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Historischer Fund: Der älteste menschliche Fingerabdruck Europas wurde an der archäologischen Stätte Abrigo de San Lázaro in Segovia entdeckt

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Historischer Fund: Der älteste menschliche Fingerabdruck Europas wurde an der archäologischen Stätte Abrigo de San Lázaro in Segovia entdeckt
Foto: UCM

Spanische Forscher haben eine sensationelle Entdeckung gemacht, die unser Bild vom symbolischen Denken der Neandertaler grundlegend neu zeichnet. An der Fundstätte Abrigo de San Lázaro in Segovia wurde ein Granitfelsen mit einem roten, ockerfarbenen Punkt geborgen, der einen menschlichen Fingerabdruck trägt. Das Unglaubliche: Forensische Analysen haben diesen Fingerabdruck eindeutig einem Neandertaler zugeordnet. Das etwa 43.000 Jahre alte Objekt ist der älteste und vollständigste Beweis für einen menschlichen Fingerabdruck dieser Spezies in Europa und stellt einen direkten Beleg für die absichtliche Verwendung von Pigmenten zu symbolischen Zwecken dar.

Ein tieferer Blick in die Neandertaler-Psyche

Die multidisziplinäre Forschung unter Beteiligung der Universität Complutense Madrid (UCM), des Instituts für Geologie und Bergbau Spaniens (IGME-CSIC), des Generalkommissariats für wissenschaftliche Polizei und der Universität Salamanca hat gezeigt, dass es sich hierbei nicht um einen Zufall handelt. David Álvarez Alonso, Forscher an der UCM, betont: “Die archäologischen, stratigraphischen und morphologischen Beweise deuten auf eine bewusste Manipulation des Objekts hin: seine Auswahl, sein Transport, seine Pigmentierung und möglicherweise seine Interpretation als menschliche Gesichtsdarstellung durch das Phänomen der Pareidolie, das auch bei Neandertalern vorhanden wäre.”

Dies ist nicht nur der erste vollständige Fingerabdruck, der mit einem Pigment in einem europäischen paläolithischen Kontext assoziiert wird, sondern auch das erste Mal, dass eine solch eindeutig individualisierte symbolische Geste in den archäologischen Aufzeichnungen der Neandertaler verzeichnet wurde.

Hightech-Forschung entschlüsselt die Vergangenheit

Seit 2019 arbeiten die Forscher, darunter auch María de Andrés Herrero (UCM) und Andrés Díez Herrero (IGME-CSIC), an diesem faszinierenden Projekt. Zum Einsatz kamen modernste Techniken wie 3D-Scanning, REM, RFA, Multispektralanalyse und eine dermatoglyphische Studie der Wissenschaftspolizei. Diese Kombination aus Archäologie, Geologie, Forensik und Statistik ermöglichte die präzise Analyse des Artefakts.

Die Erkenntnis stärkt nicht nur die Hypothese des symbolischen Denkens und der abstrakten Kapazität der Neandertaler, sondern eröffnet auch eine völlig neue Forschungslinie, indem sie moderne forensische Methoden auf die Erforschung prähistorischen symbolischen Verhaltens anwendet. Finanziert wurde das Projekt von der Junta de Castilla y León und der Universität Complutense Madrid.


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