Historischer Schuldenerlass: Spanische Regierung erlässt autonomen Regionen fast 85 Milliarden Euro

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Spanische Regierung erlässt autonomen Regionen fast 85 Milliarden Euro
Bild: KI

Die Erste Vizepräsidentin und Finanzministerin Spaniens, María Jesús Montero, hat eine wegweisende Entscheidung der Regierung bestätigt. Am kommenden Dienstag, dem 2. September, wird der Ministerrat einen Gesetzentwurf zur Übernahme von Schulden der Autonomen Gemeinschaften in Höhe von bis zu 83.252 Millionen Euro verabschieden. Diese Maßnahme, die sich auf fast 85 Milliarden Euro beläuft, stellt eine der größten finanziellen Entlastungsaktionen in der jüngeren Geschichte Spaniens dar.

Der Pakt mit Katalonien als Auslöser

Die Initiative geht auf eine Vereinbarung zwischen der PSOE und der Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) zurück. Ursprünglich war geplant, einen Teil der Schulden Kataloniens – konkret 17.000 Millionen Euro – zu erlassen. Die Regierung hat diesen Ansatz jedoch auf alle autonomen Regionen ausgeweitet, die einen entsprechenden Antrag gestellt haben, um eine landesweit gerechte Lösung zu schaffen. Bei einem Besuch in der Freihandelszone von Sevilla betonte Montero die historische Dimension des Vorhabens: „Noch nie zuvor hatte eine Regierung den Ansatz, 85.000 Millionen Schulden zu übernehmen.“

Andalusien profitiert am stärksten – Politischer Streit entbrennt

Entgegen der Kritik aus der Opposition wird Andalusien die am stärksten profitierende Region sein. Der spanische Staat plant, Schulden in Höhe von 18.791 Millionen Euro für die südspanische Gemeinschaft zu übernehmen. In diesem Zusammenhang griff Montero den andalusischen Präsidenten, Juanma Moreno (PP-A), scharf an. Sie warf ihm vor, über die Initiative „gelogen“ zu haben, indem er behauptete, Katalonien würde bevorzugt und Andalusien bekäme nur „Krümel“.

Montero stellte klar, dass die Regierung eine „gerechte Behandlung für alle Gebiete“ anstrebe und die Zahlen belegen, dass Andalusien am meisten vom Schuldenerlass profitiere. Die Finanzministerin kritisierte Morenos anhaltenden Widerstand scharf: „Mit welchem gesunden Menschenverstand wird einer Familie angeboten, einen Teil ihrer Schulden kostenlos zu erlassen, und sie sagt Nein?“.

Opposition im Zwiespalt

Die Generalsekretärin der PSOE-A führte die ablehnende Haltung Morenos auf die Parteilinie der Volkspartei zurück, ein „Nein für das Nein“, das von der Parteizentrale in Genua vorgegeben werde. „Das ist etwas, das wirklich den Kriterien von Genua entspricht, auch wenn das bedeutet, Steine in ihr eigenes Dach zu werfen“, so Montero. Sie äußerte jedoch die Hoffnung und Überzeugung, dass letztendlich keine autonome Gemeinschaft, auch nicht Andalusien, auf einen solchen Schuldenerlass verzichten könne. Die damit verbundenen, erheblichen Zinszahlungen seien eine zu große Belastung für die regionalen Haushalte.


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