Der tiefe Sumpf des spanischen Fußballs: Ein Richter leitet ein Verfahren gegen Messi, Piqué, Rubiales und Ceferin wegen Korruption ein

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Korruption Spanien

Das Gericht Nr. 5 in Granada hat ein Verfahren wegen mutmaßlicher Korruption gegen die ehemaligen FC Barcelona-Spieler Gerard Piqué und Leo Messi, den ehemaligen Präsidenten des Königlichen Spanischen Fußballverbands (RFEF), Luis Rubiales, und den Präsidenten der UEFA, Aleksander Ceferin, eröffnet. Richter Josep Sola Fayet hat das Ermittlungsverfahren 3628/2024 eingeleitet und die Staatsanwaltschaft aufgefordert, innerhalb von fünf Tagen mit einem Anwalt in dem Fall zu erscheinen. Die Staatsanwaltschaft wurde über die Eröffnung des Verfahrens informiert.

Dieses Verfahren folgt auf Ermittlungen im Fall Ceferin, nachdem eine Zeitung exklusive Nachrichten und Audios veröffentlicht hatte, die zwischen den damaligen FC Barcelona-Spielern Gerard Piqué und Leo Messi sowie dem ehemaligen RFEF-Präsidenten Luis Rubiales und dem UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin ausgetauscht wurden. Diese Kommunikation deutet darauf hin, dass versucht wurde, Gelder von der Europäischen Konföderation an bestimmte Spieler umzuleiten, um Gehaltsverluste durch die Covid-19-Pandemie auszugleichen. Nachdem die Gewerkschaft Manos Limpias sieben Monate auf eine Reaktion der Staatsanwaltschaft gewartet hatte, brachte sie die Fakten vor Gericht, da die Verhandlungen möglicherweise die Verbrechen der Korruption im Geschäftsverkehr und der Einflussnahme gemäß Artikel 286bis und 429 des Strafgesetzbuches betreffen könnten.

Umleitung von UEFA-Geldern
Das erste Gespräch zu diesem Thema fand am 2. April 2020 statt, als Rubiales Piqué anrief, der versprach, später zurückzurufen. In diesem Gespräch äußerte Piqué im Namen von Messi gegenüber Rubiales die Besorgnis des argentinischen Spielers über die erheblichen Gehaltskürzungen aufgrund der Pandemie. Der FC Barcelona hatte kürzlich eine Kürzung der Gehälter um bis zu 70 % vorgeschlagen.

Am selben Tag kontaktierte Rubiales den UEFA-Präsidenten und schickte ihm ein Audio per WhatsApp, worin er Ceferin die von Messi geäußerte Besorgnis vermittelte. Rubiales schlug vor, “UEFA-Gelder zu verwenden”, um die Verluste der Spieler auszugleichen, betonte jedoch die Notwendigkeit der Vertraulichkeit, da eine öffentliche Bekanntmachung negative Auswirkungen haben könnte.

Rubiales betonte: “Sie [Piqué und Messi] haben klar gesagt, dass niemand erfahren sollte, dass wir über unser Geld sprechen, da die Öffentlichkeit sonst negativ reagieren könnte.” Der UEFA-Präsident versicherte ihm, dass die Angelegenheit vertraulich behandelt wird.

Rubiales schlug Ceferin vor, die RFEF-Gelder der UEFA so umzuverteilen, dass Messi und andere betroffene Spieler davon profitieren. Zwei Tage später kommunizierte Rubiales erneut mit Ceferin, um den Vorschlag zu diskutieren, und betonte Messis Besorgnis über eine mögliche öffentliche Bekanntmachung.

Am 6. April unterbreitete Rubiales Ceferin einen wirtschaftlichen Vorschlag, 4 % der Übertragungsrechte für UEFA-Spiele umzuverteilen, um die Gehaltskürzungen der Spieler auszugleichen. Der Vorschlag sah vor, dass der RFEF etwa 50 % der Solidaritätszahlungen an einen Notfallfonds weiterleitet, um Gehaltskürzungen in verschiedenen Fußballligen abzudecken.

Rubiales hielt Piqué informiert, der wiederum Messi auf dem Laufenden hielt. Ein “Vierertreffen” fand am 14. April statt, bei dem die Teilnehmer die Entwicklungen diskutierten. Rubiales schlug vor, dass Piqué und Messi Ceferin als Dank ein signiertes Trikot schicken sollten, um seine positive Reaktion zu fördern.

Ein weiteres Treffen fand am 21. April statt, wobei unklar ist, ob Messi teilnehmen konnte. Die Verhandlungen wurden bis zum 5. Mai pausiert, als Ceferin ein weiteres Treffen vorschlug, um den strategischen Plan zu besprechen.

Die Gespräche erstreckten sich über mindestens drei Monate und endeten mit einer Nachricht am 15. Juni 2020, in der Rubiales Piqué aufforderte, die finanziellen Angelegenheiten zu klären.

Nun hat die Ermittlerin Sola Fayet beschlossen, ein Verfahren gegen die Beteiligten einzuleiten. Die Anordnung sieht vor, dass die Staatsanwaltschaft informiert wird und die Gewerkschaft Manos Limpias innerhalb von fünf Tagen erscheinen kann. Gerichtliche Quellen deuten darauf hin, dass die Einleitung des Verfahrens ein Hinweis auf die Bedeutung des Falls sein könnte. Die Anordnung wurde am 20. Dezember erlassen, aber erst kürzlich dem Beschwerdeführer mitgeteilt. Miguel Bernard hat nun fünf Tage Zeit, damit sein Anwalt im Verfahren erscheinen kann.

Bild: ID 167951933 ©
Mauriceschuckart | Dreamstime.com


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