Achtung, Eltern! Neues Gesetz in Spanien – Social Media erst ab diesem Alter!

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Kinder Social Media Spanien
Bild: KI

Der spanische Ministerrat hat ein Gesetz zum Schutz von Minderjährigen in der digitalen Welt verabschiedet. Das Gesetz sieht unter anderem eine Anhebung des Mindestalters für die Nutzung sozialer Netzwerke von 14 auf 16 Jahre vor und verpflichtet zur kostenlosen Bereitstellung von Jugendschutzsoftware auf allen digitalen Geräten.

Das Gesetz stärkt den Schutz junger Menschen im Internet und modifiziert das spanische Datenschutzgesetz. Artikel 7 des Datenschutzgesetzes besagt nun, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten von Minderjährigen unter 16 Jahren nur mit deren Einwilligung erfolgen darf, die wiederum die Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten erfordert. Konkret bedeutet dies, dass Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook die Zustimmung der Eltern einholen müssen, bevor Minderjährige unter 16 Jahren ein Konto erstellen können.

Bisher regelten die Plattformen den Zugang von Minderjährigen unterschiedlich. Während beispielsweise Facebook, X (Twitter), Twitch und TikTok ein Mindestalter von 13 Jahren vorschreiben, basierte die Überprüfung oft auf Selbstregulierung und konnte leicht umgangen werden. Andere Netzwerke wie Instagram setzen das Mindestalter auf 14 Jahre fest, und YouTube orientiert sich an den jeweiligen nationalen Vorgaben.

Mit der Gesetzesänderung schließt sich Spanien der Mehrheit der EU-Länder an. Zehn Mitgliedstaaten haben bereits ein Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke festgelegt. Die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erlaubt den Mitgliedstaaten, das Mindestalter zwischen 13 und 16 Jahren festzulegen.

Die spanische Datenschutzbehörde hatte die Anhebung des Mindestalters, gemeinsam mit der Gruppe für digitale Gesundheit für Minderjährige, bereits zuvor gefordert.

Ein zentraler Bestandteil des neuen Gesetzes ist der Mechanismus zur Altersverifikation, der von der Datenschutzbehörde in Zusammenarbeit mit der Nationalen Münz- und Briefmarkenfabrik entwickelt wird. Minderjährige müssen künftig mittels eines Ausweisdokuments ihr Alter nachweisen, um sich bei sozialen Netzwerken registrieren zu können. Dieses System soll verhindern, dass Kinder und Jugendliche durch falsche Altersangaben Zugang zu den Plattformen erhalten.

Der Minister für Präsidentschaft, Justiz und Beziehungen zu den Gerichten, Félix Bolaños, kritisierte die bisherige Praxis: “Das derzeitige System ist ineffektiv, da Minderjährige lediglich gefragt werden, ob sie volljährig sind, und ein einfaches ‘Ja’ genügt.” Der neue Mechanismus, der ursprünglich zur Kontrolle des Zugangs zu pornografischen Inhalten entwickelt wurde, soll nun auch für soziale Netzwerke Anwendung finden.


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