Die verheerende DANA vom 29. Oktober 2024, die die Region Valencia heimsuchte, forderte über 200 Todesopfer und löste landesweite Bestürzung aus. Innerhalb von knapp fünf Monaten fielen über 800.000 Tonnen schlammvermischter Abfall an – eine immense Menge, bedenkt man, dass die Region Valencia im Jahresdurchschnitt lediglich 180.000 Tonnen produziert.
In den vergangenen Monaten engagierte sich ein Großteil der Bevölkerung bei den Wiederaufbau- und Hilfsmaßnahmen in den betroffenen Gemeinden Valencias. Angesichts der enormen Abfallmengen beschloss das Ministerium für Umwelt, Infrastruktur und Territorium, den mit den Flutschäden vermischten Boden nach Aufbereitung für verschiedene Zwecke wiederzuverwenden, beispielsweise auf Deponien, in Steinbrüchen, in der Landwirtschaft und im Baugewerbe.
Wiederverwendung des Bodens: Ein Pilotprojekt zur Bodenaufbereitung findet in Catarroja statt, einer der am stärksten betroffenen Gemeinden. Eine spezielle Maschine siebt den Boden und trennt ihn vom Abfall. Anschließend wird das Material analysiert, um sicherzustellen, dass es frei von Schadstoffen ist. Der gereinigte Boden kann dann für verschiedene Anwendungen wiederverwendet werden. Das Projekt umfasst auch die separate Behandlung anderer Abfallarten wie Reifen, Gasflaschen, Schrott und Matratzen.
Wiederverwendung in der Landwirtschaft: Die durch überlaufende Flüsse und Schluchten verursachten Überschwemmungen rissen große Mengen Schlamm, Geröll und Abfälle mit sich, die sowohl die Ernten als auch die Bodenqualität beeinträchtigten. Besonders betroffen sind die landwirtschaftlich wichtigen Gebiete Ribera Alta und l’Albufera, wo Reis-, Zitrus- und Gemüsefelder zerstört wurden. Die Sanierung der betroffenen Böden durch Behandlung des Schlamms und der verschmutzten Sedimente ist im Gange. Obwohl bisher nur wenige Schlammproben im Naturpark Albufera entnommen wurden, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen.
Weitere Maßnahmen der Abfallbewirtschaftung: Das Ministerium für Umwelt, Infrastruktur und Territorium richtete lokale Sammelstellen für die Abfälle aus den Gemeinden ein. Zusätzlich wurden in Quart-Manises, Picassent, Catarroja und Alfafar Übergabestationen eingerichtet, die eine erste Zerkleinerung, Metall- und Matratzentrennung durchführen.
Energetische Verwertung: Neben den vom valencianischen Ministerium geförderten Wiederverwendungslösungen wird auch die Verbrennung eines Teils der Abfälle in Erwägung gezogen. Ähnlich wie in einem Wärmekraftwerk könnte die dabei entstehende Wärme zur Stromerzeugung genutzt werden. Experten argumentieren, dass die Verbrennung das Abfallvolumen reduziert und die entstehende Asche beispielsweise für die Zementherstellung verwendet werden kann.
Darüber hinaus hat Spanien Fortschritte bei der Nutzung von Biomethan erzielt, einer sauberen Energiequelle, die aus organischen Abfällen und Deponien gewonnen werden kann. Biomethan könnte die Bemühungen des Ministeriums ergänzen, indem es eine nachhaltige Energielösung bietet und die Umweltbelastung durch die DANA-bedingten Abfälle reduziert.
Ausblick: Während die Aufräumarbeiten andauern, zählen die Albufera de Valencia und ihre Strände zu den am stärksten von den angeschwemmten Abfällen betroffenen Gebieten. Über 60.000 Kilogramm Müll, darunter 36 verschiedene Abfallarten wie Reifen, Stoßstangen, Gasflaschen, Möbel und Kunststoffe, wurden bereits entfernt. Im Zuge der Wiederaufbaumaßnahmen müssen zusätzliche Vorkehrungen getroffen werden, um die Auswirkungen zukünftiger Überschwemmungen und Naturkatastrophen auf die Abfallentsorgung zu minimieren.
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