung keine Laune, sondern ein Akt der Verantwortung sei, der den Schutz und das Wohlergehen der Tiere gewährleistet.

Klare Regelungen im Testament und die Rolle von Tierschutzvereinen

Es ist entscheidend, nicht nur mit dem zukünftigen Vormund zu sprechen, sondern die Regelungen auch klar und präzise im Testament festzuhalten. Dies erleichtert nicht nur die Zuweisung des Tieres, sondern auch wichtige administrative Schritte wie den Eigentümerwechsel im Tierkennzeichnungsregister. Für Tierhalter, die keine Familie oder Freunde haben, die die Vormundschaft übernehmen können, bietet sich die Option an, einen Teil des Erbes einem Tierschutzverein zukommen zu lassen. Diese Zuweisung ist stets an die Pflege des Tieres geknüpft. So wird sichergestellt, dass der Hund oder die Katze ein Leben lang Fürsorge und Schutz erfährt und nicht in einem Tierheim landet, zwangsweise adoptiert wird oder gar ausgesetzt wird. Das neue Tierschutzgesetz hat die rechtlichen Garantien für Tiere in Spanien gestärkt und das Töten von Tieren in Auffangstationen weitgehend verboten. Trotzdem kann die Unterbringung in einer Tierauffangstelle für Tiere, die an ein häusliches Umfeld gewöhnt sind, eine traumatische Erfahrung sein. Die frühzeitige Planung ihrer Zukunft im Testament ist daher ein wichtiger Schritt, um sie auch über den eigenen Tod hinaus zu schützen.


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