Blackstone will Müllabfuhr-Riesen in Spanien für 5.500 Millionen Euro kaufen

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Blackstone Spanien Muell
Bild: KI

Die möglicherweise größte Unternehmensübernahme Spaniens in diesem Jahr spielt sich abseits des grellen Rampenlichts ab, hat aber dennoch außergewöhnliche Dimensionen: Zwei Private-Equity-Giganten wollen das Unternehmen, das Ihren Müll entsorgt, zu einem astronomischen Preis kaufen.

Wie El Economista berichtet, haben Blackstone und EQT eine Exklusivitätsvereinbarung unterzeichnet, um den Kauf von Urbaser für rund 5,5 Milliarden Euro inklusive Schulden zu verhandeln. Das Konsortium wird nun eine vierwöchige Due Diligence durchführen, um die letzten Details zu klären.

Die Bedeutung: Diese Bewertung macht Urbaser, ein Abfallwirtschaftsunternehmen, das einst als Tochtergesellschaft von ACS gegründet wurde, wertvoller als Fluggesellschaften wie China Airlines oder Easyjet und sogar den spanischen Rüstungstechnologiekonzern Indra.

Nebeneffekt: Die Transaktion unterstreicht das wachsende Interesse globaler Fonds am spanischen Umweltsektor.

Hinter den Kulissen: Der bisherige Eigentümer, der Platinum Equity Fonds – Urbaser ist spanischen Ursprungs, aber mit US-amerikanischem Kapital –, wird sein Investment in nur drei Jahren verdreifachen. Platinum Equity kaufte Urbaser 2021 für 3,5 Milliarden Euro vom chinesischen Konzern China Tianying (CNTY), der das Unternehmen wiederum 2016 für lediglich 1,114 Milliarden Euro von ACS erworben hatte.

Die Geldspur: Platinum hat Urbaser bereits beträchtlichen Wert entzogen:

  • In den Vorjahren wurde eine Dividende von 300 Millionen Euro ausgeschüttet.
  • Eine weitere Sonderdividende von 1 Milliarde Euro war vorbereitet, falls der Verkauf scheitern sollte.
  • Das Unternehmen verkaufte vier Tochtergesellschaften (Großbritannien, Nordische Länder, Wassergeschäft und Portugal) für rund 1 Milliarde Euro.

In Zahlen: Urbaser ist ein wachsender Gigant:

  • EBITDA 2024: 560 Millionen Euro (ohne Argentinien)
  • Prognostiziertes EBITDA 2025: 600 Millionen Euro (ohne Argentinien)
  • Die argentinische Tochtergesellschaft, die nicht Teil der Transaktion ist, trägt weitere 90 Millionen Euro bei.

Blackstones Spanien-Shoppingtour: Der US-Gigant besitzt bereits eine Vielzahl strategischer Vermögenswerte in Spanien, von Immobilien und Hotels bis hin zu Logistikzentren. Diese Übernahme fügt sich in Blackstones globales Engagement in kritische Infrastruktur und grundlegende öffentliche Dienstleistungen ein.

Wie geht es weiter? Sollte die Transaktion abgeschlossen werden, wäre sie die größte des Jahres in Spanien und eine der größten in Europa. Laut Expansión soll die argentinische Tochtergesellschaft später separat verkauft werden. Die neuen Eigentümer werden nach der Übernahme eine erhebliche Verschuldung zu bewältigen haben.


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