Spanische Sicherheitsbehörden haben einen dschihadistischen Aufruf zu Terroranschlägen in mehreren europäischen Ländern entdeckt. Im Visier stehen insbesondere Polizeibeamte und Teilnehmer öffentlicher Demonstrationen. Die mutmaßlich mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbundene Botschaft fordert dazu auf, Proteste und Straßenunruhen gezielt für gewaltsame Angriffe auszunutzen. Neben Spanien werden auch Frankreich, Italien und Portugal ausdrücklich genannt.
Das spanische Innenministerium hat eine Warnung über einen dschihadistischen Aufruf erhalten, der sich gegen Sicherheitskräfte und Demonstranten in mehreren europäischen Staaten richtet. Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde die entsprechende Veröffentlichung auf einer Internetseite entdeckt, die mit der Terrororganisation Islamischer Staat, auch bekannt als Daesh, in Verbindung gebracht wird.
Die Botschaft richtet sich insbesondere gegen Polizeibeamte, die bei öffentlichen Protesten und gewaltsamen Auseinandersetzungen für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung verantwortlich sind. Gleichzeitig werden auch Teilnehmer von Demonstrationen als mögliche Anschlagsziele genannt.
Spanien gehört zu vier ausdrücklich genannten Ländern
Der von den spanischen Behörden entdeckte Text trägt den Titel „Aufruf zum Angriff auf Polizisten und Demonstranten“.
Darin werden vier europäische Staaten ausdrücklich als mögliche Schauplätze terroristischer Gewalttaten aufgeführt: Spanien, Frankreich, Italien und Portugal.
Nach den vorliegenden Informationen fordert die Veröffentlichung dazu auf, größere Menschenansammlungen und gesellschaftliche Unruhen für Anschläge auszunutzen.
Die Verfasser betrachten insbesondere Demonstrationen, bei denen es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Protestteilnehmern kommt, als mögliche Gelegenheiten für Angriffe.
Dabei richtet sich die Bedrohung nicht ausschließlich gegen staatliche Sicherheitskräfte. Auch Menschen, die an öffentlichen Kundgebungen teilnehmen, werden ausdrücklich als mögliche Ziele genannt.
Dschihadistische Propaganda propagiert unterschiedliche Anschlagsformen
Besonders besorgniserregend ist der Inhalt der veröffentlichten Botschaft. Die Verfasser propagieren unterschiedliche Formen terroristischer Gewalt, darunter Angriffe mit Messern, Sprengstoffen und Fahrzeugen.
Auch Selbstmordanschläge werden in dem extremistischen Aufruf ausdrücklich befürwortet.
Die Botschaft versucht damit, bereits bestehende gesellschaftliche Spannungen und mögliche gewaltsame Auseinandersetzungen für terroristische Zwecke zu instrumentalisieren.
Nach Darstellung der Verfasser könnten Polizeibeamte während unübersichtlicher Protestlagen besonders verwundbar sein. Die extremistische Propaganda stellt solche Situationen deshalb als günstige Gelegenheiten für Angriffe dar.
Spanische Cybersicherheitsexperten entdecken die Bedrohung
Aufgespürt wurde die Veröffentlichung im Rahmen der Beobachtung extremistischer Aktivitäten im Internet.
Spezialisten des spanischen Büros für die Koordinierung der Cybersicherheit, des Oficina de Coordinación de Ciberseguridad (OCC), identifizierten die entsprechenden Nachrichten bei der Überwachung digitaler Kommunikationsräume mit Verbindungen zum dschihadistischen Extremismus.
Anschließend wurde eine entsprechende Warnung an die zuständigen Stellen im spanischen Innenministerium weitergeleitet.
Das Dokument fasst die entdeckten Inhalte zusammen und macht auf die darin formulierten Gewaltaufrufe aufmerksam.
Terroristische Propaganda nutzt gesellschaftliche Konflikte
Der entdeckte Aufruf verdeutlicht, wie dschihadistische Propaganda versucht, politische und gesellschaftliche Konflikte in europäischen Ländern für eigene Zwecke auszunutzen.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht ausschließlich klassische Anschlagsziele, sondern ausdrücklich auch öffentliche Versammlungen und Demonstrationen.
Die Verfasser der Botschaft wollen offenbar Situationen instrumentalisieren, in denen sich zahlreiche Menschen und Polizeikräfte auf engem Raum befinden und die öffentliche Ordnung durch Auseinandersetzungen belastet ist.
Die spanischen Sicherheitsbehörden haben damit einen extremistischen Gewaltaufruf identifiziert, der sowohl Polizeibeamte als auch Demonstrationsteilnehmer in mehreren europäischen Ländern ins Visier nimmt.
Der Fund dokumentiert einen terroristischen Aufruf, bedeutet für sich genommen jedoch nicht, dass bereits ein konkreter Anschlag geplant oder unmittelbar bevorstehend ist.
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