Australien verurteilt Spanien zu 500 Mio. Euro Strafe wegen erneuerbarer Energien

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Wind und Solar Spanien

Ein juristischer Paukenschlag aus Down Under trifft den spanischen Staat mit voller Wucht: Die australische Justiz hat eine Geldstrafe von fast 500 Millionen Euro gegen Spanien verhängt. Dieses Urteil markiert einen weiteren schweren Rückschlag in der langwierigen internationalen Auseinandersetzung um die Kürzungen bei den Subventionen für erneuerbare Energien und könnte weitreichende finanzielle Konsequenzen haben.

Die Details des Urteils: Fast eine halbe Milliarde Euro an Forderungen

Das Bundesgericht von Australien hat vier internationalen Schiedssprüchen volle Rechtsgültigkeit verliehen, was sich auf eine Gesamtsumme von 469 Millionen Euro summiert – Zinsen und Prozesskosten sind hierbei noch nicht einmal eingerechnet. Der vorsitzende Richter wies das Hauptargument der spanischen Staatsanwaltschaft, die sogenannte Staatenimmunität, entschieden zurück und folgte stattdessen vollumfänglich der Argumentation der klagenden Investoren. Die bestätigten Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

  • NextEra: 290,6 Millionen Euro
  • Watkins: 77 Millionen Euro
  • RREEF-Fall: 59,6 Millionen Euro
  • 9REN: 41,7 Millionen Euro

Die Folgen des Urteils: Spanische Vermögenswerte im Visier

Mit dieser richtungsweisenden Entscheidung ist der Weg für die Kläger nun frei, die Beschlagnahme von spanischem Staatseigentum auf australischem Territorium zu beantragen. Diese Möglichkeit stand bereits seit Mitte 2023 im Raum, nachdem der Oberste Gerichtshof des Landes die Schulden Spaniens gegenüber den Energieunternehmen offiziell anerkannt hatte. Insbesondere die Vermögenswerte des spanischen Schiffbauunternehmens Navantia in Australien, die auf rund 120 Millionen Euro geschätzt werden, sind ins Fadenkreuz der Investoren geraten. Die Situation hatte sich bereits Ende letzten Jahres zugespitzt, als ein lokales Gericht Spanien als “widerspenstigen Schuldner” bezeichnete, was die Wahrscheinlichkeit effektiver Pfändungen in naher Zukunft drastisch erhöht.

Scharfe Kritik an Spaniens Strategie und die Zukunftsaussichten

Quellen aus dem Umfeld des Verfahrens berichten, dass der Richter besonders die juristische Vorgehensweise der spanischen Staatsanwaltschaft scharf kritisierte. Er bezeichnete die Verteidigungsstrategie als “ineffektiv und übermäßig belastend”. Für Spanien bedeutet dieses Urteil nicht nur einen enormen finanziellen Schlag, sondern auch eine empfindliche juristische Niederlage, die das Risiko von Vermögenspfändungen im Ausland real werden lässt. Der internationale Druck auf Spanien im Streit um die Kürzungen im Sektor der erneuerbaren Energien nimmt damit weiter zu.


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